Als die Kinder die Turnhalle betreten, begrüssen sie Felix Rothbrust mit einem grossen Lächeln und in froher Erwartung. Der 17-Jährige leitet das Kinderturnen des STV Dietikon. Mehr noch: Dank ihm gibt es dieses Angebot erst wieder, nachdem es seit rund zwei Jahren nicht mehr vorhanden war. Die Idee der Wiederauferstehung des Kinderturnens entstammt einer Projektarbeit, die Rothbrust in der Sekundarschule erfüllen muss. Manche Schüler backen einen Kuchen oder erstellen ein Fotobuch. Doch für den Dietiker kam so etwas nicht infrage. «Ich wollte etwas Praktisches machen, eine Herausforderung suchen.» Seine Eltern sind ebenso als Leiter Mitglied im STVD. Deshalb haben sie dem Schüler vorgeschlagen, als Projektarbeit das Kinderturnen wieder in den Verein zu integrieren. Schnell gab der Verein seine Zustimmung und sicherte dem jungen Sportler seine Unterstützung zu.

Rothbrust fing an, Flyer in Kindergärten auflegen. Ebenso durfte er Plakate in Migros und Coop sowie in der Stadtbibliothek anbringen. Schon bald meldeten sich Eltern, sodass die Kinderturngruppe inzwischen rund 9 Kinder zählt. Erste Erfahrungen als Leiter bringt der Dietiker aus der Cevi mit. Dort betreut er Kinder, die etwa im gleichen Alter sind, wie jene in der Kinderturngruppe.

Früher war er selbst Sportler im STV Dietikon, seit einiger Zeit trainiert er jedoch Leichtathletik in Zürich. Dreimal pro Woche widmet Rothbrust dem Sport Zeit. Dabei hat er einen klaren Favoriten unter den Disziplinen. «Speerwerfen gefällt mir am besten. In dieser Disziplin würde ich gerne mal einen Rekord an einer Meisterschaft aufstellen.» Normal sei aber, dass nicht alle Disziplinen gleich gefallen. «Hochsprung und Hürdenlauf mag ich von allen Disziplinen am wenigsten.»

Spass im Vordergrund

Die Kinderturngruppe funktioniert als Riege des STV Dietikons. Sie deckt das Kindergartenalter ab, spricht also Kinder zwischen 5-6 Jahren an. Da es ein Muki-Turnen für 3- bis 4-Jährige gibt und diverse Gruppen für Kinder ab der ersten Klasse, war es für den Verein wichtig, dass diese Lücke geschlossen wurde. Wöchentlich, jeweils am Dienstag, turnen die Kinder um die Wette. Das Programm des Turnens gestaltet sich unkompliziert, als Aufwärmen wird meist ein ‹Fangis› gespielt, anschliessend bauen sie zusammen mit ihrem Leiter etwas auf und zum Schluss rundet wieder ein einfaches Spiel die Stunde ab. Zwischendurch gibt es immer wieder mal eine Trinkpause. «Der Spass steht klar im Vordergrund», sagt Rothbrust. Die Kinder würden ungemein davon profitieren. «Sie bereiten sich auf den Sportunterricht der Schule vor und entwickeln ein allgemeines Gefühl für Sport und Bewegung.» Manche Eltern bleiben die ganze Turnstunde über und schauen zu.

Traumberuf Lehrer

Seine berufliche Zukunft sieht der Limmattaler als Lehrer einer Oberstufenklasse. Die Leiterfunktion ist für ihn daher eine Herausforderung und wertvolle Erfahrung. Deshalb wird er nach den Sommerferien an die Kantonsschule Nord wechseln, um die nächste Stufe auf dem Weg zu seinem Ziel in Angriff zu nehmen. Das Kinderturnen möchte er aber ungern aufgeben. «Ich hoffe, dass mein zukünftiger Stundenplan die Leitung des Kinderturnens weiterhin ermöglichen wird.»