Fall «Carlos»
«Carlos» wird gegen seinen Willen nach Uitikon verlegt

Der Jugendstraftäter «Carlos» der nun seit drei Monaten im Gefängnis Limmattal inhaftiert ist, wird nun ins Massnahmenzentrum nach Uitikon versetzt. Der Umzug soll am Donnerstag erfolgen.

Patrick Schlumpf
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«Carlos» beim Training.

«Carlos» beim Training.

Screenshots SRF

Nachdem das Sondersetting für den jugendlichen Straftäter «Carlos» an die Öffentlichkeit gelangte, wurde «Carlos» vor drei Monaten verhaftet und im Gefängnis Limmattal inhaftiert. Dies, obwohl er seine Strafe wegen schwerer Körperverletzung bereits abgesessen hatte.

Die Staatsanwaltschaft begründete diese umstrittene Massnahme damit, dass es zur eigenen Sicherheit des Jugendlichen sei.

Die Küche im Massnahmenzentrum musste komplett neu gemacht werden
18 Bilder
Massnahmezentrum Uition nach dem Abschluss der ersten Bauetappe
Über dem Eingangsbereich ist ein grosses Sitzungszimmer entstanden
Der Sporthof dient gleichzeitig als Schleuse für Neuankömmlinge
Die drei bisherigen Eingänge wurden durch einen zentralen Eingang ersetzt
Direktor Michael Rubertus (links) und David Vogt vom Hochbauamt im neuen Esssaal
Das Begegnungszimmer im Besucherbereich
Michael Rubertus, Direktor des Massnahmenzentrum Uitikon, Direktion der Justiz und des Innern, links, und David Vogt, Abteilungsleiter im Hochbauamt, Baudirektion, rechts,
Blick in eine Kontakt-Zelle fuer Besucher im Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in eine Disziplinarzelle des neuen Bereichs des Massnahmenzentrums Uitikon
Blick aus dem Fenster eines Klientenzimmers des neuen Bereichs des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in den Innenhof des Massnahmenzentrum Uitikon, mit den Anlagen der weiteren Bauetappen im Hintergrund
Blick in die Sporthalle des Massnahmenzentrum Uitikon
Ein Tischfussballkasten steht im Aufenthaltsraum im alten Bereich des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in ein Schulzimmer des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in ein Klientenzimmer des neuen Bereichs des Massnahmenzentrum Uitikon
Blick in die Kantine des Massnahmenzentrum Uitikon
Der neue Eingangsbereich zum Massnahmenzentrum Uitikon

Die Küche im Massnahmenzentrum musste komplett neu gemacht werden

Katja Landolt

Wie die Verteidigung des Jugendlichen am Dienstag schreibt, soll «Carlos» am Donnerstag nun ins Massnahmenzentrum nach Uitikon versetzt werden - gegen seinen Willen. Bis zuletzt sei um ein neues Sondersetting verhandelt worden.

Der Entscheid der Jugendanwaltschaft über eine Versetzung in eine geschlossene Einrichtung sei keineswegs nachvollziehbar, da sich «Carlos» während des Sondersettings und auch in den letzten Wochen im Gefängnis Limmattal tadellos verhalten habe. Die Verteidigung warnt vor gravierenden Folgen.

Der Zürcher Regierungsrat teilt mit, dass das Massnahmenzentrum in Uitikon spezialisiert sei auf die Behandlung von straffälligen jungen Erwachsenen. Der Jugendliche soll in Uitikon durch eine therapeutische Behandlung weitere schulische und berufliche Schritte im Hinblick auf ein später eigenständiges Leben machen. Bei einem positiven Verlauf könne die geschlossene Unterbringung auch in eine offene umgewandelt werden.

Das Sondersetting von «Carlos», welches pro Monat rund 29 000 Franken kostete, wurde in einer Ausgabe der SRF-Sendung «Reporter» im Sommer publik. Nebst einer Wohnung und einer persönliche Betreuerin besuchte der Jugendliche auch täglich ein Thai-Box-Training auf Staatskosten.

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