Dietikon
Daniel Fischbacher: Wie der ehemalige Jugendhausleiter sich eine Existenz in Sevilla aufbaute

Sein Markenzeichen ist schon lange ab: Daniel Fischbacher, 51, aufgewachsen in Dietikon, hier alle Schulen besucht, trägt kurze Haare. Dabei kamen ihm seine langen Haare doch entgegen, als er sich wie fast kein Zweiter im Dietiker Jugendhaus der 80er

Flavio Fuoli
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Daniel Fischbacher: Der einstige Bewegte zeigt heute Führungskräften neue Lebenswege auf.fuo

Daniel Fischbacher: Der einstige Bewegte zeigt heute Führungskräften neue Lebenswege auf.fuo

Sein Markenzeichen ist schon lange ab: Daniel Fischbacher, 51, aufgewachsen in Dietikon, hier alle Schulen besucht, trägt kurze Haare. Dabei kamen ihm seine langen Haare doch entgegen, als er sich wie fast kein Zweiter im Dietiker Jugendhaus der 80er-Jahre engagierte. Zuerst als Benützer, dann, ab 1986, als Leiter. Mit seinen Ausbildungen als Jugendarbeiter und im Non-Profit-Management-Bereich war er für diese Aufgabe prädestiniert.

Vor allem auch, weil er den guten Draht zu den Jugendlichen und sie den zu ihm hatten, dem Langhaarigen, fröhlichen Menschen. «Es war eine bewegte Zeit», sagte er auf einem der jährlichen Besuche in der Schweiz bei seinen Eltern, die immer noch hier wohnen. «Man spürte Aufbruch, Veränderung. Dietikon wollte zwar keine Autonomie im Jugendhaus, aber es liess eine grosse Selbstbestimmung zu. Wir hatten ständig Benutzerversammlungen.» Die Benutzergruppen seien vielseitig gewesen, man hatte Alternative, Hippies, aber auch Secondos zu Besuch mit ihren eigenen Wertvorstellungen.

Wunsch auf Neuanfang

Grundsätzlich wollte Daniel Fischbacher in einer fremden Stadt nochmals von vorne anfangen, «um zu erleben, wie es ist». Von 1987 bis 1991 war er mit einer Spanierin zusammen. 1991 zog er hin. Und obwohl die Beziehung nicht hielt, «ist die Liebe zu Spanien und Andalusien geblieben».

In Spanien arbeitete er als Reiseleiter. 1996 machte er sich selbstständig. Er gründete eine Produktionsgesellschaft, die für Werbedrehs von grossen Firmen die Aufnahmeorte organisierte. Es waren Auto- und Modefirmen dabei, die Videoclips, Fotos oder Filme produzieren liessen.

Obwohl er davon leben konnte, war dem Urrietiker klar, dass er dies nicht bis ins Alter würde machen können. Er wandte sich dem Coaching von Führungskräften zu.
«Hat sich sehr gebessert»

Wie ist denn das Leben im krisengeschüttelten Spanien? Für ihn hat es sich insofern sehr gebessert, als er dank der Personenfreizügigkeit von den Ämtern nicht mehr wie ein Ausländer behandelt wird. «Es gibt überall schlechte wie gute Leute», fährt er fort, «nur sind die Spanier grundsätzlich fröhlicher. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass sie ständig draussen sind», hat er erfahren. Eins hätten die Spanier gleich wie die Schweizer: Es braucht Zeit, um mit ihnen gut in Kontakt zu kommen.

Den grössten Unterschied zwischen den Südländern und den Schweizern ortet Fischbacher im Improvisationstalent der Spanier. «Das musste ich schwer lernen. Du kannst nicht mit der guten Organisation der Schweiz rechnen.» Trotzdem: «Spanien hat sich verändert. Die Verwaltung ist heute für die Bürger da und nicht mehr umgekehrt.»

Auf die Frage, wie er Dietikon erlebe, zögert Fischbacher erst: «Ja . . .. es ist sehr grün.» Die Stadt, seine Heimatstadt, sei moderner geworden, verströme aber immer noch einen schönen Kleinstadtcharakter. Er hat zudem das Gefühl, es würden mehr Ausländer als früher hier leben, die aber eine Offenheit zeigen würden.

«Fischli» organisiert Workshops

Die schlechte spanische Wirtschaftslage zeigt sich ihm im Guten wie im Schlechten. Das Gute ist, dass er mit seinem Coachingangebot Führungskräfte, die sich beruflich neu orientieren wollen oder müssen, seine Dienstleistungen anbieten kann. Er hilft ihnen im persönlichen Wachstum, im Aufbau von Projekten und Firmen. Er kann heute davon leben und von der Organisation der Workshops seiner Lebensgefährtin. Die Psychologin arbeitet mit der Methode Psych-K. «Auch für mich ist diese Methode zentrales Werkzeug», gesteht er, «es wandelt negative Überzeugungen, die jeder Mensch besitzt, in Überzeugungen um, die einen bestätigen.»

Dieses Wochenende gibt seine Lebenspartnerin diese Kurse in Chi-Zentrum Dietikon. Deshalb auch ist Daniel Fischbacher, den früher alle nur «Fischli» nannten, nach Dietikon, in die Heimat, zurückgekehrt.

Samstag und Sonntag, 27. und 28. April, 9.30 bis 18 Uhr, je ein Workshop in Psych-K. Chi-Zentrum im RWD-Hochhaus, Badenerstrasse, Dietikon.

www.mivolution.com/de