Snickers, Brownies, Schokoladen-Granola: Auf dem Instagramprofil von «All Nuts», geht es um süsses Essen. Süss ja, aber ohne Zucker, Milch oder Mehl. Die Betreiberinnen Tatjana Abramidés und Christine Tsiagka haben die Marke ins Leben gerufen, «um den Süssigkeitenhunger trotz Gluten- und Laktoseunverträglichkeit auf gesunde Weise beruhigen zu können», wie die Dietikerin Abramidés sagt.

Die Idee von «All Nuts» sei entstanden, weil es nur wenige laktose- und glutenfreie Produkte in den Läden gegeben habe. «Und wenn sie da waren, kosteten sie zu viel», sagt Abramidés. So begann sie, mit ihrer Kollegin zu kochen und zu backen. Sie verbrachten ganze Sonntage hinter dem Herd und entwickelten neue Produkte.

Nebst Milch und Weizen ersetzten sie auch raffinierten Zucker durch alternative Produkte wie Ahornsirup oder Reissirup. Was dabei herauskam, überzeugte sie. So entstand die Idee, das Gebäck nicht nur selbst zu naschen, sondern es auch zu verkaufen. Im Februar setzten sie diesen Gedanken in die Tat um: Der Name «All Nuts» schien ihnen am passendsten, da die meisten ihrer Produkte aus Nüssen bestehen.

Brownies mit Avocado

Bisher haben die beiden ihre Produkte vor allem über Facebook und Instagram beworben und vertrieben. Der Frühlingsmarkt in Dietikon war der erste Versuch, ihre Produkte direkt unter die Leute zu bringen. Der Markt sei eine gute Erfahrung gewesen, sagt Abramidés. Die Teilnahme gab jedoch sehr viel zu tun. Denn acht Produktsorten fertig verpackt auf dem Tisch zu haben, forderte einige Stunden Nachtarbeit. «Granola konnten wir schon im Vorhinein produzieren, den Rest mussten wir frisch machen», sagt Abramidés.

Die meisten Leute, die ihre Produkte probierten, seien erfreut über den guten Geschmack gewesen, sagt Abramidés. Die Avocado-Brownies beispielsweise seien der Renner gewesen. «Das ist im Moment meine Hauptmotivation im Projekt, dass ich sehe, dass andere die Produkte ebenso lieben wie ich selbst.»

Es bedarf einer Umgewöhnung, wenn man von den konventionellen Nahrungsmitteln auf Essen ohne Gluten, Laktose oder Zucker umsteigt. «Ich merkte das selbst, als ich meine Ernährung umstellte», sagt Abramidés. Seit einem Jahr verzichtet sie ganz auf Zucker und Alkohol, zudem isst sie keine Fertigprodukte mehr. Sie vermisse aber nichts.

Einfach zu viele Hobbys

Zu den Kunden von «All Nuts» gehören bisher vor allem Sportler, die sich bewusst ernähren. Um ein breiteres Publikum zu erreichen, muss man den richtigen Moment packen, Geld in die Hand nehmen und auch ein wenig Glück haben, das ist sich Abramidés bewusst.

In den letzten Jahren, seit sie von Deutschland hierher gezogen ist, konnte sie den Trend hin zu den Diät-Lebensmitteln beobachten.«Gerade im Moment haben die Grossverteiler Migros und Coop ihr Sortiment erweitert, ich weiss nicht, ob nun der richtige Moment ist, um einen Laden zu eröffnen», sagt Abramidés. Zur Zeit wartet sie jedenfalls noch zu und beobachtet, wie sich der Markt für ihre Produkte weiter entwickelt.

Sechsmal pro Woche Crossfit, eine Hundert-Prozent-Stelle bei der Bank und daneben die Produkte von «All Nuts» backen, verpacken und versenden: Abramidés hat derzeit viel um die Ohren. «Ich habe einfach zu viele Hobbys», sagt sie jeweils zu ihren Freunden.