Aescher Gemeindeschreiberin

Claudia Trutmann sagt mit einer Überraschung Adieu: «Ich muss aufpassen, dass ich es nicht übertreibe»

Claudia Trutmann dreht nur mehr Ehrenrunden im Aescher Gemeindehaus.

Claudia Trutmann dreht nur mehr Ehrenrunden im Aescher Gemeindehaus.

Fast 10 Jahre lang betreute sie Aesch als Gemeindeschreiberin. Nun lässt sich die 59-Jährige frühpensionieren. Zum Abschied hält Claudia Trutmann aber noch eine besondere Überraschung bereit.

Die letzten Tage zelebriert sie mit Genuss. Bis zum 22. Dezember hat die Gemeindeschreiberin Claudia Trutmann noch Zeit, ihre Unterlagen zu sortieren und abzulegen und letzte Arbeiten zu erledigen. Dazu gehört auch, die Neue, die am 1. Dezember in der Aescher Verwaltung anfängt, einzuarbeiten: ihre Nachfolgerin im Amt Suzana Sturzenegger.

Der Genuss der letzten Tage ist um so grösser, als sie ihren Posten bewusst räumt. Die 59-Jährige liess sich frühpensionieren. Am Ende wird sie als operative Leiterin der Gemeindeverwaltung die Geschicke der Aescher Gemeinde neun Jahre lang begleitet und betreut haben.

2008 war sie von der Winterthurer Ombuds- und Datenaufsichtsstelle, wo sie zwölf Jahre als Sachbearbeiterin gearbeitet hatte, nach Aesch gewechselt. Sie übernahm das Amt von Daniel Nehmer, der nach vier Jahren in Aesch nach Hinwil wechselte. Für den Posten zügelte Trutmann mit ihrem zweiten Mann von Winterthur, wo ihre ganze Familie lebt, nach Affoltern am Albis.

Aescher halfen beim «Hosenlupf»

«Die Stelle war schon ein Hosenlupf für mich. Es hat eine Zeit gebraucht, bis ich dossierfest war», erinnert sich Trutmann. Aber die Aescher hätten es ihr leicht gemacht. «Sie waren mir gegenüber immer sehr freundlich und gaben mir zu verstehen, dass sie mich schätzten.» Die Leute seien weltoffen und grosszügig, auch Ausländer würden freundlich empfangen. «Ich habe mich wohlgefühlt hier.»

Ein Resümee ihrer Amtszeit zu ziehen, liegt ihr nicht. «Ich schaue grundsätzlich immer vorwärts und trauere den Dingen nicht lange nach.» Aber natürlich falle ihr auch Verschiedenes ein, was nicht so gut gelaufen war. Es seien keine fachlichen Schnitzer gewesen, sondern es habe mehr das Zwischenmenschliche betroffen. Sie könne manchmal sehr direkt sein. «Aber diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich es nicht böse meine.»

Bauplanung war Neuland

Auch viel Bereicherndes habe sie in ihrer Aescher Zeit erfahren. Vor allem die Bauplanung hat es ihr angetan. «In diesem Bereich habe ich viel gelernt. Das war Neuland für mich.» Besonders viel Aufmerksamkeit durfte sie dem Quartier Heligenmatt-Feltsch widmen. Sie habe in der interessanten Endphase, der sich über 30 Jahre hinziehenden Planung, mitwirken können. Die Bauzonen hätten in der Gemeinde eine sehr gute Struktur. Etwas Besonderes sei die zusammenhängende Kernzone, die ihr sehr am Herzen liege. «Ich hoffe, dass die Aescher ihr auch weiterhin Sorge tragen.»

Auch sonst zeigt sich Claudia Trutmann als Fan von Aesch. «Ich denke, es wird seine Kraft bewahren und immer als eigenständiges Dorf auftreten.» Aesch könne stolz auf seine sehr gute Primarschule sein. Auch das Vereinsleben mit vielen jungen Mitgliedern sei intakt. Trotz aller Pluspunkte kehrt sie der Gemeinde bald den Rücken. Sie will sich mehr den Kindern und Enkelkindern widmen und viel reisen, nach Schottland, Australien und Costa Rica und dort Velo fahren.

Ein letzter Effort

Einen letzten Effort in Aesch wird sie allerdings noch leisten. Zum Abschied gestaltet sie erstmals das Adventsfenster der Gemeinde. Seit Tagen arbeitet sie an den Entwürfen für die Darstellungen, die mittels Fensterfarben auf das Gemeindehausfenster aufgebracht werden. Die Bleistiftzeichnungen belegen ihr künstlerisches Talent. Claudia Trutmann malt gerne mit Aquarellfarben, mit Kohle und Tusche.

Die Adventsfenstergestaltung soll eine Überraschung werden, daher nur so viel: Schafe und Hirten werden eine Rolle spielen, und sie werden gewisse Ähnlichkeiten aufweisen. Die Arbeit an den Karikaturen macht Trutmann grossen Spass. «Ich muss aufpassen, dass ich es nicht übertreibe, nicht dass sich jemand betupft fühlt», meint sie lachend. Das Fenster wird am 12. Dezember ab 18 Uhr präsentiert. Dann können sich die Aescher über Trutmanns Bilder amüsieren und sich von ihr verabschieden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1