Geroldswil

Damit haben Bakterien keine Chance

Dank seiner simplen Erfindung und der Sendung «Galileo» feiert Remo Furrer durchschlagenden Erfolg

Exakt 23 Sekunden reichten aus, um aus einer spontanen Idee des Geroldswilers Remo Furrer einen Überraschungserfolg zu machen. Nur wenige Momente lang wurde der «Türklinkenöffner» in der Pro-Sieben-Sendung «Galileo» Ende Oktober vorgestellt: Heute sind alle Objekte ausverkauft.

In zwei Wochen kommen pünktlich zum Endspurt des vorweihnachtlichen Geschenkkaufs neue «Mobidos» (Mobile Door Openers) aus der Produktionsstätte. Der 23-Jährige ist erfreut darüber, dass sein Produkt derart reissenden Absatz findet: «Im ersten halben Jahr konnte ich nicht ein Exemplar verkaufen und heute kommen wir nicht nach mit produzieren», sagt er.

Doch von Anfang an: Die Macher der Sendung Galileo statteten dem Berliner «Erfinderladen» einen Besuch ab. Dort können Menschen wie Furrer, die etwas erfunden haben, aber nicht wissen, wie sie ihr Produkt an den Mann und die Frau bringen sollen, ihre Gegenstände verkaufen.

Neben Schnürsenkeln, die man nicht binden muss, Essstäbchen für Untalentierte und einer Popcorn-Vorrichtung für Kochtöpfe wurde auch Furrers «Mobido» kurz vorgestellt. Nur zwei Tage nach der Ausstrahlung des Beitrags meldeten sich die Einkäufer des Erfinderladens bei Furrer.

Die gelieferte Stückzahl sei ausverkauft, hiess es. Er sandte 50 weitere Exemplare, die nach einer Woche auch weg waren. «Von den 200 produzierten ‹Mobidos› ist heute keiner mehr übrig», so Furrer.

Und so funktioniert der Mobido.

Und so funktioniert der Mobido.

«Ich habe schon alles gesehen»

Vor genau einem Jahr bemerkte Furrer, dass viele Menschen, insbesondere auf öffentlichen Toiletten, die Türgriffe nicht berühren wollen. Mithilfe der Ellenbogen, Ärmeln oder von Taschentüchern würden sie dies umgehen: «Ich habe schon alles gesehen», so Furrer. Er erkundigte sich, ob es hierfür nicht eine Lösung gebe.

Zwar gebe es zwei oder drei «mobile Türöffner» auf dem Markt, doch seien diese eher klobig und hätten noch zusätzliche Funktionen, wie etwa einen angebrachten Bierflaschenöffner. «Ich wollte jedoch etwas Handliches und Einfaches», so Furrer, etwas nur zum Türenöffnen.

Mithilfe seines eigenen 3-D-Druckers kreierte er den «Mobido» aus Kunststoff und liess die Idee auch patentieren. Vom Endprodukt war er derart überzeugt, dass er 200 Stück aus Aluminium anfertigen liess – das war im Mai. Bis zum Galileo-Beitrag habe er kein Stück verkauft.

«Der Direktverkauf an Kunden ist sehr schwierig, weil mir die Mittel für Werbung und Marketing fehlen», so Furrer. Und grosse Geschäfte hätten nur wenig Gehör für junge Erfinder, die ihre Produkte bei ihnen verkaufen wollen. «Im Internet bin ich dann auf den Erfinderladen in Berlin gestossen, der genau auf solche Produkte wie den ‹Mobido› zugeschnitten ist», so Furrer.

Zwar hat der Geroldswiler berufsbedingt ein Faible fürs Technische, er ist gelernter Automobilfachmann. Ein Tüftler im klassischen Sinn sei er jedoch nicht. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz Ende 2014 – im Anschluss an den Militärdienst verbrachte er ein halbes Jahr im Ausland – machte er sich mit der iLike GmbH selbstständig und bietet seither online Elektronikprodukte an.

An den Wochenenden arbeitet er zudem als Croupier im Casino Zürich.

Wer nun jemandem einen «Mobido» unter den Weihnachtsbaum legen möchte, braucht dafür nicht nach Berlin zu reisen. Furrer verkauft die hygienischen Türöffner für 9.90 Franken auch in seinem eigenen Webshop www.ilikeshop.ch.

Den Galileo-Beitrag dazu finden Sie hier.

http://ch.galileo.tv/videos/kurioses-aus-der-erfinderwerkstatt/?utm_source=copy_link&utm_medium=social&utm_term=social_onsite&utm_campaign=galileo.tv&utm_content=share_top

Galileo

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