Weiningen
Christbäume befeuern die neue Schnitzelheizung im Kloster Fahr

In Weiningen werden mit der Christbaumabfuhr die letzten Spuren von Weihnachten beseitigt. Während die Tannen andernorts in der Kehrichtverbrennung landen, werden sie im Weindorf zu Heizmaterial für das Kloster Fahr verarbeitet.

Sandro Zimmerli
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Vom Christbaum zum Heizmaterial
8 Bilder
Die Christbäume müssen gut sichtbar am Strassenrand deponiert werden
Kaspar Frei und sein Team sind von der Gemeinde Weiningen mit der Abfuhr beauftragt
Im Weininger Feld werden die Bäume zu Holzschnitzeln verarbeitet
Rund 3,5 Tonnen Holzschnitzel werden aus den Bäumen gewonnen
Die Holzschnitzel werden für die Beheizung des Klosters Fahr verwendet
Im Kloster landen die ehemaligen Christbäume in der Holzschnitzelheizung
Rund die Hälfte des Holzes zum Heizen stammt aus dem klösterlichen Wald, sagt Priorin Irene

Vom Christbaum zum Heizmaterial

Sandro Zimmerli

Sie sind ein eingespieltes Team: Schon seit Jahren entsorgen der Landwirt Kaspar Frei und die Brüder Kaspar und Heiri Meier im Auftrag der Gemeinde Weiningen die alten Christbäume. So auch an diesem Donnerstagvormittag. Die Tannen werden am Strassenrand eingesammelt und draussen im Weininger Feld gehäckselt. «Die Weininger Christbäume ergeben rund zehn Kubikmeter Holzschnitzel. Umgerechnet sind das sind rund 3,5 Tonnen», sagt Kaspar Frei. Nach dem Trocknen landen die Schnitzel als Heizmaterial im Kloster Fahr. Damit kann die Schwesterngemeinschaft einen Tag heizen.

Dass man in Weiningen aufs Häckseln setzt und die Bäume nicht, wie andernorts, in die Kehrichtverbrennung bringt, hat verschiedene Gründe. «Im Dorf gibt es viele Einfamilienhäuser. Dort stellt man tendenziell grössere Weihnachtsbäume auf als in Wohnungen», so Frei. Manche Bäume seien so gross, dass sie gar nicht in einen normalen Kehrichtwagen passen würden. «Deshalb sammeln wir sie mit einem Traktor samt Anhänger ein», sagt Frei.

Zudem habe das Häckseln auch logistische und damit ökologische Vorteile. «Wir können die Bäume direkt in der Gemeinde weiter verarbeiten. Das erspart uns die Fahrten in die Dietiker Kehrichtverbrennung», sagt Kaspar Meier. Mit den gehäckselten Bäumen könne ungefähr ein Wagen gefüllt werden. «Wir müssen also nur einmal die wenigen Minuten ins Kloster Fahr fahren, um das Material dort abzuladen. Viel besser kann die Ökobilanz gar nicht mehr sein», so Kaspar Meier.

Bei ihrer Arbeit kommt den drei Christbaumentsorgern entgegen, dass die Weininger Bevölkerung äusserst diszipliniert ist. «Die Bäume müssen gut sichtbar am Strassenrand stehen und dürfen nicht mehr mit Schmuck behangen sein», sagt Kaspar Meier. Im Grossen und Ganzen würden sich die Leute an diese Vorgaben halten. Vereinzelt hingen noch Kugeln oder gar Schokoladetannenzapfen an den Bäumen. «Aber Geschenke unter dem Baum hat noch niemand vergessen», sagt Kaspar Meier und lacht. Nicht abtransportiert würden hingegen Adventskränze und Plastikbäume. «Diese Gegenstände lassen wir am Strassenrand liegen», sagt Kaspar Frei.

Im Kloster Fahr ist man froh über das Weininger Heizmaterial. Rund die Hälfte des für den Betrieb der Schnitzelheizung notwendigen Holzes stammt aus dem klostereigenen Wald. Dieser wird durch das Klosterpersonal selber bewirtschaftet. Holz, das den hohen Qualitätsanforderungen als Baumaterial nicht genügt, wird so direkt der Schnitzelheizung zugeführt. Der Rest wird aus der Nachbarschaft hinzugekauft.