Bruno Weber Park

Bruno-Weber Park in Spreitenbach steht vor dem Aus

Die Stiftungsaufsicht schliesst den Bruno-Weber-Park wegen struktureller Probleme. Am 19. Oktober 2014 öffnet der Skulpturenpark des schweizerischen Künstlers Bruno Weber zum letzten Mal seine Pforten.

«Ich bin sehr überrascht — und natürlich traurig», sagt Maria Anna Weber, die Witwe des Dietiker Künstlers Bruno Weber, während sie gegen die Tränen ankämpft. Sie wurde gestern Nachmittag vor vollendete Tatsachen gestellt: Der Bruno-Weber-Park schliesst seine Türen am 19. Oktober. Dies gab die kommissarische Stiftungsrätin Brigitte Bitterli gestern bekannt. Der Grund: die angespannte finanzielle Situation der Stiftung. Zudem würden erhebliche strukturelle Schwierigkeiten den weiteren Betrieb unmöglich machen.

Der Bedarf an finanziellen Mitteln ist immens. So braucht der Park für die nötigen Sanierungsarbeiten rund eine Million Franken. Für die Weiterführung des Betriebs kommt ein jährlicher Bedarf von 200 000 Franken hinzu.

Unter dem Strich bedeutet dies, dass der Park in den kommenden fünf Jahren 1,5 bis 2,3 Millionen Franken bräuchte, was die Ertragskraft der Stiftung bei weitem übersteigt. In den letzten Jahren haben die finanziellen Beiträge der Gönner und Spender kontinuierlich abgenommen, wie Bitterli erklärt. Zwar seien über viele Jahre hinweg grosse Spendensummen zusammengekommen. Aber: «Es wurden keine Rückstellungen für die Sanierungsarbeiten getätigt. Das bekommt man nun zu spüren.»

Bitterli wurde eingesetzt, nachdem der Stiftungsrat im März in corpore zurückgetreten war — nicht zum ersten Mal. Hinter vorgehaltener Hand herrschte über den Grund dafür Einigkeit: die schwierige Zusammenarbeit mit Maria Anna Weber. Bitterli wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Ex-Präsident findet klare Worte

Klare Worte findet hingegen Peter Meier, der von 2011 bis 2012 als Stiftungsratspräsident und Geschäftsführer amtete. «Leider bin ich über diese traurige Entwicklung gar nicht überrascht», sagt er. Und: «Obwohl ich Maria Anna Weber keine unedlen Motive unterstellen will, muss man doch sagen: Der Park ist daran gescheitert, dass sie nicht bereit war, für Lösungen Hand zu bieten.»

Der Ursprung aller Probleme hat laut Meier strukturelle Gründe: Ein Teil des Parks gehört der Stiftung, ein Teil der Familie Weber. «Das ist keine gute Voraussetzung für den Erhalt des Parks oder einen funktionierenden Betrieb.» Denn so seien dem Stiftungsrat, dessen Hauptzweck der Erhalt sowie der weitere Ausbau des Skulpturenparks ist, die Hände beim Einleiten der nötigen Umstrukturierungen gebunden. «Mit diesen Strukturen hat Maria Anna Weber als Miteigentümerin die Möglichkeit, Prozesse zu blockieren – was sie in der Vergangenheit leider auch getan hat», so Meier.

Dagegen wehrt sich Weber: «Der allseits kursierende Vorwurf, dass ich mich weigere, eine schriftliche Nutzungsvereinbarung einzugehen, ist unzutreffend.» Die Unterzeichnung der letzten Vereinbarung, die notariell bereits aufgegleist war, sei «durch den letzten Stiftungsrat am Tag vor der Unterzeichnung verweigert worden». In den Eigentumsverhältnissen sieht sie kein Problem, auch wenn diese immer wieder zu Diskussionen mit dem Stiftungsrat geführt hätten. «Objektive, sachliche Probleme — dass einer Partei die Benutzung irgendeines Teils des Parks verweigert wurde oder dass Besucher abgewiesen worden sind — sind aber nie vorgekommen.»

Die Zukunft der Stiftung ist nun offen. Bitterli verweist darauf, dass die Anstrengungen zu deren Sanierung fortgeführt würden. Daran knüpft auch die Witwe des Künstlers grosse Hoffnungen. Sie sagt auch: «Keine Suppe wird so heiss gegessen, wie sie gekocht wird.»

Weniger hoffnungsvoll zeigt sich Peter Meier. «Der Rückstand ist zu gross, die nötigen Investitionen zu umfangreich.» Dass die strukturellen Probleme immer offensichtlicher wurden, habe den Park nun letztlich den Kragen gekostet, so Meier. «Der Wirbel um die Ereignisse war bei der Sponsorensuche nicht förderlich. Wer Geld investiert, will genau wissen, wo es hinfliesst.» Er befürchtet, dass der Park langfristig verloren ist. «Das mag nicht heute oder morgen sein, aber mit den bestehenden Strukturen wird sich keine Lösung finden», ist er überzeugt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1