Schlieren
Carlos Fernandez und Aliana Pizzi: Die Liebe zum Tanz hat sie vereint

Das Dance Atelier Pizzi führt im Badener Kurtheater ein emotionales Tanztheaterstück auf.

Florentina Spahr
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Das Theater-Tanz-Paar Carlos Fernandez und Aliana Pizzi

Das Theater-Tanz-Paar Carlos Fernandez und Aliana Pizzi

Zur Verfügung gestellt

«Eine Geschichte über die Liebe», fasst der Schlieremer Carlos Fernandez das Tanztheaterstück zusammen, das er mit dem Dance Atelier Pizzi heute im Kurtheater Baden aufführt. «Es zeigt Liebe in verschiedenen Facetten, in verschiedenen Bereichen», sagt Fernandez. «Mystic Moments» ist die Überschrift des ersten Aktes. Ein Jongleur spielt dabei mit einer Glaskugel, mit fliessenden Bewegungen und einer Leichtigkeit lässt er sie über seine Finger, Hände und Arme gleiten – fast so, als bewege sich die Kugel von selbst. «Der Jongleur mit seiner Kugel soll das Herz symbolisieren», erklärt Fernandez. Die Leidenschaft und der Schmerz der Tänzer und Tänzerinnen sind beinahe greifbar. In Perfektion und mit starkem Ausdruck wird die Geschichte erzählt und auf die Zuschauer projiziert.

15 Künstlerinnen und Künstler

Auf der anderen Seite sieht man beim «Pas de deux», beim tanzenden Pärchen, die Liebe. Liebe und Drama sind in diesem Stück stark vertreten und nah beieinander. Die Auseinandersetzung und das Drama sind unvermeidbar. 15 nationale und internationale Künstler und Künstlerinnen stecken ihre Leidenschaft in das Stück. Zusammengesetzt aus drei Musikern, acht Tänzern, zwei Schauspielern und einem Jongleur. Myrna Kamara – sie spielt Juana, die Chefin des Cabarets – ist aus den Vereinigten Staaten und als Gasttänzerin dabei. «Allerdings fühlt es sich nicht so an», sagt Fernandez. Der Schlieremer ist für die Produktion der Tanzperformance zuständig und spielt im Stück Tony, den Erzähler und Sänger.

Carlos Fernandez und Aliana Pizzi haben Grosses vor. zvg

Carlos Fernandez und Aliana Pizzi haben Grosses vor. zvg

Florentina Spahr

Auf seinen Werdegang rückblickend, war nicht von Beginn an klar, dass er Tänzer wird. Nachdem er seine kaufmännische Lehre abgeschlossen hatte und im PR-Bereich arbeitete, entdeckte er das Tanzen. Anfangs ging er nur abends seiner neu entdeckten Leidenschaft nach. Bis er sich dazu entschloss, eine Ausbildung in der Zürcher Tanz- und Theaterschule zu absolvieren. Mit kleinen KV-Jobs hielt er sich über Wasser. Mittlerweile habe er sich «eher Richtung Schauspiel und Gesang» bewegt. Sehr viele gute Erfahrungen hat er im Musical «Fame» gemacht. «Solch emotionale Szenen zu spielen, war fast etwas beängstigend in meinen jungen Jahren», sagt Fernandez. Allerdings konnte er in Zusammenarbeit mit guten Vocal Coaches und Regisseuren viele Ängste und Unsicherheiten überwinden. «Für mich bedeutet Tanz Leidenschaft», so Fernandez. «Ich habe mich in den Tanz verliebt.»

Ganz anders war der Weg der Spanierin Aliana Pizzi. Sie ist für die Choreografie zuständig und spielt selbst die Rolle der Adelita im Stück. «Seit ich vier Jahre alt bin, tanze ich», sagt Pizzi. Für sie gab es nie etwas anderes als das Tanzen. So begann Pizzi ihre Ausbildung an der Tanzakademie Luis Fuente und setzte sie am Royal Konservatorium für professionellen Tanz fort, beide in Madrid. «Für mich ist Tanzen mein Leben», sagt Pizzi. Kennengelernt haben sich die beiden vor acht Jahren bei der Arbeit in Chur. Ein Jahr danach hat Pizzi sich entschieden, in die Schweiz zu Fernandez zu ziehen.

Gar eine Welttournee?

Gemeinsam nahmen sie sich dann zum Ziel, ein eigenes Stück zu schreiben. Vor zwei Jahren war die ursprüngliche Idee eine Liebesgeschichte, begleitet von spanischer Musik. «Es war ein unbeschreibliches Gefühl, das Stück zum ersten Mal zu sehen», sagt Fernandez. «Aliana und ich haben alles selbst gemacht, geschrieben und choreografiert – es war unglaublich.»

Heute ist die fünfte und vorerst letzte Vorstellung im Kurtheater in Baden um 20 Uhr. Tickets sind an der Abendkasse erhältlich. Allerdings haben sich die beiden Künstler mit einer Schweizer Filmregisseurin zusammengetan und werden das Stück filmen. Denn eine deutsche Produktionsfirma zeigte Interesse an der aussergewöhnlichen Mischung aus Tanz und Musical. «Die Idee ist eine Europatournee und vielleicht sogar eine Welttournee», sagt Fernandez. An mangelnder Leidenschaft würde das Vorhaben jedenfalls nicht scheitern.