Urdorf
Dank schwachem Winter: Kunsteisbahn erwartet mehr Besucher

Dank ausbleibendem Schnee erwartet die Kunsteisbahn Weihermatt diese Saison 10 bis 15 Prozent mehr Besucher. Weniger Leute sind in die Skiferien gefahren. Dank der Überdachung ist die Eisbahn auch vom Wetter unabhängig.

Anna Gepp
Merken
Drucken
Teilen
Ilenia (l.) und Gianni (r.) Umbro drehen ihre Runden auf dem Eis.
3 Bilder
Die Kunsteisbahn Weihermatt hofft auf viele Besucher.
Kurt Eugster ist mit seiner Tochter und seinen Enkelkindern regelmässig in Urdorf auf der Eisbahn anzutreffen

Ilenia (l.) und Gianni (r.) Umbro drehen ihre Runden auf dem Eis.

Anna Gepp

Hand in Hand fahren Vanessa, Melissa und Dominique über das Eis der Schlittschuhbahn Urdorf. In den ersten Minuten auf der spiegelglatten Oberfläche sind die Jugendlichen noch froh, dass sie sich aneinander festklammern können. Doch schon nach wenigen Runden werden die Freundinnen sicherer und trauen sich, alleine über das Eis zu gleiten.

Die Dietikerinnen üben jetzt sogar das Rückwärtsfahren und das Übersetzen der Füsse. «Es wäre schade, an diesem Samstagnachmittag zu Hause zu sitzen», sagt Vanessa Storchenegger. Die 17-Jährige hat ihre eigenen Schlittschuhe an den Füssen; sie ist öfter in Urdorf auf dem Eis. «Es ist gemütlich hier», sagt sie. «Ich mag die Atmosphäre.»

Wetterunabhängig dank Dach

Weil der Schnee diesen Winter ausbliebe, etablierte sich das Schlittschuhlaufen für viele Besucher zur regelmässigen Winteraktivität. «Es sind weniger Leute in den Skiurlaub gefahren. Ich schätze, dass wir dadurch diese Saison im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent mehr Besucher haben», sagt Betriebsleiter Hans Kaeser. Die Eisbahn habe vor allem durch die Überdachung einen grossen Vorteil. «Dadurch sind wir nicht abhängig vom Wetter.»

Nebst Jugendlichen sind auch Pärchen und Kinder mit Eltern und Grosseltern auf der Eisbahn unterwegs. Während einige gekonnt ihre Runden drehen und einbeinig fahren, gehen andere auf Nummer sicher und halten sich mit einer Hand an der Bande fest. Das Eisfeld ist gut besucht, auch von Jungen, die zum Eishockey spielen gekommen sind.

Der Tumult hinterlässt Spuren auf der Eisbahn. Die scharfen Kufen schürfen die Oberfläche auf: Zeit für Kaeser, mit der Eisputzmaschine wieder für eine glatte Oberfläche zu sorgen. Die Besucher räumen das Feld und schauen Kaeser gespannt zu, wie er die Maschine gekonnt über das Eis lenkt. Wo er durchgefahren ist, hinterlässt er eine dünne Wasserschicht, die sofort zu Eis gefriert. Die Kinder können es kaum erwarten, wieder zurück aufs Eis zu können und warten schon ungeduldig vor den Toren.

Zurück auf der reparierten Eisbahn macht das Fahren jetzt noch mehr Spass. Die Besucher freuen sich über das glatte Eis und geben Gas. Plumps. Da fällt der kleine Enkel von Kurt Eugster hin und weint. Der Grossvater ist gleich zur Stelle und hilft ihm wieder auf die Beine. «Ich war schon mit meinen eigenen Kindern hier», sagt der Urdorfer. Nun flitze er regelmässig mit seiner Tochter und deren Kindern über das Eisfeld. «Es macht mir selbst grossen Spass, ich geniesse es. Vor allem seit das Eisfeld ein Dach hat.»

Das Spektakel auf dem Eis betrachtet Marisa Umbro lieber sicher vom Rand aus. Sie ist mit ihren zwei Kindern Gianni und Ilenia in Urdorf. «Solange die Kinder glücklich sind, bin ich es auch», sagt sie. Selbst fahren wolle sie aber nicht. Ausserdem komme sie auch so an die frische Luft und könne die Sonne geniessen.