Dietikon

Container-Umschlag kommt, Dietikon behält Land

Volkswirtschaftsdirektor Stocker von Gateway überzeugt, die SBB kommt Dietikon entgegen.

Volkswirtschaftsdirektor Stocker von Gateway überzeugt, die SBB kommt Dietikon entgegen.

Der Container-Umschlag Gateway kommt zu 90 Prozent auf SBB-Gelände zu liegen. Damit kommen die SBB dem Wunsch der Stadt Dietikon entgegen, die sich stets gewehrt hatte, dass sie wertvolles Siedlungsland abgeben muss.

Nördlich der Ortsgüteranlage Dietikon und östlich des Rangierbahnhofs, das sind die neuen Koordinaten des im Limmattal umstrittenen Gateways. Damit ist das für den Container-Umschlag benötigte Areal fixiert. Dies teilten die SBB in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion mit, und zwar im Nachgang an ein Treffen der Behördendelegation Gateway Limmattal, unter der Leitung von Regierungsrat Ernst Stocker.

Der Gateway kommt nach Angaben der SBB neu zu 90 Prozent auf SBB-Gelände zu liegen. Damit kommen die Projektverantwortlichen dem Wunsch der Stadt Dietikon entgegen, die sich stets gewehrt hatte, dass sie wertvolles Siedlungsland vom Gebiet Niderfeld ans Projekt abgeben muss.

Trotz der Handreichung, Dietikons Stadtpräsident Otto Müller lehnt den Gateway nach wie vor ab, wie er auf Anfrage erklärt. Dies aus vier Gründen: Er beeinträchtige die Stadtentwicklung im besagten Gebiet Niderfeld, er verbrauche wertvolles Siedlungsland und er erzeuge im ohnehin stark belasteten Limmattal zusätzlich Lärm und Verkehr.

Die SBB nehmen die Befürchtungen ernst, auch wenn sie nicht vom Projekt abrücken wollen: Für die Lärm- und Erschliessungsfragen sollen «siedlungsverträgliche Lösungen» gefunden werden. Es sei deshalb vereinbart worden, dass die nächsten Planungsschritte zusammen mit den Kantonen Zürich und Aargau sowie den Standortgemeinden Dietikon und Spreitenbach vollzogen würden.

Die Bevölkerung wird nach Abschluss des Vorprojektes informiert. Der Start des Plangenehmigungsverfahrens mit öffentlicher Auflage ist für 2012 geplant, heisst es im Communiqué weiter.

Noch immer ist für die SBB das grösste Problem die Finanzierung. Sie rechnen nach wie vor mit Projektkosten von zwischen 100 und 200 Millionen Franken, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Nachfrage sagt. Der Gateway soll über den Fonds zur Förderung des öffentlichen Güterverkehrs und über kommende Leistungsvereinbarungen zwischen dem Bund und den SBB finanziert werden. Die Projektverantwortlichen rechnen damit, dass National- und Ständerat noch in diesem Jahr wichtige Entscheide für den Projektierungskredit treffen werden. Dies im Rahmen der Beratungen über die Leistungsvereinbarung 2011/2012.

Für Renato Fasciati, Leiter Unternehmensentwicklung SBB Cargo, stellt der Gateway eine absolute Notwendigkeit dar. Bereits seien die Umschlagvolumina für Container in den wichtigsten Seehäfen wieder auf dem Niveau von vor der Wirtschaftskrise. Zum Teil seien diese Umschlagmengen sogar übertroffen. Für die Schweiz rechnet Fasciati mit Bezug auf neuste Studien mit einer Verdreifachung der im kombinierten Verkehr transportierten Güter in den nächsten 20 Jahren.

Für den Zürcher Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker ist angesichts der Entwicklungen «die Notwendigkeit des neuen Umladebahnhofs für den Kanton Zürich klar ausgewiesen». Nicht nur habe der bestehende Terminal in Niederglatt seine Kapazitätsgrenze erreicht, auch musste der Containerumschlag beim Güterbahnhof der Stadt Zürich aufgehoben werden, weil der Platz für den Bau der Durchmesserlinie gebraucht wird.

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