Weiningen
Christbäume wärmen die Schwestern im Kloster Fahr

Die eingesammelten Tannen werden gehäckselt und im Kloster Fahr in der Schnitzelheizung verfeuert.

Julia Wartmann
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Während Kaspar Frei den Wagen fährt, befördern Heiri und Kaspar Meier die Bäume auf die Ladefläche
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Um neun Uhr morgens ist die zweite Wagenladung bereits fast voll
Heiri Meier, Kaspar Frei und Kaspar Meier verladen die auf der Strasse deponierten Christbäume
Christbäume einsammeln in Weiningen
Um die Mauern des Klosters Fahr im Winter zu heizen braucht es zwischen 8 bis 10 Kubikmetern Holzschnitzel, das entspricht etwa 3,5 Tonnen

Während Kaspar Frei den Wagen fährt, befördern Heiri und Kaspar Meier die Bäume auf die Ladefläche

Julia Wartmann

Bereits am frühen Morgen ist der Traktor von Landwirt Kaspar Frei zum zweiten Mal randvoll mit alten Christbäumen. Vier bis fünf solche Wagenladungen transportieren er und seine Kollegen, Kaspar und Heiri Meier, einmal im Jahr ab, wenn sie im Auftrag der Gemeinde Weiningen die Weihnachtsbäume entsorgen. Die Bäume landen aber nicht wie sonst üblich im Grüngut, sondern werden draussen im Weininger Feld gehäckselt, um als Heizmaterial in der Schnitzelheizung des Klosters Fahr zu enden.

Diese Art der Entsorgung hat laut Frei viele Vorteile: «Die Bäume werden sinnvoll und ökologisch verwertet.» Die insgesamt rund zehn Kubikmeter Holzschnitzel — das entspricht etwa 3,5 Tonnen Material — werden in einer einzigen Fahrt ins nahe gelegene Kloster Fahr gebracht. Mit ihnen können die Klostergemäuer einen Tag lang geheizt werden.

Niedrigerer Ölverbrauch

Priorin Irene hatte vor dem Umbau des Klosters die Hoffnung geäussert, dass der Holzschnitzelverbrauch nach der Sanierung der Anlage gesenkt werden könne (die Limmattaler Zeitung berichtete). Aktuell ist das Kloster etwa zur Hälfte renoviert, der Holzschnitzelverbrauch beträgt aber immer noch acht bis zehn Kubikmeter am Tag.

Massiv gesenkt werden konnte jedoch der Heizölverbrauch. «Von ehemals 300 Litern Heizöl pro Tag konnte der Verbrauch aktuell auf zirka 50 Liter gesenkt werden», sagt Xaver Stadelmann, der für den Gebäudeunterhalt des Klosters Fahr zuständig ist. Diese enorme Abnahme habe einerseits mit der verbesserten Isolation der Räume, andererseits aber auch mit dem verminderten Heizaufwand während der Sanierungsarbeiten zu tun, sagt er. Die Räume werden für die Arbeiten nicht so stark geheizt, wie wenn die Schwester darin wohnen. Die neue Schnitzelfeuerung trägt dank effizienterer Verwertung des Materials ihren Teil zur verbesserten Bilanz bei.

Ob man in zwei Jahren, wenn die Sanierung abgeschlossen ist, ganz ohne Heizöl auskommen werde, kann Stadelmann noch nicht abschätzen. Wenn die Schnitzelheizung einwandfrei läuft, könne auf das Heizen mit Öl verzichtet werden. Allerdings sei sie störungsanfällig und setze immer mal wieder aus.

Restliche Bäume verschenken

Für Kaspar Frei und seine Kollegen bedeutet dies: Anfangs Januar werden sie in Weiningen weiterhin Christbäume einsammeln und häckseln. Frei, der dort selbst eine Christbaumkultur betreibt, kennt die Tücken des Geschäfts: «Heutzutage wollen die Kunden nur ganz regelmässige Bäume — bevorzugt Nordmanntannen.» Die weniger symmetrischen Bäume müssen jedoch auch rausgeschnitten werden. Diese verschenkt er nach Weihnachten an verschiedene Stellen, zum Beispiel den Tierpark Langnau. Elche und Geissen knabbern dort die Äste von den Stämmen, bevor diese auch gehäckselt und schliesslich in einer Schnitzelheizung verbrannt werden.