Dietikon
Bruno-Weber-Park ist wieder offen – da kommen auch die Touristen aus China und Mexiko

Rund 70 Gäste aus nah und fern kamen trotz leichtem Regen zur Saisoneröffnung des Bruno-Weber-Parks. Darunter waren auch Touristen aus Mexiko, Italien und China.

Ly Vuong
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Saisoneröffnung im Bruno-Weber-Park:
25 Bilder
Trotz leichtem Regen kamen 70 Besucher zur Eröffnung der neuen Bruno-Weber-Park-Saison.
Der Bruno-Weber-Park erinnert Touristen an Niki de Saint Phalle und an Tempelanlagen im indonesischen Urwald.
Mitarbeiterin Manuela Bachmann verkauft Tickets und Postkarten im Kiosk des Bruno-Weber-Parks.
Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart mit einigen der Originalschalungen.
Bei der Saisoneröffnung sei das Wetter oft wechselhaft, weil es nun mal Ende März ist, sagt Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart. Im Bild der Wassergarten.
Aber die Touristen lassen sich vom Regen nicht die Stimmung verderben.
Auf diesem Alphornfrosch sass früher Bruno Weber und skizzierte. Gjemajli alias Jimmy Kryeziu erinnert sich heute noch gerne daran.
Gjemajli alias Jimmy Kryeziu, hier im Bild, arbeitet schon seit 1996 im Bruno-Weber-Park.
Das Miniatur-Modell des Bruno-Weber-Parks zeigt die Visionen Webers aus den 1990er-Jahren.
Das Miniatur-Modell beinhaltet auch Miniatur-Skulpturen.
Der Bruno-Weber-Park wird auch gerne als Kulisse für Shootings genutzt.
Architekt und Stiftungsrat Eric Maierund Stiftungsratspräsidentin Isabelle Cart zeigen, wie die kleinen Schalungen gelagert werden.
Aus Schalungen wie diesen entstehen Skulpturen-Teile.
Die Präsidentin der Bruno-Weber-Stiftung, Isabelle Cart (erste von links), gibt deutschen Touristinnen Auskunft über das Miniatur-Modell des Parks.
Ein einfacher Holzbau auf dem Flachdach des Wassergartensaals soll künftig diese Originalschalungen schützen. Doch läuft derzeit noch ein Rekurs gegen das Bauvorhaben.
Dies sind weitere Originalschalungen.
Im Bruno-Weber-Park gibt es immer wieder was zu entdecken. Hier im Bild eine der Treppen, die auf den Rücken eines Fantasiewesens führt.
Von weit her kommen sie in den Bruno-Weber-Park: die Familie Alvarez aus Mexiko.
Diese Gruppe ist aus Deutschland.
Sie sind aus Italien angereist.
Diese drei Touristen kommen aus Sizilien.
Diese Reisegruppe kommt aus dem Tessin.
Aus Hongkong angereist: Kyna Wong.
Die neue Saison dauert noch bis 28. Oktober. Informationen zu den Öffnungszeiten finden Sie unten im Artikel.

Saisoneröffnung im Bruno-Weber-Park:

Ly Vuong

Die Tore zur magischen, fantasievollen Welt von Bruno Weber sind wieder geöffnet: Am Samstag hat die neue Saison des Bruno-Weber-Parks begonnen. Trotz leichtem Regen gingen rund 70 Besucherinnen und Besucher an den Eulen vorbei, die mit ernster Miene über den Eingangsbereich wachen. Sie liessen sich unter anderem vom idyllischen Wassergarten beeindrucken. Wie sich vor Ort zeigte, lockte der Bruno-Weber-Park gleich zum Saisonstart einmal mehr Touristen aus der ganzen Welt ins Limmattal.

