Eine blaue Couch steht auf der Bühne und wird zum roten Faden für das diesjährige Chränzli des Turnvereins Oetwil-Geroldswil. Was zunächst eher paradox klingt, macht schon bald Sinn. Die Idee, die eigene Couch Reisenden aus der ganzen Welt als Schlafplatz anzubieten, steht hinter dem Begriff des Couchsurfings. Diese Form der Gastfreundschaft steht denn auch im Mittelpunkt des Chränzli. «Couchsurfing durch Europa» lautet das Thema des Abends.

Der sportliche Trip beginnt mit den jüngsten Mitgliedern des Vereins. Verkleidet als Wikinger führen die Kinder des Eltern-Kind-Turnens mit Rolle vorwärts die Zuschauer durch Norwegens Landschaften. Im Nachbarland Schweden findet der Auftritt des Kinderturnens Geroldswil statt, ehe der kalte Norden verlassen wird und die Reise mit den Kindern des Kinderturnens Oetwil nach Italien geht. Dort, am Esstisch einer «Famiglia Italiana», wirbeln die kleinen Turner mit Pastatellern umher.

Die Jugendriege ihrerseits begegnet in Schottland dem Ungeheuer von Loch Ness. Dabei können die Zuschauer beobachten, wie sowohl «Nessie» als auch viele kleine Schotten in Schottenröcken auf dem Barren balancieren und durch Ringe hüpfen. Mit der Mädchenriege klein wiederum lassen sich in Holland Tulpen bestaunen und mit der Mädchenriege gross tanzt man in München durchs Oktoberfest – im Dirndl versteht sich.

Die Turner sind im Reisefieber.

Die Turner sind im Reisefieber.

Fliegende Teppiche und Säbel
Akrobatisch geht es weiter nach Russland. Die Kinder vom Geräteturnen zeigen mit Radschlag, Sprüngen und Balanceakten was sie können. Die Darbietung der Leichtathleten des Vereins steht ganz im Zeichen der griechischen Götter.

In weisse Tücher gehüllt formen sie im Schwarzlicht Pyramiden und zeigen gewagte Sprünge über den Bock. Mit einer Tanzeinlage der Damenriege geht es auf einen kurzen Ausflug nach Spanien um dann zum fulminanten Ende der Reise auf einem türkischen Basar landen.

Die Aktiven des Turnvereins erweckten den orientalischen Zauber mit fliegendem Teppich, Kamel und Säbeln zum Leben. Dafür gibt es nicht nur Beifall und Jubel, es wird auch noch nach einer Zugabe verlangt.

Damit geht ein Abend im Zeichen von Gastfreundschaft und Teamgeist zu Ende. Der scheidende Vereinspräsident Erwin Hugi wünscht sich für die Zukunft des Vereins vor allem Kontinuität und hofft, dass Veranstaltungen wie diese, junge Leute motivieren und zum Mitmachen bewegen.