Die Musik ist für sie nicht nur ein Hobby oder Beruf. Wenn Réka Jaksics, Cellistin bei «Damian & Friends» von sich und der Musikgruppe erzählt, wird schnell klar, dass die Ungarin zu einem grossen Teil für die Musik lebt.

Schon mit sieben Jahren hat Jaksics begonnen, an ihrer Schule in Ungarn Cello zu spielen. «Der warme Klang und der schöne, geschwungene Körper des Instruments haben mich schon als Kind sehr fasziniert», sagt die Leiterin der Dietiker Chöre St. Agatha und D-Dur. Bald entdeckte die Schule ihr Talent und liess Jaksics an eine musische Förderschule wechseln.

Durch Musik kommunizieren

Ihre Freude an der Musik und am Instrument habe nie nachgelassen, so Jaksics. In ihrer Jugend habe es aber auch Phasen gegeben, in denen sie weniger motiviert gewesen sei. «Meine Eltern und Grosseltern haben dafür gesorgt, dass ich genug übe. Dafür bin ich ihnen im Nachhinein dankbar, auch wenn das Üben leider nicht immer gleich viel Spass macht», sagt die Cellistin.

Mit 19 Jahren zog Jakiscs in die Schweiz, wo sie in Bern die Musikhochschule besuchte. Da lernte sie die Gruppe Damian & Friends kennen, die damals bereits ein Jahr ohne sie existierte. Die Musiker fragten Jaksics, ob sie ihnen beitreten möchte. Und sie wollte: «Das war für mich das Beste, was mir zu diesem Zeitpunkt passieren konnte. Ich hatte noch Mühe mit der deutschen Sprache - durch Musik ist auch nonverbal eine Verständigung möglich», so die Musikerin.

Der Tenorsänger Damian Meier war der Älteste der Gruppe und übernahm auch die Leader-Rolle. «Wir waren manchmal ganze Wochen lang bei ihm zu Hause und haben Tag und Nacht Musik gemacht», so Jaksics.

Fünf Jahre lang ging die Gruppe jedes Jahr auf Tournee. Sie spielten eine Mischung aus Klassik, Jazz, Pop und Filmmusik. Mit dieser breiten Palette möchte Damian & Friends zeigen, dass es in der Musik keine Grenzen gibt. Das kam beim Publikum anscheinend gut an - die Konzerte waren immer sehr gut besucht. Wieso aber hörte man in den letzten zehn Jahren plötzlich nichts mehr von der Gruppe? «Damian & Friends war für uns wie eine Jugendliebe. Wir waren jung und wollten uns weiterentwickeln», erklärt Jaksics. Und so trennte sich die Gruppe nach der ersten Verliebtheit.

Nach zehn Jahren wieder vereint

Über Facebook blieben die sechs Musiker in Kontakt, trafen sich aber zehn Jahre lang nie alle zusammen. «Zum ersten Mal sahen wir uns im letzten Sommer wieder und fühlten uns gleich wieder zehn Jahre jünger. Wir haben vor Freude geweint.»

Sie merkten, dass sich das verbindende Gefühl beim Musizieren nicht verändert hat und trafen sich wieder. In der Zwischenzeit haben alle Mitglieder neue Erfahrungen gemacht.

Damian Meier zum Beispiel wurde zu einem bekannten Tenorsänger, der unter anderem für das Schweizer Quartett «I Quattro» singt. Er ist weiterhin der Leader der Gruppe. «Die Herausforderung ist nun, all die individuellen Erfahrungen der Gruppenmitglieder optimal in unsere Musik einzubringen», so Jaksics. Sie ist aber überzeugt, dass man ihnen die Freude am Spielen anmerkt. «Bei einem guten Konzert muss sich das Gemeinschaftsgefühl und die eigene Faszination auf das Publikum übertragen.»

Damian & Friends spielen auf ihrer am Freitag startenden «Revival Tour» wie auch schon vor zehn Jahren einen Mix aus Klassik, Pop, Jazz und Filmmusik. «Ich mag die Vielfältigkeit unserer Musik. Es spiegelt einen Teil meiner Persönlichkeit wieder: Auch ich habe gerne Überraschendes und Unterschiedliches», sagt Jaksics. Trotzdem müsse sie bei all ihren verschiedenen Projekten aufpassen, dass sie sich ihre eigene Insel schaffe. «Und auch hier gibt es eine Ähnlichkeit: Auch in der Gruppe müssen wir für einen soliden Bodenklang sorgen.»

Am 10. November spielt Damian & Friends um 16 Uhr in der katholischen Kirche in Dietikon. Weitere Konzertinformationen sind auf www.ticketcorner.ch zu finden.