Aesch

Bunte Geburtstagsshow unter dem Motto «Gestern Heute Morgen» in Aesch

Am Wochenende drehte sich in Aesch alles um die Zahl 8. Vor 888 Jahren wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. Um acht Uhr will Hans Jahn seine Rede beginnen, genau 8 Minuten soll sie dauern.

Aber Zahlenspiele können ihre Tücken haben und der Gemeindepräsident hat die Rechnung ohne seine Bürgerinnen und Bürger gemacht.

So gross ist der Andrang im Festzelt am Samstagabend, dass es dauert, bis die freiwilligen Helferinnen und Helfer alle hungrigen und durstigen Gäste bedienen können. Hans Jahn nimmt diese Verspätung gerne in Kauf. Er freut sich über den Ansturm und beginnt seine Rede mit einem launigen Seitenhieb ins Tal. Das bisherige Wetterglück, so Jahn, habe wohl damit zu tun, dass Aesch eben näher am Himmel sei als Birmensdorf.

Vor 888 Jahren erstmals erwähnt

Im Jahr 1124 wurde die Gemeinde Aesch in einer Kaiserurkunde erstmals erwähnt. Sie bestätigt, dass der Adlige Konrad von Sellenbüren verschiedene Güter und Höfe in Aesch und weiteren Ortschaften dem von ihm 1120 gegründeten Kloster Engelberg übertragen hat. Für Gemeindepräsident Hans Jahn ist das an sich noch kein Grund zum feiern, denn 888 sei eine Schnapszahl und beweise ja eigentlich nur, dass es Aesch 1124 schon gegeben habe und die Gemeinde wahrscheinlich viel älter sei.

«Vielleicht soviel älter, dass wir älter sind als Birmensdorf», meint er lachend. Gefeiert wird trotzdem. Drei Tage lang. Die kleinen Seitenhiebe von Hans Jahn sind nicht ernst gemeint: «Ich darf als Gemeindepräsident sagen, dass wir mit Birmensdorf ein sehr gutes Verhältnis haben und manche Aufgabe gemeinsam erfüllen. Es war schön zu sehen, wie wir von allen Seiten bei diesem Anlass unterstützt wurden.»

Auch Tell war dabei

Auf der Bühne folgt dann eine bunte Show. Die Frauen, Männer, Kinder und Jugendlichen der Turnvereine von Aesch und Birmensdorf sowie der Frauenchor Birmensdorf bieten dem Publikum ein fulminantes Programm zum Thema «Gestern Heute Morgen». Sie singen und tanzen, wirbeln durch die Luft, hängen an Leitern und purzeln über den Boden, als gäbe es nichts Leichteres als das. «Gestern», das sind singende und strickende Bäuerinnen mit Schürze und Kopftuch und der Bauer Heiri, der auf der Suche nach einer braven Frau ist, damit er nicht mehr selber putzen und kochen muss.

Auch Wilhelm Tell mit Armbrust, Apfel und Sohn Walter dürfen nicht fehlen. Cowboys und Squaws tanzen zur Musik von Ennio Morricone und bringen einen Hauch von Wildem Westen nach Aesch. Als dann auch noch die Filmmusik zur Fernsehserie Bonanza erklingt, wird vollends deutlich: Wir sind im «Gestern». Die Showgruppe «les papillons» ergänzt das Programm der Vereine mit leichtfüssigen Tänzen und rhythmischer Gymnastik.

Waghalsig und modern geht es weiter mit Rap und Aerobic. Dass sich im «Heute» die Zeiten geändert haben, muss auch Bauer Heiri erfahren. Frauen tragen nicht nur plötzlich Hosen, sie haben auch «die Hosen an». Und das Morgen? Wenn es nach den Choreografen der Show geht, muss Aesch in naher Zukunft mit einer Invasion gelber, grüner, roter und oranger Marsmenschen rechnen. Auf der Bühne geben sie mit einer rasanten Trampolinshow eine erste Kostprobe ihres Könnens. Das Publikum erklatscht sich Zugabe um Zugabe. «Es ist eine ganz tolle Vorführung und es braucht Mut, da oben hinzustehen», sagt Rosmarie Postolka. Sie ist Präsidentin der Frauenriege Birmensdorf und weiss, wovon sie spricht. «Einmal und nie wieder habe ich an einem solchen Anlass mitgemacht - das Lampenfieber war viel zu gross!». Mit einer Gruppe Birmensdorferinnen sitzt sie im Publikum. Sie sind alle stolz, dass ihre Gemeinde zu diesem gelungenen Anlass beitragen konnte und hoffen auf den Hauptgewinn aus den Losen, die sie in der Pause erstandenen haben.

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