Urdorf
Bunt, schräg und schrill: «Die Urdorfer Fasnacht ist jedes Jahr ein Muss»

Trotz des ekelhaften Wetters kamen Tausende zum Fasnachtsumzug in Urdorf. Dieser präsentierte sich mit rund 64 Motiven einer grossen und bunten Zuschauermenge.

Susanne Brem
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Fasnachtsumzug Urdorf 2018
19 Bilder
Die Dietiker Schnierliwutz waren auch dabei.
Der Urdorfer Umzug war bunt und schrill.
Der amtierende Prinz der Zunft der Letzibuzäli aus Zug gab sich auf dem Wagen der Clique Schäflibach die Ehre.
Der Wagen der Ur-Gruppe
Auch Donald Trump wurde in Urdorf gesichtet.
Aus Sargans reisten teuflische Gestalten an.
Reppischfäger Dietikon
Zwei Drachen am Strassenrand
Auch die Mitglieder der Opfi-Zunft Glattbrugg feierten am Umzug mit.
Schau mir in die Augen Kleines...
Weilerhexe aus Dommelsberg
Manch einer war auf den Hund gekommen.
Zeremonienmeister Daniel Leutwyler und der diesjährige Schirmherr der Urdorfer Fasnacht, Marcel Weber, genossen den Umzug.
Die Stimmung war trotz des schlechten Wetters ausgelassen.
Die Malefizbachhexen aus Urdorf trieben ihr Unwesen.
Die Fasnacht Urdorf ist für uns jedes Mal ein Muss.
Fasnachtsgesellschaft Sattel
Ein ziemlich kopfloser Geselle

Fasnachtsumzug Urdorf 2018

Susanne Brem

Wussten Sie, dass Donald Trump wieder in der Schweiz ist? Gesichtet wurde er am Samstag in Urdorf: «I love you all», sagte er ins Mikrophon von einem fahrenden Wagen herunter, «I make Amerika great again!» Verfolgt wurde er von einer Horde wilder Töfflibuben aus Rafz – ganz im Easyrider-Style. Die Stewardess der Air Berlin machte derweil nach dem Grounding keinen frischen Eindruck mehr.

In Urdorf war der grosse Fasnachtumzug angesagt und diese ist, neben Bassersdorf, notabene die grösste im ganzen Kanton. 64 Motive beziehungsweise über 1600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am Umzug dabei. Einmal mehr war es bunt, schräg und schrill. Tolle Wagensujets gab es zu sehen.

Guggen, Hexen, und schaurig schöne Gestalten kamen aus allen Teilen der Schweiz: aus Disentis/Mustér im Bündnerland waren die einen angereist, andere kamen vom Sattel, wieder andere aus Sargans. Sogar vom Wallis reisten sie an, aus Visperterminen und aus Naters. Auch aus Deutschland sind manche gekommen. Aus Stuttgart kamen die Hofener Scillamännle. Den weitesten Weg hatte wohl die Hottscheck-Narrenzunft aus Grötzingen, sie wohnen in der Nähe von Karlsruhe.

Angeführt wurde der Umzug wie jedes Jahr vom Wagen der Schäflibach-Clique. Stolz präsentierte sich der neue Schirmherr Marcel Weber zuvorderst auf dem Wagen. «Schön, dass ihr alle da seid, trotz des Wetters», begrüsste er die Zuschauer. «Zum Schirmherren wird jedes Jahr ein anderer auserkoren», sagte der Zeremonienmeister der Clique Schäflibach, Daniel Leutwiler, im kurzen Gespräch vor dem Umzug. «Es sind immer Leute, die sich in der Gemeinde besonders engagieren.» Der 38-jährige Weber organisiert die Urdorfer Schlagerparade und ist in der Feuerwehr aktiv mit dabei.

Ausgelassene Stimmung

Von den widrigen Umständen liessen sich die zahlreichen Besucher nicht abschrecken, im Gegenteil. Und so regnete es zwischendurch nicht nur Wasser vom Himmel, sondern auch bunte Papierschnipsel aus Konfettikanonen. Schon bald waren die Strassen übersät mit Konfetti.

«Die Urdorfer Fasnacht ist für uns jedes Jahr ein Muss», sagte eine junge Frau mit Perücke und bunter Brille am Strassenrand. Kinder im Pinguinenkostüm tanzten im Takt der Guggenmusik. Viele Zuschauer kamen maskiert.

Nach dem Ende des Umzugs war noch lange nicht Schluss. In der Zentrumshalle spielten die verschiedenen Guggen noch einmal auf. Dort wurden auch die schönsten Wagen prämiert. Und unter dem Motto «Uf de Geisterbahn feierten die Narren am Abend einen grossen Maskenball.