In vielen Limmattaler Gemeinden müssen die TV-Besitzer seit Mittwoch um 17 Uhr auf weitere Analog-Kanäle verzichten. UPC-Cablecom hat acht Analog-Kanäle ganz abgeschaltet, nämlich die Stationen ORF 2, CNN, Euronews, TV5 Monde, France 2, RAI 1, MTV Schweiz und Eurosport.

Signalumwandler bestellen

Empfangbar sind danach nur noch 26 Stationen. Davon betroffen sind die Gemeinden Aesch, Birmensdorf, Urdorf, Schlieren, Dietikon, Unterengstringen, Oberengstringen, Weiningen und Bergdietikon. Bereits zuvor fielen Sender wie Bayern und SWR aus dem Programm.

Allerdings: Die Fernseh-Kunden können bei UPC-Cablecom immerhin einen kostenlosen Signalumwandler bestellen, und damit neu über 60 Sender mit dem analogen Fernseher empfangen. Die Kabelnetzunternehmen dürfen auf das analoge Angebot nur verzichten, wenn sie ein gleichwertiges digitales Sendeangebot bereitstellen, das der Kundschaft keine Kosten verursacht.

Sukzessive Angebotsverkleinerung

Dennoch ist die analoge Verbreitung der SRG-Programme und der privaten Programme durch Kabelnetzbetreiber ein Angebot das ausläuft. «Wir werden das analoge Angebot sukzessive verkleinern», erklärt UPC-Cablecom-Sprecher Marc Maurer. Wann dieses eingestellt werde, sei aber noch nicht entschieden, so Maurer. Nach Angaben des Bundesamtes für Kommunikation schauen heute allerdings bereits über 85% aller Haushalte in der Schweiz digital Fernsehen.

Die Gemeinden Uitikon, Oetwil an der Limmat, Spreitenbach, Geroldswil und Würenlos, die ihr eigenes Netz besitzen, können gegen den Trend ihr analoges Angebot weiter aufrechterhalten. Die fünf Gemeinden bieten auf ihren Netzen momentan rund 40 Analog-Fernsehsender an. «Eine Änderung der TV-Kanäle ist nicht beabsichtigt», sagt Many Malis, Bausekretär der Gemeinde Uitikon.

Auch von einem Verkauf ihrer Netze wollen angefragte Gemeinden nichts wissen. «Wir modernisieren unser Kabelnetz momentan», betont Pierluigi Chiodini, der Gemeindeschreiber von Oetwil. «Ein Verkauf ist kein Thema», bemerkt auch der Spreitenbacher Gemeindeschreiber Jürg Müller.

Die fünf Gemeinden verlangen für den TV-Anschluss eine Gebühr zwischen 15 und 19 Franken pro Monat. Das ist deutlich weniger als der Tarif der UPC-Cablecom, welche pro Haushalt rund 28 Franken verlangt. Als schärfste Konkurrentin der Netzgemeinden gilt die Swisscom, welche das Fernsehen vollständig digitalisiert über den Internet-Kanal anbietet.

Gemeinden unter Druck

Langfristig dürfte das Analog-Angebot auch in den Gemeinden unter Druck geraten, die ein eigenes Netz besitzen. Denn der Analog-Empfang ist nicht zuletzt von den verfügbaren Kapazitäten abhängig.

«Je mehr die digitalen Netze ausgebaut werden, desto mehr Bandbreiten werden benötigt», stellt der Spreitenbacher Gemeindeschreiber Jürg Müller fest. Nach Angaben des Bundesamtes für Kommunikation benötigt die Verbreitung eines analogen TV-Programms gleich viel Bandbreite wie die Verbreitung von zehn digitalen TV-Programmen in Standardauflösung oder vier HD-Programmen.