Urdorf
Collegium Musicum: Mit Sennenchäppi und Kuhglocke

Erfrischend humorvoll und virtuos spielten Alain Schudel und Daniel Schaerer die im Jahr 2009 entstandene Auftragskomposition «Suite Alpine». Das Werk des 47-jährigen Aargauers Fabian Müller möchte eine Brücke schlagen zur Schweizer Volksmusik.

Christian Murer
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Erfrischend humorvoll - die Auftragskomposition «Suite Alpine»
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Das Collegium Musicum Urdorf anlässlich des Frühjahrskonzerts
Duo Calva - Auftritt mit dem Collegium Musicum

Erfrischend humorvoll - die Auftragskomposition «Suite Alpine»

Limmattaler Zeitung

Da sassen Alain Schudel und Daniel Schaerer vom Duo Calva am frühen Sonntagabend mit ihren Celli vor dem Collegium Musicum Urdorf mit ihrem Dirigenten Pascal Druey. Links und rechts von ihnen standen zwei gekrümmte «Christbäume» – behangen mit Sennenchäppi, Weinflaschen, Kuhglocken und Holzlöffeln. Erfrischend humorvoll und virtuos spielten Schudel und Schaerer die im Jahr 2009 entstandene Auftragskomposition «Suite Alpine».

Das Werk des 47-jährigen Aargauers Fabian Müller möchte eine Brücke schlagen zur Schweizer Volksmusik. Dazu sagte der am Konzert anwesende Komponist: «Es ist mir ein Anliegen, klassische Musik spritzig, ungewohnt und frech zu präsentieren – ohne ihre Würde zu verletzen. Die Musik soll stets im Mittelpunkt bleiben und mehr Menschen in die Konzertsäle führen.»

Etwas klangvoll Neues

Löffelschlagen, Kuhglocken und Weinflaschenklänge gaben dem Werk eine erheiternde Note. Optischer Höhepunkt war zweifelsohne der Tanz der Solisten – das Sennenchäppi tragend und ihr Cello umschlingend. Das Werk präsentierte sich als ein Highlight, das gehört und ebenso gesehen werden muss.

Bereits die Suite C-Dur «Hamburger Ebb und Flut» von Georg Philipp Telemann zeigte, dass Musik Geschichten erzählen und Bilder malen kann. Und auch Vivaldis Konzert in g-Moll für zwei Violoncelli, Streicher und Cembalo, das wunderschöne Stück «Simelibärg» sowie der Emmentaler Hochzeitstanz aus Felix Mendelssohns Streichersinfonie Nr.11 machten deutlich, dass Musik auch über Musik erzählen kann.

Mit Heiterkeit und Glück erfüllt

So meinte Alena Müller, Mitglied der Urdorfer Kulturkommission: «Die Kombination mit dem Duo Calva und der Schweizer Musik hat gezeigt, auf welch hohem Niveau das CMU auch heute wieder musiziert hat.»

Der Amateur-Cellist Markus Conte aus Geroldswil ergänzte: «Das Orchester spielte nach meinem Gehör wirklich perfekt. Die beiden Cellisten vom Duo Calva strahlten eine unglaubliche Harmonie aus.» Schliesslich betonte Dirigent Pascal Druey: «Dieses Frühlingskonzert hat erneut bewiesen, wie beglückend die Zusammenarbeit von motivierten, engagierten Amateuren mit renommierten, professionellen Musikern sein kann.»

Den beiden Cellisten des Duo Calva gelte sein ganz besonderer Dank – von Vivaldi über die «Suite Alpine» bis zur humoristischen Zugabe. Die beiden hätten nämlich sämtliche musikalischen, aber auch schauspielerischen Facetten gezeigt und sowohl das Publikum wie das Orchester begeistert. Im Weiteren bemerkte der 37-jährige Dirigent: «Dass die Urdorfer Zuhörerschaft eine ganz besondere ist, wusste ich immer. Doch heute lernte ich aber eine ganz neue Qualität kennen: Das Lied ‹Simelibärg› – so innig von unserem Publikum gesungen – hat mich ganz speziell berührt.» Fazit: Die Mischung guter und mit grossem Können gespielter Musik erfüllte das Publikum mit Heiterkeit und Glück, und die vom 200-Kehlen-Chor gesungene «Zugabe» machte manchem Chor Konkurrenz.