Urdorf
Collegium Helveticum Urdorf fäng mit Klängen die Farbe der Zeit ein

Die Farbe der Zeit musikalisch erfassen: Eigentlich eine unlösbare Mission, doch das Collegium Musicum Urdorf versucht es trotzdem. In der reformierten Kirche präsentierte das Collegium am Sonntagabend ein virtuoses Zusammenspiel.

Christian Murer
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Solistin Jennifer Aynilian mit dem CMU
12 Bilder
Die Geiger Jeaninne Brechbühler, Silvan Meier und Susanne Dubach
Die Geiger Karin Treyer, Elisabeth Giudon und Julian Fuchs
Die Hornsolistin Jennifer Aynilian
Die Hornsolistin Jennifer Aynilian mit Dirigent Pascal Druey
Das Cellistenregister des Collegium Musicum Urdorf
Der Geiger Julian Fuchs
Das Collegium Musicmum Urdorf mit seinem Dirgenten Pascal Druey
Couleurs du Cor mit Jennifer Aynilian
Cellistin Mo Gehrig
Cellist Ursin Wüst
Frühlingskonzert CMU

Solistin Jennifer Aynilian mit dem CMU

Christian Murer

Welche Farbe hat die Zeit? Dies war die zentrale Frage des diesjährigen Frühlingskonzertes des Collegium Musicum Urdorf (CMU) am Sonntagabend in der reformierten Kirche Urdorf.

Die Frage nach der Farbe der Zeit inspirierte zum Beispiel den Schweizer Komponisten Frank Martin zum wunderschönen Eröffnungsstück «Couleur du temps».

Diese Pavane erschloss die musikalische Palette von Pastelltönen bis hin zu den satten Farben, die im ausdrucksstarken «Adagio for Strings» des Amerikaners Samuel Barber erklangen.

Diese Komposition war unter anderem schon bei Beerdigungen von berühmten Persönlichkeiten wie John F. Kennedy, Grace Kelly und Albert Einstein zu hören.

Wer sich in Barbers sinnlichen Klängen wog, dem entstanden vor dem geistigen Auge unzählige Bilder – etwa von der erwachenden Natur.

Virtuoses Zusammenspiel

Das drei Sätze umfassende «Concertino für Horn und Streichorchester» des schwedischen Komponisten Lars Erik Larsson stand im Mittelpunkt des Konzertes. Mit anspruchsvollen Klängen spielten sich die Hornistin Jennifer Aynilian und das Orchester zur Hochform auf.

Im gefühlvollen Spiel zeigte die Solistin nicht nur ihr Können, sondern auch die breite musikalische Farbpalette ihres Instrumentes.
Die «Simple Symphony» von Benjamin Britten bildete den feurigen Schlusspunkt des vielfältigen Programms.

Hier brillierten die CMU-Streicher beim zweiten Satz «Playful Pizzicato» mit ihrem virtuosen Zusammenspiel. Auf dem Programm standen ausdrucksstarke Werke, die in ihrer musikalischen Sprache alle an die Tradition des 19. Jahrhunderts anknüpften, sich aber dennoch sehr stark voneinander unterschieden.

Verlobte des Dirigenten als Solistin

Nach dem Konzert sagte Claudia Bernold aus Männedorf: «Es war ein wunderschönes Programm und zudem sehr anspruchsvoll zum Spielen.» Monika Schlatter aus Schlieren meinte: «Das Konzert war für mich entspannend, frühlingshaft und abwechslungsreich.»

Schliesslich drückte Dirigent Pascal Druey seine Freude aus: «Wir haben dieses Jahr für Publikum und Orchester ein besonders anspruchsvolles Programm gewählt, und ich bin über das gute Gelingen und die herzliche Reaktion der Zuhörenden sehr beglückt.»

Hinzu fügt er, dass es für ihn zudem auch «ein besonderes Vergnügen» gewesen sei, seine Verlobte, die Solistin Jennifer Aynilian, mit dem CMU zu begleiten.