Der Flügel im Singsaal des Urdorfer Schulhauses Moosmatt ist verstimmt, doch das tut der Motivation von Patrik Elsaid keinen Abbruch. Der Dirigent des Limmichors weiss seine Choristen bei der Probe zu begeistern, appelliert aber auch an deren Disziplin: «Wir üben zuerst das ‹Liverpool Oratorium›, dann ein Stück aus ‹My Fair Lady› und wenn ihr ‹Phantom of the Opera› auch am Konzert singen wollt, müsst ihr mich richtig überzeugen.»

Das lassen sich die 40 Sängerinnen und Sänger nicht zweimal sagen und singen bereits beim Einsingen aus voller Kehle. Ob sie den Dirigenten überzeugen konnten, wird sich beim Konzert heute Abend zeigen.

Von der hohen Anzahl Choristen, wie sie heutzutage im Moosmatt-Singsaal regelmässig proben, konnte Elisabeth Bacciarini 1995 nur träumen. Damals wettete die Patientenadministrations-Angestellte mit Kollegen, dass sie und ihre Mitstreiter es schaffen würden, zum 25. Geburtstag des Spitals Limmattal einen Chor auf die Beine zu stellen. «Wir gewannen die Wette und hatten an der Feier den ersten Auftritt mit etwa 20 Sängern», sagt Bacciarini.

Von der Architektur zur Musik

Das stolze Wachstum des Chors hat nicht zuletzt mit Dirigent Elsaid zu tun, der seinen Chor nicht nur zu motivieren weiss, sondern dank seiner Funktion als Chorleiter der Kantonsschule Limmattal auch für Nachwuchs sorgt. Schon manche ehemalige Schülerin trat nach der Matur in den Limmichor ein. Zwei von ihnen sind die Studentinnen Vanessa Rüegg und Daniela Gessler. «Eigentlich wollte Patrik einen Chor für ehemalige Schüler gründen, weil viele von uns Interesse am Weitersingen hatten. Eines Tages schlug er uns vor, bei einer Probe des Limmichors vorbeizuschauen», sagt Rüegg. Auch der Zulauf aus Singbegeisterten aus der Umgebung hat dazu beigetragen, dass der Anteil an Spitalangestellten kleiner wurde.

70 Sänger zählt der Chor heute, sein jüngstes Mitglied ist um die 20, sein ältestes 82. Dirigent Elsaid gibt sich bescheiden: «Die Qualität des Gesangs soll hoch sein, aber der Chor muss den Sängern auch Freude bereiten.» Bei seinem Einstand 1995 war Elsaid noch Architekturstudent. Seine Musikleidenschaft machte er erst durch ein Zweitstudium zum Beruf. Seit der Gründung standen Musicalstücke, Filmmusik und Gospellieder zuoberst auf der Hitliste. Aber auch an klassische Stücke wagt sich Dirigent Elsaid.

Die Vereinsform hat der Chor nicht. Man fühle sich in als ungezwungenen Chor wohl, sagt das langjährige Mitglied Katharina Morgenthaler. Vorläufiger Höhepunkt in der Geschichte des Spitalchors war die Aufführung des Musicals «Häxefüür», das die Sänger am Urdorferfäscht 2014 zusammen mit der Harmonie Urdorf auf die Bühne brachten. «Wir planen für 2018 eine erneute Zusammenarbeit mit der Harmonie», sagt Elsaid. Eine Grossproduktion wie 2014 werde es aber nicht.