Dietikon
Bruno Weber Park: Der Flügelhund weist keine Sicherheitsmängel auf

Nach den Vorwürfen lässt Anna Maria Weber die Skulpturen von einem Bauexperten prüfen – der gibt Entwarnung und stuft die begehbaren Skulpturen im Park als sicher ein.

Florian Niedermann
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Maria Anna Weber liess den Flügelhund durch einen Beton-Spezialisten untersuchen.

Maria Anna Weber liess den Flügelhund durch einen Beton-Spezialisten untersuchen.

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Die begehbaren Skulpturen im Bruno-Weber-Park in Dietikon stellen für Besucher kein Risiko dar. Zu diesem Schluss kommt Josef Merz, der den Künstler beim Bau seiner Flügelhunde und anderer Werke als Ingenieur beraten hat. Der Pensionär, der zuvor jahrelang beim Spezialbauunternehmen Greuter AG gearbeitet hat, machte sich vergangenen Freitag auf Inspektion zur grössten Skulptur des Parks, um sie nach Schäden abzusuchen. Bis auf einen knapp einen Millimeter breiten Riss am Kopf eines Flügelhundes habe er lediglich feine Schwindrisse gefunden, die beim Abbinden des Zements im Beton immer entstehen würden, sagt Merz: «Konstruktionsfehler habe ich beim Flügelhund wie auch bei anderen Skulpturen keine festgestellt. Es besteht für Besucher auch sicher keine Gefahr.»

Der Betonexperte rät allerdings, alle Skulpturen im Park mit einer wasserabstossenden Beschichtung zu versehen, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. So soll verhindert werden, dass Wasser zu den Armierungseisen durchdringt und diese rosten lässt. «Je nach Wahl des Produkts verlängert diese Massnahme die Lebensdauer von Bruno Webers Werken um zwei bis zehn Jahre. Die Beschichtung sollte künftig periodisch erneuert werden», so März.

Inspektion folgte auf Rücktritt

Den Auftrag für seine Inspektion erhielt Merz von Maria Anna Weber, der Witwe des 2011 verstorbenen Künstlers. Sie reagierte damit auf den Rücktritt des Stiftungsrats der Stiftung «Weinrebenpark – Bruno Weber» von vergangener Woche (die Limmattaler Zeitung berichtete): Knapp ein Jahr, nachdem das Gremium in anderer Besetzung schon einmal zurückgetreten war, kam der neue siebenköpfige Stiftungsrat zum Schluss, dass er seine Aufgabe – den Erhalt und die Weiterentwicklung von Bruno Webers Werk – nicht wahrnehmen könne. Dies, weil seine Versuche, die Stiftung als «transparentes und handlungsfähiges Organ zu etablieren», durch «gegensätzliche, unüberwindbare Standpunkte» der Familie Weber verhindert worden seien, wie der Stiftungsrat in seinem Demissionsschreiben festhielt.

Konkret äusserte sein Präsident Hanspeter Paoli Bedenken über die Sicherheit im mittlerweile 50 Jahre alten Park. Es seien Schäden am Bauwerk vorhanden, die man im Sinne der Sicherheit nicht länger ignorieren könne. Maria Anna Weber kündigte nach dem Rücktritt des Stiftungsrats an, dass sie die bauliche Sicherheit im Park nach einer letzten Kontrolle von vor vier Wochen erneut überprüfen lassen werde. Diesem Versprechen liess sie nun Taten folgen, indem sie Merz als Kenner und Miterbauer von Webers Skulpturen beizog.

Stiftung soll Werke konservieren

Dass bei den Skulpturen im Bruno- Weber-Park laut dem Ingenieur keine Sicherheitsbedenken bestehen, nimmt Weber zur Kenntnis. Sie betont, dass in den letzten Jahren immer wieder Kontrollen durch den Bauführer durchgeführt worden seien. Allerdings wird sie betreffend die durch Merz vorgeschlagenen konservierenden Massnahmen keine eigenen Schritte unternehmen, wie sie auf Anfrage erklärt: «Der Erhalt des Flügelhundes wie auch aller anderen Skulpturen ist Sache der Stiftung. Ich kann mich in diese Belange also nicht einmischen», so Weber.

Solange kein neuer Stiftungsrat eingesetzt ist, werden diesbezüglich also keine entsprechenden Schritte eingeleitet. Maria Anna Weber fand bereits letzte Woche ein neues Mitglied, dass die Stiftung ad interim führen kann. Zwischenzeitlich haben sich zwei weitere Kandidaten für ein Amt im Stiftungsrat zur Verfügung gestellt, wie sie sagt. Würden die drei Anwärter durch die Aufsichtsbehörde bestätigt, so verfüge die Stiftung wieder über ein handlungsfähiges Gremium.

Auch wenn die neueste Beurteilung durch Merz ergeben hat, dass konstruktive Sicherheitsmängel ausgeschlossen werden können, so sind damit die Probleme, die auf den neuen Stiftungsrat zukommen, nicht aus der Welt: Tatsache ist, dass der Park schon seit Jahren mit finanziellen Problemen kämpft, obwohl die Besucherzahlen stetig steigen. Umso mehr gelte es, den Erhalt des Werks von Bruno Weber zu fördern, ist sich auch Ingenieur Merz sicher: «Dieser Park ist einzigartig in der Schweiz.»