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Brenzlige Situationen an der Freiestrasse: Elf Parlamentarier fordern mehr Sicherheit

Auf der Freiestrasse hat es wenig Platz für den Verkehr. Manche fahren darum aufs Trottoir.

Auf der Freiestrasse hat es wenig Platz für den Verkehr. Manche fahren darum aufs Trottoir.

Zu den Hauptverkehrszeiten kommt es beim Schlieremer Stadtplatz-Kreisel zu Stau. Das führt zu gefährlichem Ausweichverkehr auf Quartierstrassen. Die Politik reagiert.

Die Freiestrasse muss immer mehr Verkehr schlucken. Insbesondere wenn sich der Feierabendverkehr durchs Limmattal ergiesst. Doch dafür ist diese 30er-Zone nicht gemacht. Denn die versetzt platzierten Parkplätze, die die Verkehrsteilnehmer zur langsamen und aufmerksamen Fahrt verleiten sollen, machen die Situation in der Freiestrasse unübersichtlich – und gefährlich, wenn zu viel Verkehr herrscht.
Und viel Verkehr gibt es auf der Freiestrasse inzwischen regelmässig. Den Grund dafür sieht SVP-Gemeinderat und Anwohner Beat Kilchenmann im Stadtplatz-Kreisel: «Er schluckt den Verkehr nicht. Um trotzdem vorwärtszukommen, suchen sich viele einen Schleichweg und fahren durch die Quartiere. Diese leiden massiv unter dem Mehrverkehr, vor allem zur Feierabendzeit.»

«Ein Autofahrer fuhr mich fast um»

Neben Lärm und Abgasen führt das auch zu waghalsigen Manövern und gefährlichen Situationen. Dabei spielen die Parkplätze eine wichtige Rolle: Sie befinden sich zum Teil links und zum Teil rechts auf der Strasse. Diese Verkehrsberuhigungsmassnahme macht es schwieriger, ein anderes Fahrzeug zu kreuzen. Manche Autofahrer weichen darum aufs Trottoir aus. Kilchenmann hat das schon aus nächster Nähe erlebt, als er auf dem Trottoir unterwegs war. «Ein Autofahrer wich aufs Trottoir aus und fuhr mich dabei fast um. Erst direkt vor meinen Beinen hielt er an. Er hupte und zeigte mir den Vogel – weil ich als Fussgänger auf dem Trottoir ging!»
Kilchenmanns Nachbarn haben Ähnliches erlebt: «Sie kommen nun schon seit Monaten auf mich zu. Als Volksvertreter war für mich darum klar, dass es meine Aufgabe ist, jetzt ein Postulat einzureichen.» Er ist nicht der Einzige, der das so sieht: Zehn weitere Parlamentsmitglieder haben den Vorstoss mitunterzeichnet.
In seinem Vorstoss schreibt Kilchenmann, dass Beinahe-­Zusammenstösse von Motorfahrzeugführern mit Trottoir­benützern an der Tagesordnung seien und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei – an der Freiestrasse insbesondere zwischen der Nassackerstrasse und Oberer Bachstrasse. Die Situation gelte es nun möglichst schnell zu entschärfen.
Die beste Lösung aus Sicht von Kilchenmann wäre es, wenn man den Stadtplatz-Kreisel zweispurig gebaut hätte – so wie es die Wirtschaftsverbände und ein Teil der Politik vor ­Jahren bei der Planung gefordert hatten. Da ein Ausbau auf zwei Spuren nun nicht mehr denkbar ist, sei ein Konzept gegen den Ausweichverkehr ­gefordert. Nicht nur an der ­Freiestrasse, sondern für alle Quartiere. «In der Absprache mit meinen Parlamentskollegen haben wir überlegt, das Postulat auf mehrere Quartiere aus­zudehnen. Wir kamen aber zum Schluss, dass das zu polemisch ist. Wir fangen besser mit einem konkreten Beispiel an und geben dem Stadtrat so einen Hinweis, dass es ein ­Gesamtkonzept gegen den ­Ausweichverkehr durch die Quartiere braucht.» Und zwar so schnell wie möglich: «Es liegt auf der Hand, dass sich die Situation weiter verschärft, sobald die ganze Limmattalbahn-Strecke in Betrieb genommen wird.»

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