Schlieren
CVP Schlieren spricht sich gegen eigene Grabfelder für Muslime aus

Friedhöfe können Grabenkämpfe zwischen den Religionsgemeinschaften überwinden helfen. Deshalb spricht sie die CVP gegen separate muslimische Grabfelder aus. Dies obwohl CVP-Präsident Stefano Kunz noch im Februar eine gegenteilige Meinung vertrat.

Merken
Drucken
Teilen
Situationsplan rot, die Fläche für die Muslim-Grabfelder.

Situationsplan rot, die Fläche für die Muslim-Grabfelder.

Google Earth

Die CVP Schlieren stellt sich gegen die Schaffung von separaten muslimischen Grabfeldern, wie sie der Stadtrat plant. Dies schreibt die Partei in einer Medienmitteilung.

Die Mitteilung kommt überraschend, da sich CVP-Präsident Stefano Kunz zuvor äusserst positiv zum Thema geäussert hatte. Der stadträtliche Entscheid sei ein Ausdruck von Respekt gegenüber anderen Religionsgemeinschaften, hatte Kunz in der Limmattaler Zeitung vom 23. Februar gesagt:

«Es ist das Gebot der Stunde, den muslimischen Mitbürgern eine angemessene Bestattung zu ermöglichen.»

«Gebot der Gleichbehandlung»

Mit dieser Aussage vertritt Kunz aber offensichtlich nicht die Parteimeinung. Es sei an der letzten Generalversammlung schnell klar geworden, dass sich die Haltung des Präsidenten nicht mit der Sichtweise «einer grossen Mehrheit» der Partei decke, schreibt die CVP.

«Aus Sicht der Mehrheit wiegen die juristischen Argumente wesentlich schwerer als die ethischen Gedanken, die die Minderheit ins Feld führte.»

Zwar verstehe man das Anliegen der Muslime durchaus. Doch seien die Friedhöfe in der Schweiz seit 1874 säkularisiert und gehörten damit nicht mehr einer Religion, sondern den politischen Gemeinden.

Eine separate Bestattung von Muslimen würde gemäss CVP «eine Gewährung von Sonderrechten» bedeuten, «die dem Gebot der Gleichbehandlung widersprechen würde».

Religionsfreiheit bedingt keine ewige Grabesruhe

Die Partei betont auch, dem Wunsch der ewigen Grabesruhe nicht zu entsprechen, verstosse nicht gegen die Religionsfreiheit – dies, obwohl der Stadtrat für die muslimische Bestattung keine ewige Grabesruhe plant.

Die Gräber blieben, wie bei den Christen, 25 Jahre lang bestehen. Die Säkularisierung der Friedhöfe habe mit dazu beigetragen, im Bereich Glauben Trennendes zu überwinden, schreibt die CVP.

Dies soll nicht plötzlich wieder aufgehoben werden: «Die Anliegen der Muslime können auch im bestehenden Rahmen berücksichtigt werden.»