So ist etwa die erste Besucherin, die sich auf den Weg in den Park machte, Kyna Wong, aus Hongkong angereist. Ihre Heimatstadt bezeichnet sie selbst als «Beton-Dschungel». Wann immer möglich, entfliehe sie diesem. «Die meisten Skulpturen hier sind auch aus Beton», erklärte ihr die Präsidentin der Bruno-Weber-Stiftung, Isabelle Cart. Bruno Weber habe mit Sorge beobachtet, wie Industriebauten die Natur bedrängten. Der Park, den er seit Anfang der 1960er-Jahre gestaltete, solle inspirieren und zeigen, wie man mit Beton anders bauen kann. «Die Eulenköpfe im Eingangsbereich wachen deshalb über die Entwicklung des Limmattals», so Cart.

Weitere Einblicke in das zauberhafte Werk gab sie beispielsweise einigen Gästen aus Deutschland. Im Wassergartensaal zeigte sie das Miniatur-Modell des Parks, das Webers Visionen aus den 1990er-Jahren darstellt. «Im Modell ist der Wassergarten wie eine Grotte viel tiefer gesetzt. Wahrscheinlich kam dies auch aus wirtschaftlichen Gründen anders», sagte Cart. Die Touristen erfuhren, dass sich der Park als Gesamtkunstwerk stets im Wandel befindet.

Einer, der das ganze Handwerk Bruno Webers von der Produktion der Schalungen über das Giessen des Betons bis hin zum Einarbeiten der Mosaike kennt, ist Gjemajli alias Jimmy Kryeziu. Der begabte Handwerker aus dem Kosovo begann 1996 als Hilfsarbeiter bei Weber zu arbeiten. «Das ist ein Traum, so eine Welt gibt es doch nicht, habe ich am Anfang gedacht», sagt Kryeziu. «Bruno hat mir vertraut und alles erklärt.» Ein Statiker habe Weber damals gefragt, wie lange er denn leben wolle, angesichts all der Vorhaben, die er hatte. «Er antwortete: Ich habe den Jimmy, der das alles macht», erinnert sich der 46-jährige Kryeziu.

Wenn möglich, möchte er bis zur Pensionierung im Park arbeiten. Dieser sei für ihn voller Geschichten. Noch heute bringt ihn ein Alphornfrosch zum Lachen, weil es lustig aussah, wie Weber darauf sass und skizzierte. Sein Handwerk zu erlernen, brauche mehr als vier Jahre sowie hohe Motivation und körperliche Fitness: «Manchmal ist es beinahe so streng wie auf dem Bau.»

Letztes Jahr kamen 17'000 Besucher

2017 zählte der Park 17'000 Besucher und über 200 Führungen. «Wir sind sehr dankbar, dass Schweizer Tourismusorganisationen unentgeltlich Werbung für uns machen», sagt Cart. Touristen aus der ganzen Welt, die sich über Sehenswürdigkeiten rund um Zürich informieren, finden so den Weg in den Park.

Zur neuen Saison:

Bis am 28. Oktober dauert die neue Saison des Bruno-Weber-Parks. Neben vielen Besucherinnen und Besuchern hat die Bruno-Weber-Stiftung auch dieses Jahr weitere Pläne. Wie sie Ende letzter Woche mitteilte, hat sie nun insbesondere zum Ziel, den geplanten einfachen Holzbau auf dem Flachdach des Wassergartensaals zu errichten, in dem Original-Schalungen für Beton-Skulpturen konserviert werden sollen, die sich heute noch ungeschützt im Freien befinden. Aber 2016 wurde gegen das Baugesuch Einsprache eingereicht. Im November 2017 habe die Gemeinde Spreitenbach nun die provisorische Baubewilligung erteilt, teilte nun die Stiftung mit. Gegen diese wurde aber rekurriert, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Der Park ist geöffnet jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Auch 2018 gibt es am letzten Sonntag im Monat Sonntagsbrunches mit Kulturprogramm, zu denen die Stiftung zusammen mit Elio Frapolli lädt.