Coronavirus
Zürcher Contact Tracing: Keine Verkleinerung, dafür andere Aufgaben

Während andere Kantone die Zahl ihrer Mitarbeitenden im Contact Tracing reduzieren, werden sie in Zürich für andere Arbeiten eingesetzt. So übernehmen sie Aufgaben in Call Centern oder Flughafenkontrollen. Mit dieser flexiblen Organisation sieht sich die Gesundheitsdirektion für die kommenden Monate gerüstet.

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Ein Mann arbeitet im Contact Tracing in Pfäffikon. Sinken die Fallzahlen, werden die Mitarbeitenden an den Zürcher Standorten für andere Aufträge eingesetzt.

Ein Mann arbeitet im Contact Tracing in Pfäffikon. Sinken die Fallzahlen, werden die Mitarbeitenden an den Zürcher Standorten für andere Aufträge eingesetzt.

Alexandra Wey / KEYSTONE

Weniger Corona-Fälle, weniger Angestellte: Mitte Juli, als die Fallzahlen bereits wieder nach oben gingen, teilte der Kanton Aargau mit, dass er die Zahl der Mitarbeitenden im Contact Tracing deutlich reduziert. Von den bisher 140 Mitarbeitenden soll künftig noch ein Kernteam von rund 40 bis 80 Tracern übrig bleiben.

Selbst wenn die Zahl der Fälle wieder steige, brauche es nicht mehr so viele Mitarbeitende, so der Kanton. Ein Teil von ihnen soll aber in anderen Bereichen der Verwaltung angestellt werden, um sie bei Bedarf – also bei stark steigenden Zahlen – abrufen zu können.

Sicherheitskontrollen der Passagiere

Auch im Kanton Zürich waren die Contact Tracer in den vergangenen Monaten angesichts tiefer Fallzahlen nicht ausgelastet. Im Gegensatz zum Kanton Aargau, der die Mitarbeitenden direkt anstellte, sind die Zürcher Tracer aber keine Kantonsangestellten. Sie gehören entweder zum Personal der Sicherheitskontrollen der Flughafenpolizei oder sie sind, im Fall des Tracing-Centers in Pfäffikon, vom privaten Anbieter JDMT angestellt.

An beiden Standorten nehmen die Tracerinnen und Tracer bei tiefen Corona-Zahlen auch andere Aufgaben wahr, hiess es bei der Gesundheitsdirektion auf Anfrage der SDA. Am Flughafen ist die «andere» Aufgabe die Sicherheitskontrolle der Passagiere.

Regierungsrätin Natalie Rickli (SVP), Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich.

Regierungsrätin Natalie Rickli (SVP), Gesundheitsdirektorin des Kantons Zürich.

Ennio Leanza / KEYSTONE

«Wir profitieren davon, dass unser Personalbedarf gegenseitig antizyklisch ist», heisst es bei der Gesundheitsdirektion weiter. Das heisst, der Flughafen benötigt mehr Kontrollpersonal am Wochenende und weniger unter der Woche. Bei den Tracern verhält es sich genau umgekehrt. Sie haben unter der Woche mehr zu tun.

In Pfäffikon übernahm JDMT in Zeiten von tiefen Fallzahlen auch Aufträge für Unternehmen. Die Contact Tracer sind also auch «normale» Call Center Mitarbeitende und werden – wie ihre Kolleginnen und Kollegen am Flughafen – auch dann nicht entlassen, wenn es nur wenige Corona-Fälle nachzuverfolgen gibt.

Ein Contact Tracing-Team arbeitet im Contact Tracing des Kantons Zürich in Pfäffikon.

Ein Contact Tracing-Team arbeitet im Contact Tracing des Kantons Zürich in Pfäffikon.

Alexandra Wey / KEYSTONE

Im Gegenzug müssen sie bei stark steigenden Fallzahlen auch nicht wieder Hals über Kopf rekrutiert und ausgebildet werden wie im vergangenen Herbst, als die Fallzahlen steil nach oben gingen. Beim Standort Pfäffikon ist dieses Konzept auch finanziell von Vorteil: JDMT verrechnet dem Kanton nur jene Stunden, die auch tatsächlich für das Contact Tracing verwendet werden.

Menschliche Komponente beibehalten

Momentan sind im Kanton Zürich insgesamt 25 bis 50 Personen pro Tag als Contact Tracer im Einsatz. Am Flughafen sind es 15 bis 25, bei JDMT in Pfäffikon zwischen 10 und 25. Je nach Fallzahlen werden die Mitarbeitenden von ihren anderen Aufgaben abgezogen.

Die Gesundheitsdirektion ist überzeugt, mit der flexiblen Organisation für die kommenden Monate gerüstet zu sein. Es sei möglich, auch bei hohen täglichen Fallzahlen effektiv Contact Tracing zu betreiben. Gleichzeitig setzt der Kanton weiter auf Digitalisierung und Automation. Wichtig sei dabei aber, einen Anteil persönlicher Gespräche beizubehalten. Gerade die menschliche Komponente sei für die betroffenen Personen in dieser schwierigen Situation wichtig.

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