Die Tore zur magischen, fantasievollen Welt von Bruno Weber sind wieder geöffnet: Am Samstag hat die neue Saison des Bruno-Weber-Parks begonnen. Trotz leichtem Regen gingen rund 70 Besucherinnen und Besucher an den Eulen vorbei, die mit ernster Miene über den Eingangsbereich wachen. Sie liessen sich unter anderem vom idyllischen Wassergarten beeindrucken. Wie sich vor Ort zeigte, lockte der Bruno-Weber-Park gleich zum Saisonstart einmal mehr Touristen aus der ganzen Welt ins Limmattal.

So ist etwa die erste Besucherin, die sich auf den Weg in den Park machte, Kyna Wong, aus Hongkong angereist. Ihre Heimatstadt bezeichnet sie selbst als «Beton-Dschungel». Wann immer möglich, entfliehe sie diesem. «Die meisten Skulpturen hier sind auch aus Beton», erklärte ihr die Präsidentin der Bruno-Weber-Stiftung, Isabelle Cart. Bruno Weber habe mit Sorge beobachtet, wie Industriebauten die Natur bedrängten. Der Park, den er seit Anfang der 1960er-Jahre gestaltete, solle inspirieren und zeigen, wie man mit Beton anders bauen kann. «Die Eulenköpfe im Eingangsbereich wachen deshalb über die Entwicklung des Limmattals», so Cart.

Weitere Einblicke in das zauberhafte Werk gab sie beispielsweise einigen Gästen aus Deutschland. Im Wassergartensaal zeigte sie das Miniatur-Modell des Parks, das Webers Visionen aus den 1990er-Jahren darstellt. «Im Modell ist der Wassergarten wie eine Grotte viel tiefer gesetzt. Wahrscheinlich kam dies auch aus wirtschaftlichen Gründen anders», sagte Cart. Die Touristen erfuhren, dass sich der Park als Gesamtkunstwerk stets im Wandel befindet.

Einer, der das ganze Handwerk Bruno Webers von der Produktion der Schalungen über das Giessen des Betons bis hin zum Einarbeiten der Mosaike kennt, ist Gjemajli alias Jimmy Kryeziu. Der begabte Handwerker aus dem Kosovo begann 1996 als Hilfsarbeiter bei Weber zu arbeiten. «Das ist ein Traum, so eine Welt gibt es doch nicht, habe ich am Anfang gedacht», sagt Kryeziu. «Bruno hat mir vertraut und alles erklärt.» Ein Statiker habe Weber damals gefragt, wie lange er denn leben wolle, angesichts all der Vorhaben, die er hatte. «Er antwortete: Ich habe den Jimmy, der das alles macht», erinnert sich der 46-jährige Kryeziu.

Wenn möglich, möchte er bis zur Pensionierung im Park arbeiten. Dieser sei für ihn voller Geschichten. Noch heute bringt ihn ein Alphornfrosch zum Lachen, weil es lustig aussah, wie Weber darauf sass und skizzierte. Sein Handwerk zu erlernen, brauche mehr als vier Jahre sowie hohe Motivation und körperliche Fitness: «Manchmal ist es beinahe so streng wie auf dem Bau.»

Letztes Jahr kamen 17'000 Besucher

2017 zählte der Park 17'000 Besucher und über 200 Führungen. «Wir sind sehr dankbar, dass Schweizer Tourismusorganisationen unentgeltlich Werbung für uns machen», sagt Cart. Touristen aus der ganzen Welt, die sich über Sehenswürdigkeiten rund um Zürich informieren, finden so den Weg in den Park.