Schlieren

Dank Verdichtung gibt es mehr Freiraum — Parlament entscheidet über Schindler-Areal

Die beiden markanten Hochhäuser auf dem Schindler-Areal bleiben vorerst stehen.

Die beiden markanten Hochhäuser auf dem Schindler-Areal bleiben vorerst stehen.

Am Montag befindet das Schlieremer Parlament darüber, ob auf dem Schindler-Areal stark verdichtet werden darf.

Die auf dem Schlieremer Schindler-Areal geplante Überbauung könnte Schule machen. Das Gebiet zwischen Zürcher- und Schulstrasse auf Höhe NZZ-Druckerei soll in den kommenden Jahren erneuert, verdichtet und aufgewertet werden. Nun liegt ein Gestaltungsplan vor, über den das Gemeindeparlament am kommenden Montag befinden wird.

Die Planungsarbeiten laufen schon seit Jahren. Anfang 2017 veröffentlichte die Besitzerin der Liegenschaften, die Schindler Pensionskasse, die Ergebnisse eines Studienauftrags. Das daraus hervorgegangene Richtprojekt von Adrian Streich Architekten sieht eine aus drei neuen Baukörpern bestehende Blockrand-Bebauung vor. Die beiden prägnanten Wohnhochhäuser sollen vorerst erhalten bleiben und an der Zürcherstrasse ein Gewerbebau entstehen. Neben einem öffentlich nutzbaren Innenhof kommt die Allgemeinheit so auch zu zwei neuen Quartierplätzen.

Alterswohnungen und ein Kindergarten als Ausgleich

Zwar ist die Verdichtung entlang dem Trassee der Limmattalbahn im regionalen und kommunalen Richtplan sowie im Stadtentwicklungskonzept festgehalten. Die Schindler Pensionskasse entschied sich, die Bebauung mit einem privaten Gestaltungsplan, der vom Stadtrat, vom Gemeinderat und schliesslich auch vom Regierungsrat abgesegnet wird, zu planen. Im Gestaltungsplan ist eine Ausnützungsziffer – sie setzt die Grundstücksfläche mit der maximal erlaubten Geschossfläche ins Verhältnis – von 1,6 festgeschrieben. Aktuell stehen auf dem Gebiet 50 Wohnungen, in den Neubauten sollen es laut Studienauftrag rund 150 sein. Im Gegenzug dafür handelten Stadt und Pensionskasse eine Reihe von Ausgleichsleistungen aus.

So heisst es im Gestaltungsplan unter anderem, dass der Anteil an Gewerbefläche mindestens 15 Prozent betragen muss. Mindestens 4250 Quadratmeter der rund 16000 Quadratmeter grossen Parzelle müssen als nicht unterkellerte Freifläche nutzbar sein. Die Freifläche soll insgesamt 8400 Quadratmeter betragen, 3000 Quadratmeter davon werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Erstellung und Unterhalt ist Aufgabe der Pensionskasse. In einem Vertrag zwischen der Stadt und der Pensionskasse ist zudem vermerkt, dass 34 altersgerechte Wohneinheiten wie auch ein städtischer Kindergarten erstellt werden müssen.

15 Einwendungen gegen den Gestaltungsplan

Gegen den Gestaltungsplan, der im Sommer letzten Jahres öffentlich auflag, gingen fünf Eingaben mit 15 Einwendungen ein. «Die Schindler Pensionskasse hat mit den einwendenden Nachbarn das Gespräch gesucht und bezüglich der Abstände und der Gebäudehöhen entlang des westlichen Perimeters umfangreiche Anpassungen vorgenommen», schreibt der Stadtrat im Antrag an das Gemeindeparlament. Und weiter: «Das Richtprojekt ist von hoher städtebaulicher, architektonischer und landschaftsgestalterischer Qualität.» Es sei ein Beleg dafür, dass eine erhöhte Ausnützungsziffer angemessen sei.

Bei den Ortsparteien ist man dem Gestaltungsplan positiv gegenüber eingestellt. Vor der Sitzung von Montag will sich zwar kein Parlamentsmitglied namentlich zitieren lassen, doch erwartet man grundsätzlich eine Annahme des Geschäfts.

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