Dietikon
Coole und rassige Rhythmen verscheuchten das Gewitter

Die Stadtmusik Dietikon gab in der Markthalle auf dem Kirchplatz ein glanzvolles Sommerabend-Konzert. Von rassiger Blasmusik, über Popklänge von Abba bis hin zu Ragtime-Rhythmen war für fast jeden Geschmack etwas dabei. Es gab viel Applaus.

Christian Murer
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Sommerabend-Konzert der Stadtmusik Dietikon
6 Bilder
Reto Siegrist am Bass
Das Trompetenregister
Daniel Joss und Eloi Pereira
Tubist Urs Hauser
Eines der letzten Konzerte des SMD-Dirgenten Franz Honegger

Sommerabend-Konzert der Stadtmusik Dietikon

Christian Murer

Kohlrabenschwarz hingen die Regenwolken vorgestern Mittwochabend über dem Limmattal, als die Musikantinnen und Musikanten der Stadtmusik Dietikon (SMD) sich auf der Bühne fürs Sommerabend-Konzert einrichteten. Hier war der Platz für die aufspielenden Frauen und Männer auf dem Podium allerdings recht knapp. Dichtgedrängt standen die Notenpulte und Stühle im Raum. Im hinteren Teil des Zeltes schmorten die Grillsachen. Und die Getränke fühlten sich im Kühlschrank bei diesem schwül-warmen Wetter so richtiggehend wohl.

Unvergessliche Welthits

Mit dem «Belgano Marsch» des Blasmusikdirigenten und Komponisten Max Leemann begann der bunte Reigen von rassiger Blasmusik. Es folgte «Abba Gold» - die grössten Hits der schwedischen Popgruppe Abba. Anschliessend lockte der Dschungel. Oder man freute sich an der Alexander's Ragtime Band. Das Stück war übrigens eine der ersten Veröffentlichungen des jungen Songwriters Irving Berlin und zugleich sein erster grosser Hit im Jahre 1911.

Als plötzlich ein heftiger Gewitterregen aufs Zeltdach prasselte, freute sich männiglich an der wasserdichten Bedachung. Noch vor der Pause gastierte die «Musig Lenggenwil» im trockenen Zelt. Nach der Pause kam mit einem heiteren Trara die Blasmusik zum Zuge, Rosamunde liess rhythmisch grüssen und auch Udo Jürgens unvergessliche Welthits gefielen dem Publikum.

Spontan-Session der Dietiker Feuerwehr

Gegen 22 Uhr tauchten die Männer und ein paar wenige Frauen der Feuerwehr Dietikon auf und gönnten sich nach der Übung - anstatt in irgendeinem Restaurant - im Festzelt noch ein Feierabend-Bierchen. Sie meinten, sie hätten jetzt schon erwartet, dass die SMD nochmals aufspiele, wenn sie schon extra kämen. Kurzerhand packten fast alle der noch anwesenden Stadtmusikantinnen und -musikanten ihre Instrumente aus. Kurz darauf marschierte der Rest in Einerkolonne den Sechseläutenmarsch spielend durchs Festzelt. Zwei Musiker wollten ihre Instrumente nicht mehr auspacken. So deckte sich der eine am Buffet mit einem Aludeckel und der Grillzange ein, der andere mit einem Fass, welches eigentlich als Abfalleimer gedacht war.

Die Feuerwehrleute schlossen sich der SMD-Truppe an und folgten den Musikern mit einer Polonaise. Natürlich verlangten die Feuerlöscher nach einer Zugabe. So spielten die SMDler noch ein paar Stücke aus dem Marschbuch, was die Feuerwehrmänner dann sogar noch dazu veranlasste, auf die Bänke zu steigen. Zum Abschluss ertönte nochmals der Sechseläutenmarsch - die Dietiker Feuerwehr erneut im Schlepptau. Alles in allem war dies eine gelungende Spontan-Session, bei der alle ihre helle Freude und den vollen Spass daran hatten.

Ungezwungene und ausgelassene Atmosphäre

Posaunist Fabian Zwimpfer sagte nach dem Konzert: «Das Sommerabend-Konzert war auch dieses Jahr - trotz des Regens - ein grosser Erfolg. Eine kurze Begegnung zwischen Stadtmusik und Bevölkerung in ungezwungener und ausgelassener Atmosphäre bei Wurst und Bier sorgt stets für gute Stimmung und bereitet allen Beteiligten viel Spass.» Und SMD-Präsidentin Mirjam Leitner meinte: «Es hat sehr viel Spass gemacht, im bis auf den letzten Platz gefüllten Zelt zu musizieren. Wir konnten dem Publikum ein musikalisch abwechslungsreiches Sommerabend-Konzert präsentieren und es damit das trübe Wetter weitgehend vergessen lassen.»