Aesch
Bogenschiessen und Axtwurf – so wäre der 1. August 1291 gefeiert worden

Den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag wird per Zufall ein Hauch Mittelalter verliehen.

Alex Rudolf
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Am Mittelaltermarkt wird nicht nur Handwerk vorgeführt, sondern auch Ware verkauft
7 Bilder
Für die Kinder gibt es Siele
Aesch feiert 1. August wie 1291
Mehrere Bands spielen am Anlass
Auch musikalische Klänge aus dem Orient.
Ein Lager aus Zelten.
Mittelalterliche Trachten

Am Mittelaltermarkt wird nicht nur Handwerk vorgeführt, sondern auch Ware verkauft

Zur Verfügung gestellt

Die ausgefallenste 1.-August-Feier findet dieses Jahr zweifelsohne in Aesch statt. Darauf deutet bereits das auf der Einladung abgedruckte keltische Schweizerkreuz hin. Die Aescher Waldhütte wird nämlich am Nationalfeiertag mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Auf die Besucher warten ab 15 Uhr neben mittelalterlicher Musik auch Ritterspiele und Handwerkvorführungen. Für diese neue Form der Feier zeichnet Diego Bonato verantwortlich. Dieses Jahr ist der Polizei- und Finanzvorstand der Gemeinde und SVP-Kantonsrat turnusgemäss an der Reihe mit der Festausrichtung. «Die Aescher erwartet wirklich etwas ganz Spezielles», sagt er. Dabei ist alles dem Zufall geschuldet. Denn bereits am Samstag und Sonntag wird es mittelalterlich in Aesch.

Der Verein «Helvetische Tafelrunde» organisiert rund zwei Mal jährlich das Fest der Feuergötter an verschiedenen Orten in der Schweiz. Dieses beinhaltet einen traditionellen Markt, Gaukelei sowie verschiedene Wettspiele wie Bogenschiessen und Axtwurf. «Ich fand das interessant», sagt Bonato. Er habe sich mit Veranstalter Alain Hubler in Verbindung gesetzt. Dieser habe davon berichtet, wie bereits früher traditionelle Nationaltagsfeiern und Mittelalterfeste gemeinsam durchgeführt wurden, was eine grossartige Kombination gewesen sei. «Wir entschieden uns, den Markt auch am Montag stattfinden zu lassen», so Bonato. Zwischen 15 und 18 Uhr werden dann mehrere Stände noch ihre Ware oder Spiele anbieten, nicht aber ihre Verpflegung. Diese wird wie jedes Jahr von der Knabengesellschaft gestellt, wie Bonato sagt. Man habe keine Konkurrenz zum Traditionsverein haben wollen.

Tell hält feurige Rede

Doch nicht nur das mittelalterliche Ambiente spricht für eine ungewöhnliche Feier, auch der Redner dürfte wohl einzigartig sein. Auf der Einladung ist vermerkt, dass Wilhelm Tell zu den Aeschern sprechen wird. Auch dies habe sich einfach so ergeben, sagt Bonato scherzhaft.

«Kurz bevor ich mit den Organisatoren das Parkplatzregime der Waldhütte besprach, erhielt ich die Absage vom geplanten Festredner.» Eigentlich wünschte sich Bonato Conrad Gossweiler, den Direktor der Gebäudeversicherung Zürich. «Eine Rede des höchsten Zürcher Feuerwehrmanns wäre sicherlich auch interessant gewesen», so Bonato. Doch bei diesem Treffen habe er über die interessanten Mittelalter-Geschichten gestaunt, die Hubler zu berichten hatte. «Seine Ausführungen über die 1.-August-Feuer und deren Geschichte waren grossartig.» Da habe er ihn gleich auch als Redner engagiert. «Es müssen ja nicht immer Politiker sein.» Aus Spass bezeichnete Bonato den Redner auf den Flyern als Wilhelm Tell, da Hubler im Mittelalter-Tenue vor die Aescher treten wird. Glaubt Bonato auch, dass sich einige Besucher der Nationalfeier zum Tragen eines mittelalterlichen Outfits hinreissen lassen werden? «Ich denke eher nicht, dass viele Aescher solche Kleider griffbereit im Schrank haben.»

1. August: Diese Persönlichkeiten sprechen zum Fest

In Dietikon und Uitikon fällt der Startschuss für die Feierlichkeiten jeweils um 11 Uhr. Dann spricht in Dietikon der Kantonsratspräsident Rolf Steiner (SP). Musikalisch untermalen unter anderen die Stadtmusik Dietikon und die Limmattaler Musikanten den Anlass auf dem Kirchplatz. In Uitikon hält der neue Gemeindepräsident Chris Linder (FDP) die Ansprache auf dem Dorfplatz vor dem Üdiker-Huus. Weiter geht es um 11.30 Uhr mit den Feiern in Geroldswil/Weiningen und Unterengstringen. Im Föhrewäldli spricht die Curling-Weltmeisterin Irene Schori, auf dem Dorfplatz Unterengstringen Gemeindepräsident René Rey (FDP). Um 15 Uhr startet das Aescher Programm, um 20.15 Uhr spricht Wilhelm Tell alias Alain Hubler (siehe Haupttext). Um 20 Uhr geben die Festredner in Urdorf und Schlieren ihre Gedanken zum Besten. Auf dem Festplatz «Im Embri» spricht der Parteipräsident der SVP Kanton Zürich, Konrad Langhart, und im Schlieremer Fluegarten der städtische Parlamentspräsident Daniel Tännler (SVP). In Birmensdorf wird um 20.15 Uhr der Luzerner SVP-Nationalrat Felix Müri ans Rednerpult vor dem Gemeindezentrum Brüelmatt treten. Zeitgleich wird auf dem Oberengstringer Parkplatz Zwischen den Hölzern der Dietiker AL-Gemeinderat Ernst Joss seine Rede beginnen. Bei der Limmatwiese in Oetwil kommt ein weiterer Kantonsrat in die Kränze. Um 21 Uhr spricht dort Rochus Burtscher (SVP).
Standesgemäss gehört auch der Brunch auf einem Bauernhof zur Feier des Nationalfeiertags. Laut der Website Brunch.ch gibt es im Limmattal lediglich zwei Höfe, die ein Bauernzmorge anbieten: Grob’s Hofladen in Urdorf und der Hof Stalder in Aesch. Laut Angaben auf der Website sind diese beiden Anlässe jedoch