Dietikon
Dank Petition: Heimische Bäume verdrängen Exoten beim Schulhaus

Teilerfolg für grüne Petition: Auf dem Dietiker Zentralschulhausplatz werden keine exotischen Lederhülsenbäume gepflanzt, sondern heimischer Spitzahorn.

Gabriele Heigl
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Stadt Dietikon antwortet auf Petition bezüglich Bäume beim Zentralschulhaus
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Im städtischen Leitfaden «Natur im Siedlungsraum. Leitfaden zur Förderung der Biodiversität in der Stadt Dietikon» hatte die Stadt festgelegt, dass sie grundsätzlich nur heimische, standortgerechte Bäume pflanzen soll. Trotzdem wollte sie beim Zentralschulhaus exotische Bäume pflanzen. Wegen der Petition hat sich die Stadt nun umentschieden.
«Damit hält sich die Stadt also an ihre eigenen Leitlinien», sagt der grüne Gemeinderat Beat Hess zum Entscheid der Stadt.
«Gemäss dem Landschaftsarchitekten erfüllt auch der Spitzahorn die Ansprüche, die der Standort an die Bäume stellt, sehr gut», schreibt die Stadt Dietikon in ihrer Petitionsantwort.

Stadt Dietikon antwortet auf Petition bezüglich Bäume beim Zentralschulhaus

Gabriele Heigl

Noch stehen die zwei Bäume auf dem Pausenplatz des Dietiker Zentralschulhauses, aber nicht mehr lange. Eine Petition der Grünen Dietikon setzte sich zwar für deren Erhalt ein, sie war aber chancenlos, weil sie zu spät kam. Die auf dem Platz anstehenden Sanierungs- und Umbauarbeiten waren Anfang Juli, als die Petition unter der Federführung des grünen Gemeinderats Beat Hess lanciert wurde, in Planung, Ausschreibung und Ausführungsvorbereitung waren grösstenteils abgeschlossen. Bei der geplanten Neubepflanzung allerdings gelang den Grünen ein Teilerfolg. Eine heimische Baumart erhält nun den Vorzug.

Im Zuge der Arbeiten soll nach dem Willen des kantonalen Denkmalschutzes die historische Fassade des alten Schulhaustrakts «freigespielt» werden, heisst: die beiden Roteichen müssen weg. Ausserdem stehen sie einem geplanten Pausendach im Weg. Statt ihrer sollten später als eine Art Ersatzpflanzung vor dem südlich gelegenen Trakt B drei Lederhülsenbäume gepflanzt werden, eine Art, die aus Nordamerika stammt.

Selbst der Leitfaden der Stadt verlangt heimische Bäume

Eine falsche Wahl in den Augen der Grünen – aber auch der Stadt selbst. Im städtischen Leitfaden «Natur im Siedlungsraum. Leitfaden zur Förderung der Biodiversität in der Stadt Dietikon» hatte sie festgelegt, dass nur heimische, standortgerechte Bäume gepflanzt werden sollen und dass der Bestand der Bäume «möglichst» zu erhalten ist. Darauf stellte auch die grüne Petition ab: Falls eine Fällung unumgänglich sei, müssten «gerade auf einem Schulhausplatz» einheimische Bäume gepflanzt werden, am besten die «historisch passende» Linde. Alte Stadtansichten zeigten, dass vor dem alten Trakt seit dem Bau im Jahr 1909 fast immer Bäume gestanden hätten; es seien Linden gewesen, wie sie auch heute noch im Bereich der Velo-Stellplätze stehen.

Der Grund für die Wahl der Exoten: Der zuständige Landschaftsarchitekt hielt die Art für am besten geeignet: hitze- und trockenheitsverträglich, stadtklimaresistent, ohne Absonderungen von Honigtau und mit lockerkronigem Wuchs. Aber auch bei den Roteichen – sie wurden im Jahr 2000 gepflanzt – handelt es sich um keine heimische Art. Immerhin ist sie aber mit der heimischen Eiche verwandt und wird von der Forstwirtschaft als «Gastbaum» bezeichnet, wohingegen Lederhülsenbäume als echte, wenig wertvolle Exoten gelten.

Stadt hält Roteiche für eine Linde

In der Antwort der Stadt auf die Petition heisst es nun, dass, «wie von Beat Hess gefordert», eine Lösung mit einheimischem Spitzahorn realisiert werde. «Gemäss dem Landschaftsarchitekten erfüllt auch der Spitzahorn die Ansprüche, die der Standort an die Bäume stellt, sehr gut.» Die Stadt beharrt im Übrigen darauf, dass es sich bei einer der beiden Roteichen um eine Linde handelt. Ein Ortstermin hätte hier schnell Klarheit schaffen können, dass dem nicht so ist, und dass Lehrer Hess die Botanik vor seinem Arbeitsplatz korrekt identifiziert hat. Dieser zeigt sich indes über den Entscheid zufrieden: «Damit hält sich die Stadt also an ihre eigenen Leitlinien.»