«Automatisch Millionär werden» – so werben die Casinos Austria um Kundschaft. Und tatsächlich: Bei Behar Merlaku schien es zu funktionieren. «Während des Spiels hat der Automat plötzlich angehalten und oben hat eine blinkende Leuchte den Jackpot angezeigt», schildert der 26-Jährige diesen Moment des unbeschreiblichen Glücks.

Der Spielautomat löst ein elektronisches Feuerwerk aus, eine Stimme gratuliert zum geknackten Jackpot, das Display zeigt eine unvorstellbare Summe an: 42,9 Millionen Euro .«Ich habe mich so gefreut, es war unbeschreiblich, da kommen einem schon Ideen, was man alles machen könnte mit dem Geld.»

Doch allzu lange brauchte sich der junge Mann nicht den Kopf über die Verwendung von knapp 47 Millionen Franken zu zerbrechen. Ein Angestellter des Casinos holte den Bodenleger aus Dietikon auf den Boden der Realität zurück: Der Jackpot sei nicht wirklich geknackt worden, es habe ein technisches Problem gegeben.

Wie gewonnen, so zerronnen. Doch damit will sich Behar Merlaku nicht abfinden. Er hat den Jackpot geknackt und das will er auch beweisen. Immerhin hat er mit dem Handy ein Video gemacht. Auf dem ist genau zu sehen, wie der Spielautomat den geknackten Jackpot anzeigt. Auch die Gewinnsumme ist auf dem Video klar ersichtlich.

Leider zeigt das Video aber auch den kleinen Schönheitsfehler dieses Jackpots. Nach den Regeln der Casinos Austria müssen fünf gleiche Symbole in einer Linie zu stehen kommen. Doch das war in diesem Spiel nicht der Fall. Es gab keine fünf Symbole in einer Reihe, wie die Casinos Austria betonen und auch Merlakus Anwalt Thomas Kerle einräumt. Der Zürcher Zocker lässt sich seinen Jackpot aber nicht verderben. Der Automat hat einen Megagewinn angezeigt. Es gebe eben verschiedene Arten von Jackpots, nicht nur solche, bei denen fünf gleiche Symbole in einer Linie stehen müssen.

Höchstgewinn von 2 Millionen

Der Höchstgewinn für den Austria-Jackpot könne nie über 2 Millionen Euro liegen, sagen die Casinos und sehen in der Gewinnsumme einen weiteren Beweis für den Softwarefehler. Merlaku ist verärgert: «Bis heute waren die Casinos Austria nicht einmal bereit, mit mir zu reden.» Vielleicht hatten die Casino-Manager auch geglaubt, den Kosovo-Albaner abwimmeln zu können. Was soll der schon unternehmen? Ein Mann aus Ex-Jugoslawien könnte ungemütlich werden, wenn er sich unfair behandelt fühlt. Merlaku will ungemütlich werden. Der eine Anwalt soll nicht der einzige bleiben. Auch in der Schweiz und in den USA will er sich einen Rechtsvertreter nehmen.