Dietikon
Breite Front gegen den BD-Lärm im Stadtzentrum

Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus sechs Parteien haben ein Postulat von FDP-Gemeinderat Martin Romer unterschrieben, das ein Vorgehen des Stadtrats gegen Immissionen der Bremgarten-Dietikon-Bahn fordert.

matthias kessler
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Limmattaler Zeitung

Drastische Worte wählt der Dietiker FDP-Gemeinderat Martin Romer, wenn es um die Bremgarten-Dietikon-Bahn (BD) und die Durchfahrt der Zugskompositionen im Zentrum der Stadt geht: Die intensiven Erschütterungen etwa «geben den Bewohnern und Kunden im Bereich Bremgartnerstrasse1 das Gefühl, von einem kleinen Erdbeben heimgesucht zu werden». Und führten Passanten auf dem Gehsteig ein Gespräch, müssten sie dieses bei der Durchfahrt des Zugs unterbrechen.

Romer fordert den Stadtrat deshalb auf, «schnellstmöglich bei der Direktion der Bremgarten-Dietikon-Bahn vorstellig zu werden». Ziel müsse es sein, «dass die Schienenstränge in der Bremgartnerstrasse, im Abschitt Haltestelle Schöneggstrasse bis Kirchplatz, saniert werden». Mit der Sanierung sollen die Immissionen «auf ein für die Anwohner erträgliches Mass gesenkt werden».

Für Fussgänger «zu leise»

Und Romer ist mit dieser Forderung nicht allein: Das Postulat wurde nicht nur von Romers Parteikollegen im Parlament, sondern ebenso von Gemeinderätinnen und -räten von SP, CVP, SVP, Grüne und Alternative Liste mitunterzeichnet.

Die Schienen im Dietiker Zentrum sind gemäss Angaben der BD etwa zehn Jahre alt. Dezibel-Messungen seien noch nie durchgeführt worden, «weil bisher kein Anlass dazu bestand», wie Walter Oettli, Leiter Infrastruktur der BD, festhält. Der Lärm, so Oettli, gehe im allgemeinen Verkehrslärm unter: «Zum Teil haben wir Reklamationen erhalten, dass unsere Fahrzeuge zu leise sind und deshalb von den Fussgängern nicht gehört werden. Zudem ist mit den neuen Fahrzeugen das Kurvenquietschen komplett verschwunden.»

Fahrbahn nach VBZ-Normen

Seit Ende letzten Jahres ersetzt die BD die alten Kompositionen laufend durch die von Stadler Rail hergestellten «Diamant»-Züge. Die Umstellung soll bis Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein.

An den Schienen seien keine Sanierungen vorgesehen, erklärt Oettli. Dafür seien sie noch nicht lange genug im Einsatz. Im normalen Unterhalt werde eine Oberflächenbehandlung an den Schienen gemacht, das heisst, sie würden geschliffen. Was die Erschütterung anbelange, habe man bislang keine Reklamationen erhalten.

Da die Fahrbahn der BD durch den Schwerverkehr beschädigt worden sei, habe man sich, auch auf Wunsch des Kantons Zürich, für feste Fahrbahnen entschieden – nach den Baunormen der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich.