Daraus geht hervor, dass die von Weiningen geforderte 270 Meter lange Überdeckung des Tunnelportals abgewiesen wird. Als Grund gibt das Gericht unverhältnismässig hohe Kosten an, die mit dem als «Chance Gubrist» bekannten Projekt verbunden wären. Ebenfalls abgelehnt wurde die Verschiebung des Halbanschlusses Weiningen zum Limmattaler Kreuz sowie die Forderung nach einem neuen Standort für die Lüftungsanlage bei Weiningen.

Trotz dieser ablehnenden Entscheide muss das Bundesamt für Strassen (Astra) in gewissen Bereichen über die Bücher. Insbesondere wird es dazu verpflichtet, eine 100 Meter lange Portalüberdeckung bei Weiningen detailliert zu prüfen.

Damit muss das Astra jenes Projekt weiterverfolgen, auf das es sich vor einem Jahr mit Weiningen und der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion an einem runden Tisch geeinigt hat. Damals, kurz vor Weihnachten 2012, haben die drei Parteien eine Absichtserklärung unterzeichnet, die eine Verschiebung des Westportals um 100 Meter vorsieht. Damit wurde die Motion der Verkehrskommission des Nationalrats erfüllt. Sie forderte, dass im Zuge des Ausbaus der Zürcher Nordumfahrung und dem Bau der dritten Gubriströhre eine Lösung für Weiningens Bedürfnis nach besserem Lärmschutz gesucht werden solle.

Bereits im Februar 2012 hatte Weiningen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Plangenehmigung des Bundes für den Ausbau der Zürcher Nordumfahrung eingelegt. Diese sah überhaupt keine Überdeckung vor. Durch die Einsprache hielt sich die Gemeinde die Option offen, die Beschwerde bei einem negativen Entscheid durch das Bundesverwaltungsgericht weiter ans Bundesgericht zu ziehen. Wäre der Gemeinderat nicht gerichtlich gegen den Plangenehmigungsentscheid vorgegangen und dieser rechtskräftig geworden, würde der Ausbau ohne eine Portalüberdeckung realisiert.

Letztes Wort liegt beim Volk

Ob der Gemeinderat den Fall nach dem nun gefällten Urteil weiterzieht, ist offen. Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug wollte gestern noch keine Stellung zum Verdikt des Bundesverwaltungsgerichts nehmen. Doch der Gemeinderat hat immer erklärt, dass die Stimmbürger das letzte Wort haben werden. Sie müssen folglich entscheiden, ob sie das 100-Meter-Projekt wollen oder nicht. Wie die SDA mitteilt, habe sich jedoch der Anwalt der Beschwerdeführer in einem Schreiben geäussert. Mit seinem Entscheid habe das Bundesverwaltungsgericht das Interesse der Weininger Bevölkerung an Lärm- und Abgasminderungen im Wohngebiet berücksichtigt, heisse es dort. Zudem sei eine Kostenbeteiligung des Kantons und der Gemeinden vom Tisch, weil die Überdeckung Bestandteil des Ausführungsprojektes werde.

Neben der Gemeinde Weiningen haben auch Dietikon, Geroldswil, Oetwil sowie Private Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Diese wurden mit dem gestrigen Urteil teilweise gutgeheissen. So wurde das Astra auch verpflichtet, alternative Standorte für die angrenzend an das Flachmoor Schachen in Dietikon geplante Strassenabwasserbehandlungsanlage zu prüfen. Im Bereich der westlichen Tunnelportale sind zudem zusätzliche Massnahmen zum Schutz vor Lärm und Erschütterungen vorzusehen. Die Urteile können nun innert 30 Tagen ans Bundesgericht weitergezogen werden.