Urdorf
Collegium Musicum: Heimisches Schaffen auf dem Höhepunkt

Das Frühlingskonzert des Collegium Musicum bewies, wie nah das Gute im musikalischen Sinne liegt: Die gebürtige Japanerin Naoko Matsumoto spielt an der Späth-Orgel und hat in Urdorf ein Heimspiel.

Christian Murer
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Frühlingskonzert des Collegium Musicum mit einheimischen Interpreten
12 Bilder
Kontrabassisten Corinne Geissberger und Karl Schroff
Die beiden Bratschensolisten Ryszard Groblewski und Ewa Grzywna-Groblewska (2)
Geiger Silvan Meier
Bratschist Ryszard Groblewski
Stimmungsvolles Ambiente während dem CMU Frühlingskonzert 2012
Geigerin Elisabeth Guidon
Geigerinnen Yoo Na Ho und Béatrice Müller
Die beiden Bratschensolisten Ryszard Groblewski und Ewa Grzywna-Groblewska
Bratschistin Ewa Grzywna-Groblewska

Frühlingskonzert des Collegium Musicum mit einheimischen Interpreten

Christian Murer

Auf der Empore der katholischen Kirche Bruder Klaus begann das Frühlingskonzert des Collegium Musicum Urdorf (CMU) mit dem Konzert für Orgel und Streicher in F-Dur des böhmischen Haydn-Zeitgenossen Johann Baptist Vanhal. An der Späth-Orgel sass die gebürtige Japanerin Naoko Matsumoto, die seit sieben Jahren an der katholischen Kirche als Organistin tätig ist. Für die Dozentin an der Zürcher Hochschule der Künste war es gleichermassen ein Heimspiel.

Dazu sagte die Urdorferin Esther Loosli nach der Aufführung: «Das Orgelkonzert hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Organistin der Urdorfer Katholiken konnte für einmal ihr äusserst präzis und sauber gespieltes Können einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.»

Brillante Urdorfer Solisten

Im Mittelpunkt des diesjährigen CMU-Frühlingskonzertes stand jedoch das wunderschöne, aber doch selten zu hörende Konzert für zwei Bratschen und Orchester des mährischen Mozart-Schülers Anton Wranitzki. Das polnischstämmige Ehepaar Ryszard Groblewski und Ewa Grzywna-Groblewska, die seit gut drei Jahren in Urdorf wohnen, interpretierten den anspruchsvollen Solopart bravourös und ausdrucksstark.

Für den Urdorfer Christian Mathys war dies «mit den beiden jungen Musikern ein wunderbares Konzert». Auch Fritz Gerber war nach dem Konzert vollends beeindruckt: «Der Titel ‹Urdorfer Solisten› hat mich natürlich sofort angesprochen und etwas ‹gwundrig› gemacht.» Er sei tatsächlich überrascht gewesen, dass das CMU gleich mit drei international bekannten Urdorfer Solisten aufwarten konnte. «Zudem bin ich stets wieder beeindruckt, mit welch attraktiven Flyern und Plakaten das CMU jeweils für seine Konzerte wirbt», meinte der langjährige Urdorfer Einwohner und frühere Präsident des ökumenischen Kirchenchors.

Zu den Bewunderern des CMU gehörte ebenso Hildegard Köhler aus Urdorf: «Ich bin so glücklich, dass es dieses Orchester gibt. Und ich finde, es wird von Konzert zu Konzert besser. So hat mir das heutige Programm besonders gut gefallen. Dies war wirklich ein frühlingshafter Musikgenuss.»

Harmonische Musik aus Böhmen

Zum Konzert sagte Dirigent Pascal Druey: «Es war mir eine ganz besondere Freude, den Zuhörerinnen und Zuhörern unseres diesjährigen Frühlingskonzerts so herausragende – in Urdorf wohnhafte – Künstlerinnen und Künstler vorzustellen.» So hätten die Urdorfer Solisten dem Programm den Titel gegeben – frei nach Goethe: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Die abschliessende Serenade für Streicherorchester in E-Dur von Antonín Dvorak hat bewiesen, dass sich das CMU auch an die ganz grossen Werke der Musikliteratur heranwagen darf. Das semiprofessionelle Orchester stellte sich damit gleich selber in den Mittelpunkt und ermöglichte einmal mehr ein intensives Musikerlebnis. Mit dem abwechslungsreichen Programm und den harmonischen Melodien aus Böhmen und Mähren gelang es dem CMU vorbildlich, die Bande zwischen sich und der Zuhörerschaft weiter zu festigen.