Birmensdorf
Christoph Pfister hat nebst dem Amt als Chorpräsident viele Steckenpferde

Christoph Pfister ist Präsident des Zürcher Konzertchors – doch das ist nur eine Tätigkeit von vielen. Er hat eine Firma für Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel und ist auch noch Präsident der SVP Birmensdorf

Tabea Wullschleger
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Christoph Pfister: «Jeder sollte etwas Kulturelles machen.»

Christoph Pfister: «Jeder sollte etwas Kulturelles machen.»

Limmattaler Zeitung

Eigentlich wäre Christoph Pfister prädestiniert für ein Burnout. Denn der Birmensdorfer tanzt auf vielen Bühnen gleichzeitig: Er hat eine Firma für Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel, arbeitet zusätzlich von zu Hause aus für internationale Firmen und mit der SVP Birmensdorf und dem Konzertchor Zürich hat er gleich an zwei Orten das Präsidentenamt inne.

Im Konzertchor ist Pfister jedoch nicht nur Präsident, sondern auch leidenschaftlicher Sänger. Jede Woche singen, jede Woche neue Stücke einstudieren - Pfister nennt es befreiend. «Jeder sollte etwas Kulturelles neben dem Job machen», findet er.

Seit 1989 hört man ihn als Bass im Zürcher Konzertchor. Damals hatte noch Edmond de Stoutz die Leitung; er war es auch, der den Laienchor 1963, also vor genau 50 Jahren, gegründet hatte. Schweizweit und international einen Namen gemacht hatte sich de Stoutz allerdings schon vorher mit dem Zürcher Kammerorchester, das er ebenfalls gegründet und geleitet hatte.

Pfister spricht mit grosser Bewunderung von de Stoutz: «Er hat seine ganze Energie in Chor und Orchester gesteckt. Bis zu seinem Tod 1997 hat er rund 4000 Konzerte geleitet, eine unglaubliche Zahl.» Erst nach de Stoutz' Tod und einer Übergangsphase unter dem neuen Leiter des Kammerorchesters, Howard Griffith, wurde der Konzertchor Zürich selbstständig.

Seit 12 Jahren ist André Fischer für die musikalische Leitung zuständig. Mit ihm ist der Konzertchor bereits zweimal im KKL in Luzern aufgetreten. «Das war für mich ein grosses Erlebnis», sagt Pfister. «Nur schon rein akustisch gesehen liegen Welten zwischen der Zürcher Tonhalle und dem KKL.» Zusammen mit der Fraumünster-Kirche ist die Tonhalle der Hauptauftrittsort des Konzertchors.

Daneben zeigen die rund 100 Sängerinnen und Sänger auch immer mal wieder an anderen Orten ihr Können: «Am letzten Zürifäscht haben wir zusammen mit dem Kammerorchester in Zürichs Strassen Flashmobs durchgeführt», so Pfister. «Inmitten der Passanten begann jemand zu spielen. Nach und nach setzten dann alle anderen ein - das kam super an bei den Leuten.»

Musik ist in der Familie wichtig

Bei allen Auftritten dabei sind neben Pfister selbst auch seine Mutter und eine der Schwestern. Sie sangen bereits im Chor, bevor er dazustiess. Seine Familie sei eine sehr musikalische, sagt Pfister denn auch. Der Vater, ein Architekt, spielte nach der Arbeit immer etwas auf dem Flügel, manchmal auch vierhändig mit der Mutter. Beide sangen zudem in Chören. «Von uns fünf Kindern lernte jedes ein Instrument zu spielen», erzählt Pfister. Bei ihm war es das Cello; heute steht das Instrument jedoch ungebraucht bei ihm zu Hause. «Dafür reicht die Zeit momentan einfach nicht auch noch.»

Vielseitige Karriere

Die Musik hatte immer ihren Platz in Pfisters Leben, jedoch nie beruflich. Nach der Schule machte er eine Lehre als Landwirt. Die Zeit bei einer Bauernfamilie sei eine prägende gewesen. «Mit meinem damaligen Lehrmeister habe ich bis heute regelmässigen Kontakt», so Pfister. Und auch seine SVP-Mitgliedschaft habe ihren Ursprung in dieser Zeit. Die Matura machte Pfister dann auf dem zweiten Bildungsweg; als Ingenieur-Agronom betreute er für Philip Morris zehn Jahre lang Tabak-Anbauprojekte in aller Welt und bereiste als Tabak-Einkäufer zahlreiche Länder.

Mit diesen Erfahrungen habe er später auch den Export der Firma Villiger Zigarren aufgebaut. Dazwischen gründete er aber mit seiner Frau Karin die auf Naturheilmittel spezialisierte Firma Chrisana GmbH und arbeitete in verschiedenen Unternehmen als Exportleiter und Geschäftsführer.

Diese Vielseitigkeit ist Pfister bis heute geblieben. «Ich mache alle meine Tätigkeiten gerne», sagt er. Und das heisst, dass Pfister auch in Zukunft auf allen Bühnen weitertanzen wird.