Die Politische Gemeinde Urdorf schliesst mit einer besseren Jahresrechnung als budgetiert ab. Statt einem Minus von rund 1,5 Millionen Franken weist die Rechnung ein Minus von rund 380'000 Franken auf. Dies bei einem Aufwand von rund 51,2 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 50,8 Millionen Franken. Damit sinkt das Eigenkapital von rund 32,2 Millionen Franken auf rund 31,8 Millionen Franken.

«Wir sind zufrieden mit dem Resultat», sagte Finanzvorstand Thomas Hächler (FDP) gestern an einer Medienkonferenz. Die Abweichungen auf der Aufwandseite sind auf die Funktionen Gesundheit, soziale Wohlfahrt sowie Behörden und Verwaltung zurückzuführen. Letztere weist eine Differenz von 210'000 Franken aus. «Diese ist vor allem auf Gebührenabrechnungen verschiedener Bauprojekte zurückzuführen, die erst 2019 erfolgen können», sagte Hächler. Mehr ins Gewicht fallen mit rund 650'000 Franken Ausgaben für Gesundheit. «Da wir mehr Pflegebedürftige haben, sind die Kosten für die Langzeitpflege und Spitexleistungen gestiegen», sagte Hächler. Ähnlich sieht der Mehraufwand für die soziale Wohlfahrt aus. Die Gemeinde gab rund 640'000 Franken mehr aus als budgetiert. «Das hat primär mit der ausserfamiliären Kinderbetreuung zu tun. Zudem haben gemäss kantonalem Recht wieder die Gemeinden die Kosten für die Kinder- und Jugendheimplatzierungen zu tragen», erklärte Hächler. Auch auf der Ertragsseite zeigen sich Abweichungen. «Wir konnten im laufenden Jahr 2018 rund 230'000 Franken mehr ordentliche Steuereinnahmen erzielen.» Jedoch habe der Anteil der juristischen Personen im Vergleich zu 2017 von 25,9 auf 24,6 Prozent abgenommen, so Hächler. Die aktiven und passiven Steuerausscheidungen schlagen mit einem Mehrertrag von rund 400'000 Franken zu Buche.

Beitrag für Schäflibach

Am meisten Ertrag generierten aber Steuereinnahmen aus Vorjahren. Insgesamt handelt es sich um eine Million Franken mehr als erwartet. Die Grundstückgewinnsteuern sind im Vergleich zum Budget um rund 160'000 Franken zurückgegangen. Aus dem Finanzausgleichstopf erhielt die Gemeinde wie erwartet 2,23 Millionen Franken.

Die Investitionsrechnung schliesst bei Ausgaben von rund 5,6 Millionen Franken und Einnahmen von rund 975'000 Franken mit Nettoinvestitionen von rund 4,6 Millionen Franken ab. Das geplante Investitionsbudget hat die Gemeinde um 1,19 Millionen Franken unterschritten. «Dies unter anderem, weil wir für die Revitalisierung des Schäflibachs einen Bundesbeitrag von rund 800'000 Franken erhalten haben», sagte Hächler.

Sogar noch etwas erfreulicher sieht die Rechnung der Urdorfer Schulgemeinde aus. Sie schliesst bei einem Aufwand von rund 21,1 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 22,1 Millionen Franken mit einem Plus von rund 974'000 Franken. Das ist 1,7 Millionen Franken besser als budgetiert. Damit erhöht sich das Eigenkapital der Schulgemeinde von rund 6,02 Millionen Franken auf rund 7 Millionen Franken. «Das Plus ist nicht so spektakulär wie im Jahr davor, aber es ist erfreulich», sagte Schulpräsidentin Irmgard Struchen (CVP). Vor allem ins Gewicht fallen wie auch schon bei der Politischen Gemeinde die Steuern aus den Vorjahren. «Zu dem guten Ergebnis beigetragen hat natürlich auch der Steuerfussabtausch mit der Politischen Gemeinde», sagte Struchen. Per 2018 wurde der Steuerfuss der Politischen Gemeinde von 59 auf 56 Prozent runter gesetzt. Im gleichen Zuge stieg der Steuerfuss der Schulgemeinde von 59 auf 62 Prozent. Damit bezweckte man die Entlastung der Schule.

Die Schulpräsidentin hob zudem das Kostenbewusstsein bei den Lehrpersonen und Mitarbeitern an der Schule hervor. «Seit 2014 konnten wir den Sachaufwand jedes Jahr um 100'000 Franken reduzieren. Dieses Jahr sogar um 170'000 Franken.» Einzig der Personalaufwand liegt mit 14,16 Millionen Franken um 201'000 Franken über dem Budget. «Dies hat vor allem mit dem wachsenden Schülerzahlen zu tun, die teilweise Integrationsleistungen benötigen», sagte Struchen. Die Urdorfer Stimmberechtigten befinden am 12. Juni an der Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Zentrum über die beiden Jahresrechnungen.