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Brand in Schlieren: Feuer in Sozialbetrieb der Stadt Zürich betrifft auch die Ruag

Über Schlieren steigen dicke Rauchwolken empor

Über Schlieren steigen dicke Rauchwolken empor.

In einer Schlieremer Recycling-Anlage ist am Mittwoch Elektroschrott in Brand geraten. Der Brand führte zu einer starken Rauchentwicklung. Die Brandursache wurde noch nicht geklärt. Die «Limmattaler Zeitung» weiss, in welcher Firma das Feuer ausgebrochen ist.

Der schwarze Rauch war von weitem zu sehen. In einem Recyclingbetrieb an der Industriestrasse in Schlieren hat es gestern gebrannt. Der Brandgeruch verbreitete sich im ganzen Tal. Auch aus Höngg erreichten entsprechende Hinweise die «Limmattaler Zeitung». Auf den Strassen herrschte schlechte Sicht wegen des Rauchs. Einzelne Gebäude versanken zeitweise komplett in einer Rauchwolke.

Bei dem Recyclingbetrieb war Elektroschrott in Brand geraten. Der Notruf ging bei der Feuerwehr Schlieren um 8.44 Uhr ein, wie Feuerwehr-Kommandant Flavio Impusino zu Protokoll gibt. Bereits sechs Minuten später war die Feuerwehr vor Ort. Die Mitarbeiter des Betriebs waren zu diesem Zeitpunkt bereits gemäss internem Schutzkonzept evakuiert worden. Die Kommunikation mit den benachbarten Gebäuden sowie den Anwohnern erfolgte über die Stadtpolizei Schlieren/Urdorf und die Kantonspolizei. Aufgrund der Rauchentwicklung forderte man alle Anwohner und Betriebe dazu auf, Türen und Fenster zu schliessen, Klimaanlagen und Lüftungen auszuschalten und sich nicht im Freien aufzuhalten.

So hat die Zürcher Kantonspolizei den Icaro-Alarm aufgehoben:

Brand Schlieren Kapo Zürich

Schutz und Rettung Zürich war kurz vor 9 Uhr alarmiert worden und erschien mit einem Grossaufgebot vor Ort. Jan Bauke, Stellvertretender Kommandant Feuerwehr bei Schutz und Rettung, konnte am Mittag noch nicht genau sagen, woraus genau der Elektroschrott bestand. Es könnten zum Beispiel um Radios, Lampen oder Computer gewesen sein. Zuerst habe man mit Wasser gelöscht, danach mit Schaummittel. Welche Materialien gebrannt haben, wird später noch untersucht werden. Für die Feuerwehrleute habe aber zu keiner Zeit ein Risiko bestanden, da sie sowieso mit entsprechendem Atemschutz und Schutzkleidung arbeiteten, wie der Schlieremer Kommandant Flavio Impusino sagte.

Beim Brand gab es keine Verletzten. Alle 18 Personen, die sich beim Ausbruch des Brandes im Gebäude aufhielten, wurden in der angerückten Grossraumambulanz von Schutz und Rettung Zürich medizinisch untersucht. Das Spital Limmattal war mit einem Rettungswagen und einem Notarzt vertreten. Auch ein Baustatiker war vor Ort. Ausserdem rückte Schutz und Rettung Zürich mit einem ABC-Schutzwagen an, da die chemische Zusammensetzung des Brandherdes unklar war, wie Carmen Surber von der Kantonspolizei erklärte.

Schutz und Rettung Zürich überwachte die Lage mit zwei Drohnen. Zu nah ran konnte man nicht, da der aufsteigende Rauch schnell die Sicht versperrte. Zur Eindämmung der Situation versuchte man, den Rauch in die Höhe zu lenken. Weitere Abhilfe sollte ein Loch im Dach des Gebäudes schaffen. Denn der grösste Teil des Rauchs entwich zuerst durch eine seitliche Öffnung im Gebäude. Recyclingmaterial-­Brände dauern laut Bauke immer lang. Sobald einzelne Teile entfernt werden, drohe das Feuer wieder aufzuflammen. Gerade bei brennendem Metall könnten die Temperaturen derart ansteigen, dass ein Löschen des Brandes nicht möglich sei. Stattdessen könne man ihn nur ausbrennen lassen, so Bauke.

Am Mittag wurde die Feuerwehr Schlieren von der Stützpunktfeuerwehr Dietikon abgelöst. Laut Impusino kam den Feuerwehren hier zugute, dass sie viel miteinander in Kontakt stehen. Bei Schutz und Rettung Zürich gab es interne Ablösungen, damit alle Einsatzkräfte bei Kräften blieben.

Wegen des Brandes war die Buslinie 307 zwischen den Haltestellen «Industrie Gaswerk» und «Am Rietpark» unterbrochen. Nachdem zuerst wegen der enormen Rauchentwicklung auch über die Radiosender gewarnt wurde, gab das Bundesamt für Bevölkerungsschutz 14.25 Uhr Entwarnung. Um 15.15 Uhr war das Feuer gelöscht und es entwickelte sich kein Rauch mehr. Die Aufräumarbeiten dauerten noch bis 18.15 Uhr. Laut der Kantonspolizei wird der entstandene Sachschaden auf über hunderttausend Franken geschätzt. Die Brandursache ist zurzeit noch unklar. Spezialisten der Kantonspolizei und der zuständigen Staatsanwaltschaft haben Untersuchungen aufgenommen.

Der betroffene Recyclingbetrieb gehört zur Ruag Environment AG, die innerhalb des Ruag-Konzerns Teil der Ruag Real Estate AG ist. Die Firma ist nicht in der Rüstungsbranche tätig, sondern als «normales Recycling-Unternehmen», das sich um Logistik, fachgerechte Separierung, Wiederverwertung und umweltgerechte Entsorgung jeglicher Art kümmert, wie eine Ruag-­Sprecherin erklärt. In Zusammenarbeit mit dem Sozialdepartement der Stadt Zürich werden Beschäftigungen für erwachsene Sozialhilfebezüger, stellenlose Jugendliche und Personen mit IV-Massnahmen oder IV-Renten angeboten.

Die Zusammenarbeit der Ruag Environment AG und der Stadtzürcher Arbeitsintegration besteht seit 2005; in Schlieren seit 2009. Schweizweit gibt es laut der Ruag 19 solche Ruag-Betriebe wie in Schlieren, mit total rund 450 Stellen in der integrierten Beschäftigung im Bereich Recycling und Entsorgung. Als der Brand ausbrach, befanden sich 17 Klienten und ein ­Arbeitsagoge vor Ort, erklärte das Stadtzürcher Sozialdepartement Zürich gestern gegenüber der «Limmattaler Zeitung».

Brand in Recyclingbetrieb – das sagt Polizeisprecherin Carmen Surber

Brand in Recyclingbetrieb – das sagt Polizeisprecherin Carmen Surber

Am Mittwochmorgen kam es in einem Recyclingbetrieb in Schlieren zu einem Brand. Die Rauchentwicklung war so stark, dass die Kantonspolizei Zürich eine Warnung an die Bevölkerung rausgegeben hat.

Die Polizeibilder vom Juli 2020:

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