Unterengstringen

Bürgeraufnahme an Mittefasten: «Wie der Rütlischwur»

Über 300 Gäste verfolgten an Mittefasten, wie 14 Personen mit Urkunde und Blumen als Bürger aufgenommen wurden. Manche musste zuvor ihren alten Pass abgeben – doch das Unterengstringer Bürgerrecht ist es ihnen wert.

Die Fahne Unterengstringens wehte feierlich über dem Bürgerplatz auf dem Chüebrünneli, hoch oben im Wald beim Sparrenberg. Ein Holzfeuer spendete neben der strahlenden Sonne Wärme und Kraft.

Um die neuen Bürger bei der Bürgeraufnahme zu begrüssen, waren am Samstag über 300 Besucher gekommen, darunter auch Delegationen aus den Nachbargemeinden, wie etwa die Gemeindepräsidenten aus Weiningen und Oberengstringen, der Stadtpräsident von Schlieren und ein Gemeinderat aus Oetwil. Die Jugendmusik rechtes Limmattal sorgte für die musikalische Untermalung.

In seiner Ansprache umriss der Gemeindepräsident René Rey die aktuelle Lage des Dorfes. Rey informierte über das neue Gemeindehaus und über die Prozesse zum Ja zur Einheitsgemeinde. Er fügte aber auch kritische Anmerkungen zur zunehmenden Abwälzung kantonaler Kosten auf die Gemeinden an.

Wie das ganze Limmattal sei auch Unterengstringen rasch und stark am Wachsen. Wachstum bringe zwar mehr Steuereinnahmen, aber auch mehr Kosten für Infrastruktur und Administration. «Wachstum bedeutet auch,
die neuen Einwohner ‹abzuholen›. Ein Dorf lebt nur, wenn seine Einwohner am Dorfleben teilnehmen», sagte Rey. Die rege Teilnahme an Mittefasten, egal ob bei schönem oder schlechtem Wetter, empfand der Gemeindepräsident als gutes Zeichen.

14 Personen aufgenommen

Schon seit 1971 hat sich die Bürgeraufnahme als zentraler Bestandteil des Mittefastenfests etabliert. «Schliesslich ist Mittefasten symbolisch und sozial eine gute Einführung in die Gemeinde», erklärte Informationsmeister Willy Haderer. So bekamen dieses Jahr 14 Einwohner ihr Bürgerrecht auf dem Chüebrünneli.

«Mein Mann ist sehr patriotisch. Mit der Einbürgerung verlieren wir unser indisches Bürgerrecht. Deshalb haben wir so lange gewartet», verriet die Neubürgerin Lucy Manikkuttiyil, die seit 16 Jahren in Unterengstringen lebt und seit 27 Jahren als Pflegerin in Weiningen arbeitet. Ihre drei Kinder seien schon längstens eingebürgert. Sie werde ihr Stimmrecht von nun an rege nutzen, was ihr ihre gut ausgebildeten Kinder wärmstens empfohlen haben. Bei der Bürgeraufnahme hier sei sie zum ersten Mal. «Ich bin beeindruckt, Mittefasten ist ein sehr schönes Fest, man spürt das Historische», sagte Manikkuttiyil.

Dieser Meinung war auch Aleksandra Schäli, die aus Wetzikon anreiste, um bei der Bürgeraufnahme ihrer Kollegin Merisa Aleksic dabei zu sein. «Man spürt das Dorf und den Zusammenhalt, hier mitten in der Natur. So stelle ich mir die Stimmung beim Rütlischwur vor», sagte sie.

Mittefasten: Das Spektakel von Sonntagabend in 13 Bildern.

Mittefasten: Über 300 Gäste an der Bürgeraufnahme.

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