Urdorf

Busbuchten-Streit an Feldstrasse: Jetzt äussert sich der Gemeinderat

Urdorf Feldstrasse Bushaltestelle Neumattstrasse Fahrbahnhaltestelle oder Busbucht Debatte Kantonsrat

Die Frage: Soll hier eine weitere Busbucht hin? Der Preis: 70 000 Franken.

Urdorf Feldstrasse Bushaltestelle Neumattstrasse Fahrbahnhaltestelle oder Busbucht Debatte Kantonsrat

Womöglich votiert der Kantonsrat am Montag für zusätzliche Busbuchten an der Feldstrasse. Aber weder Orts-SVP noch Gemeinde sind von der bürgerlichen Idee angetan.

Am Montag ist es auf den Tag genau siebeneinhalb Jahre her, seit das Urdorfer Stimmvolk mit einem Ja-Anteil von 52,5 Prozent der Sanierung und Umgestaltung der Feldstrasse und der Birmensdorferstrasse inklusive neuem Kreisel zugestimmt hat. Die Gemeinde muss sich am 19-Millionen-Franken-Projekt mit 3,2 Millionen Franken beteiligen. Derartigen Beträgen begegnet man im Dorf mit der angespannten Finanzlage skeptisch – einer der Gründe für den ansehnlichen Nein-Anteil.

Tempi passati: Am Montag ist auch der Tag, an dem der Kantonsrat über den Teilkredit von 3,941 Millionen Franken für den Neubau des Kreisels und die Redimensionierung der Feldstrasse mit Beibehaltung der Fahrbahnhaltestellen abstimmt. Das Geschäft ist jetzt auf Position 10 der Traktandenliste. Entgegen dem lange Jahre vorgeplanten Antrag des Regierungsrats beantragte die Kommission für Planung und Bau eine zusätzliche Busbucht an der Feldstrasse, was 70 000 Franken mehr kosten würde (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die Fraktionen von SVP und FDP sind dafür. Sie halten 85 der 180 Kantonsratssitze.

Das sagt der Urdorfer SVP-Chef

Im Unterschied dazu unterstützten bei der Volksabstimmung 2009 alle Urdorfer Ortsparteien das Projekt. Daran hat sich bis heute nichts geändert – auch nicht bei der SVP, deren Mutterpartei aus Prinzip so viele Busbuchten wie nur möglich fordert. Laut Jürg Bosch, Urdorfer SVP-Präsident, ist die Angelegenheit bei den letzten Mitgliederversammlungen nicht einmal zur Sprache gekommen. «Vor der Volksabstimmung kamen wir als Ortspartei zum Schluss, dass wir hinter diesem Verkehrskonzept stehen und auch die Fahrbahnhaltestellen unterstützen. Stand heute ist mir als Präsident der Ortspartei nichts anderes bekannt.» Bosch verweist insbesondere auf die Mehrkosten, die die zusätzliche Busbucht nach sich ziehen würde. Mit der anderen Meinung der kantonalen SVP kann er leben: «Bei der Limmattalbahn war es ja leider Gottes auch so, dass die Nicht-Betroffenen die Betroffenen überstimmt haben. Aber auch solche Entscheide wurden demokratisch gefällt – hinter dem können wir stehen.»

Das sagt der Urdorfer Werkvorstand

Auch im Urdorfer Gemeindehaus würde man es mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis nehmen, wenn im neun Kilometer entfernten Zürcher Rathaus ein Entscheid pro Busbucht fallen sollte. Es sei im grössten Interesse des Gemeinderats, dass das 2009 durch die Urdorfer Stimmbevölkerung beschlossene Projekt nun ohne weitere Verzögerungen abgeschlossen werden kann, sagt Werkvorstand Urs Rimensberger (parteilos). «Dies natürlich auch im Sinne der Stimmbürger, also ohne Busbuchten. Allfällig vorgesehene Busbuchten würden zu weiteren zeitlichen Verzögerungen führen und die Verkehrssicherheit reduzieren», sagt er.

Das sagt die Urdorfer Gemeindeverwaltung

Claudio Fiechter, Abteilungsleiter Werke der Gemeinde Urdorf, weist zudem auf die Nähe der Schulen hin. «Aus Sicherheitsgründen sind darum Fahrbahnhaltestellen zu bevorzugen.» Weiter sagt Fiechter: «Das gemessene Verkehrsaufkommen macht keine Busbuchten notwendig.» Einzelne Kantonsräte haben mit seiner Abteilung Rücksprache genommen und sich über das Projekt informiert, wie er sagt. Gut möglich, dass darunter auch Personen waren, die sich überlegen, von ihrer Parteimeinung abzuweichen.

Die Abstimmung wird allenthalben mit Spannung erwartet. Keine Chance dürfte der Antrag der SVP haben, das Projekt ganz zurückzuweisen, damit neu mit zwei zusätzlichen Busbuchten geplant werden kann.

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