Limmattal
Cannabis: Nach diesem Kraut wird gefragt

Auch hier gibt es legales Marihuana zu kaufen. Viele Kioske zögern aber noch.

Thomas Mathis
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Legaler Cannabis ist ein gutes Geschäft. Nur noch zwei der neun Sorten, die der Red-Kiosk in Dietikon verkauft, sind noch vorrätig.

Legaler Cannabis ist ein gutes Geschäft. Nur noch zwei der neun Sorten, die der Red-Kiosk in Dietikon verkauft, sind noch vorrätig.

Thomas Mathis

Legales Gras? Das liegt auch in Limmattaler Geschäften zum Verkauf auf. Zwar ist es noch nicht vielerorts erhältlich, aber dort, wo es verkauft wird, ist ein gutes Geschäft. Das zeigt eine Umfrage bei Kioskbetreibern und Ladenbesitzern in Dietikon und Schlieren.

Das legale Marihuana soll kaum berauschende Wirkung haben. Statt Tetrahydrocannabinol (THC) enthält es viel sogenanntes Cannabidiol (CBD). Dieses soll entkrampfend wirken und Entzündungen hemmen. Diese Hanfsorte soll also die Wahrnehmung nicht beeinträchtigen, sondern den Konsumenten beruhigen. Da die Substanz CBD nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist der Verkauf in der Schweiz erlaubt. Die Wirkung des Stoffs ist allerdings noch wenig erforscht.

Kundschaft ist durchmischt

Die aktuelle Blüte des CBD-Hanfs zeigt sich in der Anzahl neu eröffneter Läden, die es anbieten. In Zürich gibt es bereits mehrere Verkaufsstellen. Erst kürzlich hat auch in Baden ein Shop eröffnet. Im Limmattal gibt es noch keinen Laden, der auf CBD-Hanf spezialisiert ist. Die Kioskverkäufer und Ladenbesitzer reagieren eher zurückhaltend auf das Thema und sagen, dass sie keinen legalen Hanf anbieten.

In Apotheken und Drogerien weiss man davon, hat es aber nicht an Lager. Viele Verkäuferinnen berichten zudem, dass der legale Hanf noch nicht stark nachgefragt werde. Es gebe hie und da Einzelpersonen, die sich danach erkundigen. Das ist relativ erstaunlich, ist doch die Stadthalle Dietikon im Herbst während der Cannabis-Ausstellung Cannatrade jeweils das Mekka zahlreicher Hanffreunde.

3 Gramm ...

... legales Marihuana mit tiefem THC- und hohem CBD- Gehalt kosten stolze 25 Franken. Trotzdem verkauft sich die Ware gut.

Ein Kiosk in Schlieren überlegt sich, CBD-Produkte ins Sortiment aufzunehmen, weil dieses dem Hörensagen nach an anderen Orten gut verkauft werde. Einer dieser Orte scheint der Red-Kiosk am Rapidplatz in Dietikon zu sein.

Seit bald drei Monaten hat der Inhaber CBD-Hanf im Regal. Derzeit sind es neun Sorten, die er an eine durchmischte Kundschaft verkauft: «Es kommen sowohl jüngere als auch ältere Personen, Männer wie Frauen», sagt er. Trotz des hohen Preises – drei Gramm kosten gut und gerne 25 Franken – laufe die Ware sehr gut. Da er den CBD-Hanf von Geschäftslieferanten bezieht, läuft er nicht Gefahr, gegen das Betäubungsmittelgesetz zu verstossen.

Dennoch ist die Polizei durch das Aufkommen des CBD-Hanfs gefordert, denn er lässt sich dem Aussehen nach nicht von illegalem Hanf unterscheiden. «Wir sind auf Schnelltests angewiesen, die unsere Forensiker im Labor durchführen», sagt Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Für die Polizei stelle das legale Marihuana aber noch keine grosse Herausforderung dar. Der Fokus bleibe auf dem illegalen Cannabis.

In der Salbe hat es CBD-Hanf

Auch die Limmattaler Reformhäuser haben noch keinen CBD-Hanf im Sortiment. Libergy in Dietikon führt lediglich eine Salbe, die den Wirkstoff CBD enthält. «Mit diesem Produkt konnten wir gute Erfahrungen machen», sagt Mitinhaber Pascal Bättig. Ab und zu werde er nach legalem Cannabis gefragt.

Deshalb werde er das Thema im Hinterkopf behalten. Stärker nachgefragt würden aber Hanfprodukte, die weder THC noch CBD enthalten und in der Küche eingesetzt werden, so etwa Hanföle oder Hanfsamen. Auch bei Christian Bühlmann, Inhaber von Bio im Zentrum in Schlieren, verkaufen sich Hanfprodukte ohne THC und CBD gut. «Hanföl verkaufe ich oft, Hanfsamen etwas weniger», sagt er.