Samstag, 15 Uhr, endlich mal wieder Sommerwetter. Der neue Limmatuferweg neben dem Oetwiler Binzerliweiher ist fast menschenleer. Vereinzelt Jogger, Velofahrer. Dann tauchen drei Jugendliche auf Gummiboot und Luftmatratze unter der Autobahnbrücke auf, treiben vorbei. Nur selten übertönen Stakkato-Rufe das Getöse der A1. Halter suchen nach ihren Hunden. Danach gehört die Szenerie wieder dem Einheitssound der Motoren. Die Grillen und Vögel haben keine Chance.

Vierbeiner fühlen sich pudelwohl

Helene Balmer kommt seit Mai wieder viermal wöchentlich mit Gian und Santi von Hüttikon hergefahren. Die 61-Jährige ist eines der Hundefrauchen, und ihre Vierbeiner fühlen sich schon wieder pudelwohl in den Anlagen. Während des letzten Jahres wurden sie im Rahmen des Projekts «Aufwertung Limmatufer und Binzerliweiher» renaturiert und am 20. Mai offiziell eingeweiht.

Seither gibt es hier unter anderem je eine Flussinsel für Mensch und Natur und neue Wasserläufe. Doch so sehr sie sich über die gelungenen Neuerungen freut, Balmer stört sich am Lärm. «Aber was will man machen? Hier ist halt trotzdem noch immer der beste Ort zum Gassi-Gehen in der Region.» Sonst könne sie die Hunde nirgends so unbesorgt von der Leine lassen.

16 Uhr, Helene Balmer hat sich auf den Heimweg gemacht. Auf der für Personen zugänglichen Insel liegen nun Susanne Mueller (32) und Melanie Schmidt (31) auf der Liegewiese. Schmidt ist aus Wädenswil hergekommen, sie besucht ihre Oetwiler Freundin. Die war schon mehrmals hier, und hält mit ihrer Kritik an den Anlagen nicht hinterm Berg: «Dass das Gras hier so hoch steht, stört total. Und beim Einstieg in den Fluss bricht man sich jeweils fast den Hals, so glitschig ist das dort.» Kein Wunder, kämen nur so wenige Leute hierher.

Und dann die Hunde, «wer will schon, dass die plötzlich zu einem ins Wasser springen oder gleich neben dem Liegetuch markieren? Aber eine Leinenpflicht wäre ja auch doof.» Diese Nachteile müsse sie wohl so hinnehmen, dies sei hier schliesslich keine Badi, sondern ein Naturprojekt.

Nur an den Lärm will sich auch Mueller nicht so recht gewöhnen. Sie sagt nur etwas zynisch: «Das ist halt Oetwil.»