Dietikon

Charlie Chaplin und die Musikschulen begeistern die Zuschauer im Kino

Foto: Daniel Diriwächter

Für die vier jungen Geigerinnen ist Chaplin heute noch ein Hit.

Foto: Daniel Diriwächter

Nostalgie pur im Cinéma Capitol in Dietikon. 45 junge Musiktalente halfen am Samstag, den Stummfilmklassiker «City Lights» von Charles Chaplin im Cinéma Capitol in Dietikon aufzuführen.

Obwohl mit der neusten Technologie ausgestattet, wurde vergangenen Samstag «City Lights» von Charles Chaplin aufgeführt. Musikalisch begleitet wurde der Stummfilm-Klassiker von drei Musikschulen aus Würenlos, Spreitenbach und Regensdorf. 60 Szenen des Filmklassikers galt es direkt unterhalb der Leinwand zu begleiten – live und vor einem vollen Saal.

«Charlie Chaplin war ein Perfektionist. Andere Stummfilme können diese Qualität nicht vorweisen», sagte die Mitinhaberin des Cinéma Capitol, Claudia Romer, enthusiastisch. Chaplins Meisterwerk «City Lights» entstand 1931. Just in diesem Jahr öffnete auch das Lichtspielhaus Capitol seine Tore. Die Aufführung war also auch für die Familie Romer eine ganz besondere.

Wagnis Stummfilm

Damals konnte sich der Tonfilm etablieren. Es war für Chaplin ein Wagnis, seine Tragikkomödie als Stummfilm zu drehen. Doch die Geschichte rund um den «Tramp», Chaplins Paraderolle, der, verliebt in ein blindes Blumenmädchen, so gerne ein Millionär sein möchte, avancierte zum Kassenschlager.

Chaplin produzierte für «City Lights» eine Tonspur mit eigenen Kompositionen. Für die Aufführung in Dietikon wählte der Musikschullehrer Stephan Wiedmer aus Spreitenbach jedoch andere Musik aus der Geigen- und Violinliteratur, welche er mit seinen Schülern aussuchte.

Bereist drittes Stummfilmprojekt

«Die Idee entstand bei meinen Recherchen auf Youtube, und ich bemerkte, dass sich Stummfilme geradezu anerboten», so der Maestro, der mit «City Lights» bereits sein drittes Projekt dieser Art präsentierte. Vor einem halben Jahr begann die Vorbereitung. 45 angehende Musikanten zwischen 7 und 20 Jahren sollten dabei abwechselnd mit Klavier und Violine die Irr- und Wirrungen auf der Leinwand begleiten.

«Ja, wir sind etwas nervös!», gestand die junge Geigerin Elma Zukic vor der Aufführung. Besonders aufgeregt war sie vor jenen Szenen, in welchen Chaplin auf die Möglichkeiten eines Tonfilms zurückgriff. Beispielsweise liess er den Tramp eine Trillerpfeife verschlucken, die beim Schluckauf schrill pfeifen musste. Solche Geräusche mussten auf die Sekunde genau eingesetzt werden, was den Musikern hervorragend gelang.

Auch wenn einzelne Violinen bisweilen etwas krächzten und der grosse Chaplin ein solch flottes Tempo vorgab, dass die Pianisten oftmals Mühe hatten, ihm zu folgen, hatte die Aufführung ihren eigenen Charme. Besonders die Szene des Boxkampfes konnte gelungen umgesetzt werden. Das Pianospiel folgte dem «Tramp» bei jedem Schlag.

Publikum begeistert

Das Publikum reagierte begeistert. «Mir hat es sehr gut gefallen und wir konnten uns wunderbar an frühe Kinoerlebnisse erinnern», meinte etwa Vreni Schild, deren Enkelkind auch mit von der Partie war.

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