Dietikon
Bürgerliche fordern Schliessung von Luberzen-Bad

Vertreter von FDP und SVP fordern Ausserbetriebnahme des Lehrschwimmbads – und Investitionsstopp.

Matthias Scharrer
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Ist der Betrieb des 44 Jahre alten Hallenbad Luberzen noch gerechtfertigt? Die Meinungen gehen auseinander. Foto:Mario Heller/Themenbild

Ist der Betrieb des 44 Jahre alten Hallenbad Luberzen noch gerechtfertigt? Die Meinungen gehen auseinander. Foto:Mario Heller/Themenbild

Mario Heller

Der Dietiker FDP-Gemeinderat Martin Romer lässt nicht locker: Zusammen mit acht weiteren Gemeinderäten, die allesamt aus den Reihen von FDP und SVP kommen, fordert er den Stadtrat auf, das Lehrschwimmbad Luberzen zu schliessen. Zudem solle der Stadtrat einen sofortigen Investitionsstopp für das Luberzen-Bad verfügen, heisst es in einer Motion, die Romer kürzlich im Dietiker Gemeinderat eingereicht hat.

Mit dem Hallen- und Freibad Fondli verfüge Dietikon bereits über eine gute Infrastruktur für den schulischen Schwimmunterricht. «Wir sehen nicht ein, warum man in das marode Lehrschwimmbad Luberzen auch noch Unsummen investieren sollte», sagte Romer gestern gegenüber der «Limmattaler Zeitung».

Im Finanzplan 2014 bis 2018 sieht die Stadt Dietikon Investitionen von 2,1 Millionen Franken für Sanierungsarbeiten im Lehrschwimmbad Luberzen vor. Dies führte bereits vor einem Jahr zu kritischen Fragen aus den Reihen der FDP an den Stadtrat. Dieser hielt damals fest, die budgetierten zwei Millionen seien lediglich als «ungefähre Hochrechnung» für die nötigen Investitionen zu verstehen.

Weiter erklärte der Stadtrat: «Bei einer Schliessung des Lehrschwimmbeckens könnte das Hallenbad Fondli den heutigen Umfang an Schwimmlektionen (1. bis 4. Klassen) nicht aufnehmen. Mit einer Reduktion des Schwimmunterrichts um einen Viertel wäre dies jedoch möglich.» Die Empfehlungen des kantonalen Lehrplans würden damit noch immer übertroffen. Angesichts der Finanzlage sei es eine «grundsätzliche Frage, ob sich Dietikon zwei Hallenbäder und ein Freibad leisten kann», schrieb der Stadtrat in seiner Interpellationsantwort 2015.

In dieser Frage will Romer nun Druck machen. Er räumt zwar ein: «Es braucht noch Überzeugungsarbeit.» Denn: Nur mit den Stimmen von FDP und SVP wäre seine Motion im Stadtparlament nicht mehrheitsfähig. Doch sie sei zumindest als «Anschub an den Stadtrat» gedacht, damit die Diskussion über die Zukunft des Lehrschwimmbads Luberzen wieder eröffnet werde. Dem Vernehmen nach ist es derzeit geschlossen. Und der Stundenplan nach den Sommerferien sei so angelegt, dass die Schwimmlektionen anderweitig untergebracht werden könnten.

Was mit den Räumen des Lehrschwimmbads Luberzen nach der von FDP- und SVP-Gemeinderäten angestrebten Schliessung zu tun wäre, ist für Romer noch offen: «Das Spektrum reicht von Abbruch über Lagerräume bis hin zu Schulungsräumen, die die Schule auch an Externe vermieten könnte.» Es sei das Privileg des Stadtrats, darüber zu befinden.

1971 erstellt

Das Lehrschwimmbecken Luberzen wurde beim Bau der gesamten Schulanlage Luberzen in den Jahren 1970 bis 1971 erstellt. Im Schuljahr 2014/15 wurde es pro Woche während 25 Stunden für das Schulschwimmen und den freiwilligen Schulsport belegt, wie der Stadtrat in seiner Interpellationsantwort vor einem Jahr schrieb. Während 22 Stunden pro Woche wurde das Schwimmbad extern vergeben, etwa an den Kanu Club, das Seniorenschwimmen, die Rheumaliga, das Baby-Baden, Aquapower und die Heilpädagogische Schule Limmattal.