Oetwil

Das Abpumpen von 10 Millionen Litern schadet der Limmat nicht

Auf Furttaler Gemüsefeldern soll Limmattwasser aus den Bewässerungsanlagen sprenkeln – die Beteiligten begrüssen das Projekt.

Auf Furttaler Gemüsefeldern soll Limmattwasser aus den Bewässerungsanlagen sprenkeln – die Beteiligten begrüssen das Projekt.

Der Wasserbezug aus dem Furtbach wird gestoppt – nun soll die Limmat betroffenen Bauern aushelfen. Die Gemeinde Oetwil will dem Projekt finanziell entgegenkommen.

Weil der Wasserbezug aus dem Furtbach eingeschränkt wird, soll Furttaler Landwirten für die Bewässerung ihrer Kulturen mit Limmatwasser ausgeholfen werden. In Spitzenzeiten sollen während 24 Stunden rund 120 Liter pro Sekunde aus der Limmat über eine Wasserpumpe in das Furttal gelangen, rund 10 Millionen Liter. Das entspricht 86 400 Badewannen voller Limmatwasser. Aber bleibt dann noch genügend Wasser für die Limmattaler übrig?

«Die Limmat hat genug Wasser»

«Ja», sagt Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion des Kantons Zürich. «Das Abpumpen des Limmatwassers wird keine Engpässe für die Limmat verursachen», versichert Bollack. Ausserdem würde man unter dem Strich wahrscheinlich nie so viel Wasser beziehen, wie aus der fiktiven Berechnung hervorgehe. «Es kommt stark auf die Jahreszeit und die Witterung an, denn diese bestimmen schliesslich den effektiven Bedarf an Wasser der Furttaler Landwirte», so der Mediensprecher. Wie viel Wasser maximal aus der Limmat bezogen werden darf, könne derzeit noch nicht gesagt werden. «Wir können das Limit erst bestimmen, wenn die Wasserbezugskonzession beantragt wird», so Bollack. Mit diesen würde man sicherstellen, dass den Limmattalern genügend Wasser bleibe. Bis die Anträge von den Furttaler Landwirten gestellt werden, würde es noch eine Weile dauern: «Im Moment steht das Vorhaben noch auf der Stufe eines Vorprojekts. Erst wenn ein Detailprojekt vorliegt, kann das Konzessionsgesuch für den Wasserbezug gestellt werden», so der Mediensprecher. Der Grund, dass die Furttaler Bauern bald eine neue Bewässerungsquelle für ihr Gemüse brauchen, ist, dass das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) den Wasserbezug aus dem Furtbach einschränken will. Die Erlaubnis für den Wasserbezug aus dem Furtbach wird nur noch befristet erteilt. «Während Trockenphasen ist die Wassermenge gering und die Qualität des Furtbach-Wassers für die Bewässerung nicht besonders geeignet», so Bollack.

Folgen für die Existenz

«Das Furttal hat eine sehr intensive Landwirtschaft. Wenn das Problem mit der Bewässerung nicht gelöst wird, kann das Folgen für die Existenz der Bauern haben», sagt Walter Bühler, Vizepräsident der Gemeinde Oetwil. Deswegen sei er sich sicher, dass man dem Furttal mit Wasser aus der Limmat aushelfen müsse. Als Landwirt könne er ausserdem die Situation seiner Berufskollegen im Furttal nachvollziehen. «Ich habe das Glück, dass ich meine Kartoffeln in der Nähe der Limmat anbaue», so Bühler. Diese biete schliesslich genügend Wasser für die Landwirtschaft. Seine Konzession für den Wasserbezug erhalte er vom Awel problemlos. Für Furttaler Bauern sei die Situation mit dem Furtbach hingegen anders.

Seit rund fünf Jahren suchen die betroffenen Landwirte nach einer Lösung. Auch mit der Gemeinde Oetwil wurden schon einige Gespräche geführt. Am Montagabend haben sich 20 Landwirte und Gemüseproduzenten aus dem Furttal zu der «Bewässerungsgenossenschaft Furttal BGF» zusammengeschlossen. Als Lösung für das Wasserproblem plant die Genossenschaft zusammen mit der Gemeinde Oetwil und in Absprache mit dem Awel ein Pumpwerk in Oetwil, das Wasser aus der Limmat auf den Hüttikerberg hinaufpumpt. Ein Reservoir auf 550 Meter Höhe soll das Wasser speichern, bevor es über Verteilnetze zu den Furttaler Bauern gelangt.

Das geplante Pumpwerk soll in Oetwil bei der Brücke an der Mutschellenstrasse gebaut werden. «Das Pumpwerk wird etwa die Grösse eines kleinen Häuschens haben. Für das Grundstück werden wir symbolisch einen kleinen Betrag verlangen», sagt der Oetwiler Vizepräsident, Walter Bühler. Grundsätzlich sei die Gemeinde daran interessiert, die Kosten tief zu halten, um der Finanzierung des Projekts entgegenzukommen. Für die Errichtung der neuen Bewässerungsinfrastruktur rechnen die Projektleiter bisher mit Kosten von acht Millionen Franken.

«Eine gute Lösung»

Von diesem Betrag sollen die Furttaler Landwirte insgesamt drei Millionen Franken selber aufbringen. Der Rest wird voraussichtlich zu ähnlichen Teilen von Bund und Kanton subventioniert, allenfalls auch noch von den jeweiligen Furttaler Gemeinden. Als Landwirt und Mitglied der neu gegründeten «Bewässerungsgenossenschaft Furttal BGF» wird auch Urs Amacher sich an diesen Kosten beteiligen. «Ich finde mit dem Projekt kann eine gute Lösung erzielt werden», sagt der Landwirt aus Dänikon. Seine Konzession für den Wasserbezug aus dem Furtbach laufe Ende 2018 ab. «Ich hoffe, dass ich ab dann mein Wasser aus dem Verteilnetz beziehen kann.»

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