«Dem Baubeginn Anfang Juli sollte nichts im Wege stehen», sagt der Unterengstringer Gemeindepräsident Simon Wirth (FDP). Derzeit wird in regelmässigen Sitzungen der Baustart für die Erweiterung und Sanierung des Schulhauses Büel A vorbereitet. Die Schüler sollen die neuen Räume zum Start des Schuljahrs 2020/2021 beziehen. Der Ausbau ist nötig: So ist die Dorfbevölkerung von 2007 bis 2017 fast um ein Viertel auf 3788 Bewohner gewachsen. Angesichts des Bevölkerungswachstums in der Gemeinde sei es gut, dass die Schule jetzt ausgebaut wird, sagt Anna-Lena Fitz vom Elternverein.

Gemäss konservativem Szenario der Gemeinde werden im Herbst 2022 voraussichtlich 332 Kinder die Schule besuchen – 32,3 Prozent mehr als noch zum Schulstart 2016 (siehe Grafik rechts). Verhältnismässig ist der Anstieg im gleichen Zeitraum bei den Kleinsten am grössten: von 65 Kindergärtner auf 105. Das entspricht 62,5 Prozent.

Die rasante Entwicklung der Schülerzahlen wird aber voraussichtlich bald ihren Höhepunkt erreicht haben. «Unsere Baulandreserve ist nicht sehr gross. Die Bevölkerungszahl in Unterengstringen wird sich irgendwo bei gut 4000 Bewohnern einpendeln», sagt Wirth. «Ich gehe mittelfristig eher wieder von sinkenden Schülerzahlen aus», ergänzt Schulvorstand Beat Fries (parteilos). Deshalb ist er optimistisch, dass die Gemeinde mit dem Schulhaus-Ausbau auch längerfristig die nötigen Kapazitäten haben wird.

Baulärm erfordert Flexibilität

Bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus wird im kommenden Schuljahr «sicher von einigen Lehrpersonen ein grosses Mass an Flexibilität verlangt», so Fries. Lärmintensive Arbeiten sollen möglichst in den Ferien oder an Freitagen absolviert werden.

Im September 2018 hatten 81,71 Prozent der Stimmbürger den notwendigen Kredit von 4,125 Millionen Franken bewilligt. Die Erweiterung soll sowohl die Flexibilität beim Einsatz der neuen Räume verbessern als auch die Gesamtkapazität erhöhen. Im geplanten Annexbau entstehen insgesamt vier neue Klassenräume: zwei für die Kindergärtner im Untergeschoss und zwei für die Primarschüler im Obergeschoss.

Weil im Erdgeschoss zudem fünf neue Räume für das Schulsekretariat, die Schulleitung, Besprechungen, die Logopädie und die Schulsozialarbeit geplant sind, werden im Schulhaus Büel B ebenfalls zusätzliche Räume frei, die als Klassenzimmer genutzt werden können.

Wieder mehr Freizeit im Pavillon

Im Fokus der schulischen Entwicklung in Unterengstringen steht nicht nur das Raumangebot für Unterricht, sondern auch für Freizeitaktivitäten. Bereits zum Start des laufenden Schuljahrs hat die Schulpsychologin den Freizeitpavillon beim Schulgelände verlassen und die Räume des zentralisierten Schulpsychologischen Diensts in der Fahrweid Weiningen bezogen.

Bilder von der Schulanlage Büel mit dem Schulhaus Büel A (gelb), dem Schulhaus Büel B (braun) und dem Freizeitpavillon (blau).

Der Freizeitpavillon (vorne) wird nach dem Ausbau des Schulhauses Büel A (hinten) wieder vermehrt für Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen.

Bilder von der Schulanlage Büel mit dem Schulhaus Büel A (gelb), dem Schulhaus Büel B (braun) und dem Freizeitpavillon (blau).

Nach der Schaffung zusätzlichen Schulraums im Büel A wird auch der Kindergarten den Pavillon verlassen, wie Fries bestätigt. Danach stünde für Freizeitaktivitäten insgesamt mehr Platz zur Verfügung als je zuvor. «Momentan sind wir wegen der detaillierten Nutzung in Abklärung», sagt er weiter. Das stösst beim Elternverein auf offene Ohren. «Wir freuen uns darauf, wieder mehr Platz für Freizeitkurse und Aktivitäten zu haben», sagt Fitz.

Die Gemeinde scheint also gerüstet für die schulische Zukunft. Dennoch könnte die Schulraumfrage wieder aktuell werden. Etwa dann, wenn eine mögliche Tagesschule zum Thema wird. «Meiner Meinung nach sind wir für eine Tagesschule sowieso zu klein», sagt Fries. «Eine solche Schule müsste mit anderen Schulen zusammen realisiert werden, womit die Raumfrage wieder neu diskutiert würde.»