Dietikon

Dank «Roger's Summer Lounge» rückt das Zentrum näher ans Meer

Sommergefühle vor der Haustür: Ab heute verwandelt Roger Zeindler den Dietiker Kirchplatz für zweieinhalb Monate in eine Strandbar.

«Endlich mal öpis gschids», ruft eine vorbeigehende Frau, nachdem sie die sommerliche Lounge auf dem Kirchplatz gemustert hat. Immer wieder kommen Leute vorbei und fragen interessiert, was hier genau laufe und vor allem, ob man schon einkehren könne. «So geil! Ich dachte mir schon, dass du dahintersteckst», sagt ein Passant zu Roger Zeindler, der gerade in den letzten Vorbereitungsarbeiten steckt.

Ab heute um 11 Uhr wird «Roger’s Summer Lounge» täglich bis Ende August das Dietiker Zentrum beleben. Neben einem Getränkeangebot, das auch sommerliche Cocktails bereithält, sorgt ein Food Truck für das leibliche Wohl. «Das kulinarische Angebot soll jede Woche wechseln», sagt Zeindler. Zum Start gibt es Burger, anschliessend Momos. Bei Regen bleibt die Lounge zu. Da lohne sich der Aufwand nicht und die Gäste würden eh ausbleiben, sagt er. Abends ist jeweils spätestens um 22 Uhr Schluss. «Ich will die Beizen nicht konkurrieren», sagt er. Gäste könnten anschliessend den Abend in einer der Bars ausklingen lassen.

Idee kam erst vor wenigen Wochen

Wenn man auf einem der gemütlichen Paletten-Möbel oder in einem der zahlreichen Strandkörbe sitzt, wähnt man sich gleich viel näher am Meer. Die Deko verbreitet maritimes Sommergefühl. Der Bar-Container erinnert mit seiner knalligen Farbenfreude an die Bora-Bora-­Bar, die Zeindler im Spätsommer 2018 am Dietiker Stadtfest im Velohaus ­betrieb.

Die Idee für eine Sommerbar kam Zeindler, der eigentlich ein Public Viewing während der Fussball-EM organisieren wollte, erst vor wenigen Wochen. Für Selbstständige ist die Situation wegen Corona sehr schwierig: «Ich habe mir gesagt, ich kann entweder jammern oder etwas unternehmen», sagt er. Als feststand, dass die Lockerungen der Coronamassnahmen den Barbetrieb ermöglichen, machte er sich schnell an die Umsetzung. Die Stadt habe sehr positiv auf seine Initiative reagiert und ihm umgehend die Bewilligung erteilt, sagt Zeindler. Den Hochsee-­Container, in dem die Bar untergebracht ist, hatte er schon vorsorglich reserviert. Alles andere organisierte Zeindler, der eine Eventagentur führt, inner kürzester Zeit über seine vielen Kontakte.

Auch viel Laufkundschaft im Stadtzentrum

Zeindler ist optimistisch, dass die Lounge gut funktionieren wird. Nur schon, weil im Zentrum viel mehr Menschen unterwegs sind als etwa auf dem Rapidplatz, wo er im vergangenen Winter den Limmatzauber organisierte. Und weil die Lounge über 2,5 Monate betrieben wird, sei das Risiko abschätzbarer.

Auch bei der musikalischen Untermalung überlässt Zeindler, der nebenbei auch als DJ arbeitet, nichts dem Zufall. Während des Notstands habe er fünf Wochen lang von zu Hause aus jeden Tag eigene House-­Mixes live im Internet übertragen. Daraus ist ein grosser Fundus entstanden, um auch auf dem Kirchplatz immer für den passenden Sound zu sorgen.

Morgen Abend wird Zeindler selbst vor Ort auflegen, um die Lounge gebührend einzuweihen. «Ich habe extra eine Bewilligung dafür eingeholt», sagt er. Auch dieses Set wird gleichzeitig live online gestreamt.

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