Schlieren

Dank mehr Ressourcenausgleich: Das Minus ist geringer als erwartet

Die Kosten für die Alterspflege sind 2019 um eine Million gestiegen.

Die Kosten für die Alterspflege sind 2019 um eine Million gestiegen.

Weil Schlieren mehr Finanzausgleich erhielt, fällt das erwartete Minus um 2,7 Millionen besser aus und beträgt eine Million Franken. Doch ist sich der Stadtrat bewusst, dass wegen der Coronakrise wohl eine Rezession ansteht.

«Mit der Coronakrise wird eine Rezession absehbar», schreibt der Schlieremer Stadtrat in seinem Ausblick, welcher der gestern veröffentlichten Jahresrechnung 2019 beigefügt ist. Künftig würden die Gewinne der Unternehmen und die Einkommen der Einwohner stark sinken und somit auch der Ressourcenausgleich im Finanzausgleich. Die Ausgaben im Bereich Soziale Sicherheit würden steigen und die Einnahmen der Stadt wegen der Steuerreform und der Steuerfusssenkung von 114 auf 111 Prozent sinken.

Wer sich nun um die Stadtfinanzen sorgt, den beruhigt der Stadtrat. «Im Eigenkapital konnten aufgrund der in den Vorjahren generierten Überschüsse Schwankungsreserven aufgebaut werden.» Die Stadt verfügt aktuell über ein zweckfreies Eigenkapital von 142 Millionen und über ein zweckgebundenes Eigenkapital von 42 Millionen Franken.

Wie lange diese Reserven noch auf diesem Niveau bleiben, steht in den Sternen. So schloss die Jahresrechnung 2019 mit einem Minus von rund 1,2 Millionen Franken. Dies bei einem Aufwand von 164 Millionen Franken und einem Ertrag von knapp 162,9. Dass es nicht für einen Wert in den schwarzen Zahlen reichen würde, sah der Stadtrat schon voraus und rechnete für das vergangene Jahr mit einem Minus von knapp 4 Millionen Franken. Das um rund 2,7 Millionen Franken besser ausgefallene Ergebnis erklärt sich die Stadt mit einem tieferen betrieblichen Aufwand, der durch eine hohe Ausgabendisziplin begründet sei. Der Sach- und Betriebsaufwand liegt um 2,3 Millionen Franken unter dem budgetierten Wert. Weiter konnte das Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit, so die Stadt, zwar gegenüber dem Budget gesteigert werden. Es weise aber noch immer ein Defizit von 3,1 Millionen Franken auf.

Obwohl das wirtschaftliche Umfeld im vergangenen Jahr sehr erfreulich gewesen sei, würden die Steuereinnahmen nicht dem Niveau des Vorjahres entsprechen. Diese fallen rund 3,6 Millionen Franken geringer aus als 2018 und kommen auf einen Wert von 71,5 Millionen Franken zu liegen. Da die Steuerkraft der Schlieremer sank, erhöhte sich der Ressourcenausgleich auf 5,2 Millionen Franken.
Das günstige Wirtschaftsumfeld mache sich auch bei der Sozialen Sicherheit bemerkbar. So gab die Stadt etwa bei der gesetzlich wirtschaftlichen Hilfe rund 1,5 Millionen Franken weniger aus. Zwar kosteten die Pflegeinstitutionen gut eine Million mehr, doch die Kosten der stationären Pflegefinanzierung sanken um rund 1,2 Millionen Franken. Dies sei wohl auf den Grundsatz «Ambulante statt stationäre Behandlung» zurückzuführen, so der Stadtrat.

Stadt realisiert 78,5 Prozent der veranschlagten Projekte

Ebenfalls besser als angenommen war die Performance der Schlieremer Gasversorgung. Sie sorgte für einen Gewinn von 2,2 Millionen Franken und lag damit 3,1 Millionen Franken über dem Budget.
Die Stadt investierte weniger als vorgesehen. So betrugen die Nettoinvestitionen in das Verwaltungsvermögen 15,1 Millionen Franken. Budgetiert waren 19,3 Millionen. Die Realisierungsquote der ursprünglich vorgesehenen Projekte entspricht 78,5 Prozent. Den grössten Brocken im Bereich Hochbau machte die Renovation des Büelhof und die Stromzuleitungen in den Schulhäusern (beide 1,5 Millionen) aus. Für die Hardware-Infrastruktur in den Schulhäusern wurden 1,3 Millionen ausgegeben und für die Gestaltung des Geissweid-Platzes wurde rund eine Million fällig. Auch für die Neugestaltung des Stadtplatzes gab die Stadt vergangenes Jahr Geld aus: Es waren 1,8 Millionen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1