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«Da ist es ja schwieriger, nicht zu treffen»: FC Dietikon scheitert an den eigenen Nerven

Diese Situation erhitzte die Gemüter: Tim Neziri wird von Balzers-Verteidiger Stefan Lukic (Nr. 15) klar gefoult.

Diese Situation erhitzte die Gemüter: Tim Neziri wird von Balzers-Verteidiger Stefan Lukic (Nr. 15) klar gefoult.

In der zweiten Runde der 1.-Liga-Meisterschaft spielt der FCD gegen Balzers 0:0 – den Sieg vergibt er dabei fahrlässig.

Nach dem Schlusspfiff war João Paiva so etwas von angefressen. Dietikons Trainer hätte über die einmal mehr kämpferisch einwandfreie Leistung seiner Mannschaft sprechen können oder über die offensichtlichen Defizite seiner Offensivabteilung. Stattdessen zog der Dietiker Chefcoach nach dem torlosen Remis über die Leistung von Ref Hänggi vom Leder. «Wir haben super gespielt, eine starke Leistung meiner Mannschaft. Aber mit diesem Schiedsrichter…» Dann stampfte der heissblütige Portugiese genervt von dannen und gesellte sich zu seinem Assistenztrainer Pedro Russiano. Zeitgleich diskutierte FCD-Sportchef Christian Müller auf dem Rasen mit Ref Hänggi, es gab offenbar Klärungsbedarf. «Nichts Besonderes», so Müller anschliessend.

Zur Dietiker Verstimmung geführt haben dürfte in erster Linie eine strittige Situation in der zweiten Halbzeit. Der erneut rotzfrech aufspielende 19-jährige Aussenverteidiger Tim Neziri war mit einem seiner typischen Sturmläufe in Richtung gegnerisches Tor unterwegs und konnte erst mittels Fouls innerhalb des Strafraums gestoppt werden. «Das hätte eigentlich Penalty geben müssen», so FCD-Müller. Nichts da, zeigte Ref Hänggi an, weiterspielen. Auch die direkte rote Karte eine Viertelstunde vor Schluss gegen FCD-Offensivspieler Serra Cruz war eine zumindest harte Entscheidung des Unparteiischen. Und da war schliesslich noch die Verwarnung an die Adresse des lautstark reklamierenden Paiva in der Schlussphase, ähnlich wie beim Heim-1:2 gegen Winterthur II.

Und dennoch bot sich dem FCD die ganz grosse Chance auf den Lucky Punch in numerischer Unterzahl. Nach 85 Minuten lancierte Lulzim Aliu mit einem sensationellen Querpass den freistehenden Florentino Da Silva. Doch der 21-jährige Portugiese drosch den Ball übers Gehäuse. Es schien, als stünde die Zeit auf dem idyllischen Sportplatz in Balzers für ein paar Sekunden still. Da Silva stand bedröppelt da, die Hände vor dem Gesicht, seine Teamkollegen waren fassungslos. Der Pechvogel wäre am liebsten im Boden versunken. «Da ist es ja schwieriger, nicht zu treffen», meinte einer der Dietiker Schlachtenbummler lakonisch.

Die Chancenauswertung bleibt mangelhaft

Kritik an der Leistung der Unparteiischen ja, aber ins Tor treffen müssen die Limmattaler schon selbst. Das Hauptproblem des FCD liegt auch in der aktuellen Spielzeit in der mangelnden Chancenauswertung. Trotz des Zuzugs von offensiven Leuten – so auch Da Silva – dauert die Baisse an. Der Auftritt des FCD im Ländle war keineswegs schlecht. Mit einer Art Pressing zwangen die Limmattaler die Hausherren immer wieder zu Fehlern und konnten so den einen oder anderen vielversprechenden Gegenstoss lancieren.

Am kommenden Wochenende stehen die Dietiker nicht im Einsatz. Das auf Samstag angesetzte Heimspiel gegen Tuggen wurde verschoben, da sich die Schwyzer für die 1. Hauptrunde des Schweizer Cups qualifiziert haben. Das Datum der Neuansetzung sollte laut FCD-Sportchef Müller in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Mögliche Varianten: Dienstag oder Mittwoch nächster Woche.

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