Am Samstag ist es so weit. Eine fünfköpfige Spinne wird ihre zehn gelben Beinchen in Form bringen, eine blaue Riesenschlange wird sich zum letzten Mal vor ihrem grossen Auftritt häuten, und ein geflügelter Hund wird seine unzähligen Beine einem ausgedehnten Stretching unterziehen, damit Leute von nah und fern unter ihm durchlaufen können: Der Bruno-Weber-Park eröffnet seine Saison.

«Wir dürfen zufrieden sein», sagt Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart zur Jahresbilanz 2015. Zwar hat die Bruno-Weber-Stiftung statt der geplanten 500 000 Franken Spendengelder nur 250 000 Franken gesammelt. Wenn man jedoch die laufenden Umstrukturierungen bedenke, sei der erreichte Betrag erfreulich, so Cart. Zudem habe die Stiftungs-Gönnerschaft praktisch komplett neu aufgebaut werden müssen, was viel Zeit in Anspruch nehme. Positiv ist, dass der Park während 100 offenen Tagen mehr als 23 000 Besucher zählte.

Schliessung und Neubeginn

So rund lief es nicht immer: Nachdem der Park in finanzielle Nöte geraten war, musste er im Herbst 2014 geschlossen werden. Ende 2014 konnte er jedoch bereits wieder eröffnet werden. Gleichzeitig wurde ein neuer Stiftungsrat eingesetzt, zu dem Kunsthistorikerin Cart gehört. Mit zwei Kollegen machte sie sich an die Sanierung des Parkkonzepts. Das Resultat war ein im letzten Jahr präsentierter Plan mit Projektetappen von 3, 7 und 21 Jahren, damit das begehbare Kunstwerk an der Grenze von Dietikon und Spreitenbach bis 2036 im Sinne des 2011 verstorbenen Dietiker Künstlers Bruno Weber zu seiner Vollendung kommt.

Zuoberst auf dem Zeitplan standen ein Stiftungsbüro auf dem Parkgelände, das bereits installiert wurde, die Verbesserung der Infrastruktur und das Erstellen eines Inventars aller Arbeiten Bruno Webers inklusive Zeichnungen und Skizzen. Letzteres wird laut Cart aufgrund der grossen Menge an Weber-Werken noch einige Zeit in Anspruch nehmen. «Es ist faszinierend, anhand der Skizzen zu verfolgen, wie sich der Künstler an die Skulpturen herangetastet hat», sagt sie. Gerne würde das Stiftungsgremium den Park an sechs anstatt wie jetzt an drei Tagen die Woche geöffnet sehen. Dies wird laut Cart aber erst möglich sein, wenn die Finanzlage rosiger ist und höhere Personalkosten getragen werden können.

Nun muss sich auch der Stiftungsrat wieder neu finden. Wie er gestern mitteilte, zieht sich Lukas Strittmatter nach nur einem Jahr bereits wieder zurück. Es ist nicht der erste Wechsel: Nur zwei Monate nach dem Neustart zogen sich schon zwei Stiftungsräte zurück und wurden ersetzt. Bei Strittmatter war es die «intensive Stiftungstätigkeit», die ihn bewogen habe, seine Zeit wieder vermehrt in sein Treuhandgeschäft zu stecken, heisst es in der Mitteilung.

Er wird ersetzt durch Betriebsökonom und Wirtschaftsjurist Michele Imobersteg. Dieser wird sich gemeinsam mit Cart und ihrem Ehemann Eric Maier, einem Architekt, um die Umsetzung der Modernisierungspläne kümmern. Mit dem jüngsten Mitglied im Stiftungsrat konnte laut Cart ein Marketingexperte an Bord geholt werden. So wird sich Imobersteg um eine Kollaboration mit wertvollen Partnern im Tourismusbereich bemühen und die Parkumgebung den Unternehmen der Region für Firmenapéros schmackhaft machen.

Der versteckte Park

Doch die beste Marketingstrategie geht nicht auf, wenn der Park nicht gefunden wird: «Wir haben schon öfter Rückmeldungen von potenziellen Besuchern erhalten, dass der Park zu versteckt sei», sagt Cart. Mit nur zwei Schildern, die von der Stadt Dietikon am Bahnhof und beim Park angebracht wurden, würden Orts-unkundige sich teilweise auf dem Weg verlaufen. Aber man arbeite gemeinsam mit der Stadt Dietikon daran, eine bessere Parkerschliessung zu erreichen, so Cart.

Auch das Tiefbauamt muss zur besseren Erschliessung des Skulpturenparks involviert werden – jedoch nicht das Dietiker, sondern das Spreitenbacher Amt. Dass die Lage des Parks nicht nur an der Grenze von zwei Gemeinden, sondern auch gleich zweier Kantone liege, mache die Bürokratie etwas speziell, aber auch interessant, sagt Cart.