Bestehendes neu zusammenfügen. Das habe Bruno Webers Schaffen ausgezeichnet, sagte Pfarrer Kurt Vogt vor der grossen Trauergemeinde in der Kirche St. Agatha. «Bruno hat gelernt, die Augen immer besser aufzumachen, was um ihn herum ist zu erkennen und daraus etwas Neues zu machen.» Kunst, die zum Nachdenken anrege. «Bruno Weber war ein Mensch mit einer grossen Spannweite», so Vogt weiter.

Einer, der lange beobachtete und viel arbeitete, streng sein konnte und gleichzeitig verspielt, einer, der Öffentlichkeit mit Privatem verband und in Einklang brachte.

Führte die technisierte Welt in eine Fantasiewelt

Unverkennbare Spuren habe Bruno Weber in Dietikon hinterlassen, sagte der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller; in Gärten, in Stuben, auf dem Weg zum Skulpturenpark. «Ein Weg, der uns von einer technisierten Welt in eine Fantasiewelt führt. Bruno hat mit seinem Park eine Symbolwelt geschaffen.»

Er habe Bruno Weber als bescheidenen, sanft und ruhigen, aber auch eigensinnigen und visionären Menschen kennen gelernt. «Er hat nicht viel geredet, aber mit seiner Anwesenheit hat er eine grosse Herzlichkeit ausgestrahlt, sagte Müller und sprach auch die Querelen zwischen Behörden und Weber an: «Vor Jahren hat der Staat vermeintlich Illegales versucht zu vertreiben», sagte er. Danach habe sich eine Harmonie entwickelt, die Versöhnung folgte, heute seien es Stolz und Anerkennung für Webers Schaffen.

«Verschmitzt, sanft lächelnd»

«Bruno Webers Lebenswerk bleibt, überdauert sein irdisches Dasein», sagte Müller. «Vielleicht schaut er uns heute zu, so, wie er uns im Park zwischen den Figuren stehend beobachtet hat. Verschmitzt, sanft lächelnd.»

Die Historikerin und Journalistin Helene Arnet erzählte in ihrer Rede von ihrer Reise in den Sinai und dem Beduinen, der sie zu einem Kamelritt überreden wollte. Sie habe an diesem Tag ein T-Shirt getragen mit dem Aufdruck von Bruno Webers dreihöckrigem Kamel. Der Beduine sei darob ins Grübeln geraten. «Dreihöckrige Kamele wären viel praktischer», habe er gesagt, «dann könnten zwei Personen darauf reiten. Merkwürdig, dass Gott sie nicht so geschaffen hat.»

Felsenfest überzeugt

Arnet erzählte von Bruno Webers unerschöpflicher Kreativität, seiner freundlichen und humorvollen Art, seiner Kunst, die nie abgehoben gewirkt habe. Und von Webers Glück, nie ein einsamer Künstler gewesen zu sein, sondern immer Leute gefunden hatte, die an ihn glaubten; Freunde, Förderer und seine Familie. «Ohne Mariann und seine beiden Töchter wäre Bruno kein so grosser Künstler und kein so glücklicher Mensch gewesen.»

Arnet sprach aber auch davon, wie ihn die optische Umweltverschmutzung belastet hatte: «Als Mensch litt er, als Künstler handelte er und schuf Fantasiewelten.» Bruno sei von dem, was er geschaffen habe, felsenfest überzeugt gewesen, sagte Arnet weiter. Und Bruno hätte ausgesprochen gut erzählen und gut argumentieren können. «Ich bin mir sicher, Bruno hätte eine Begründung dafür liefern können, warum Kamele dreihöckrig sein sollten. Und sollte ich das nächste Mal im Sinai dreihöckrige Kamele finden, würde mich das nicht weiter wundern. Dann weiss ich: Bruno ist da oben angekommen.»